Ein Biergarten mit regionalem Fokus: Das Essen kommt direkt aus dem Landkreis Cham

Von Johannes Lesser · 12. Mai 2025 um 19:00

Die Biergarten-Saison hat in Cham begonnen. Andreas und Christina Babl vom Biergarten auf der Schanze setzen dabei ganz auf regionale Produktion. Aber wie ist es dazu gekommen und wie nehmen das die Kunden an?

Wer zur Zeit einen Schritt vor die Haustür wagt, wird vom eisigen Wind daran erinnert, dass sich die letzten Winterausläufer heuer erstaunlich lange ziehen. Das hinderte Andreas und Christina „Chipsi“ Babl aber nicht daran, mit ihrem Biergarten Auf der Schanze am vergangenen Freitag die Sommersaison einzuläuten. Dabei setzen die beiden besonders auf Speisen und Getränke von lokalen Produzenten.

„Wir sind sehr positiv gestimmt“, erklärt Andreas Babl. Den Aufgaben der ersten Wochen sehen die beiden entspannt entgegen: „Man wird jedes Jahr gechillter“, sagt Christina Babl und führt weiter aus: „Du lernst ja jedes Jahr und jede Saison dazu.“ Das notiere sie sich dann alles, um in der kommenden Saison vorbereitet zu sein.

Das Personal bleibt gleich

Insgesamt 35 Leute halten den Betrieb mit dem Panoramablick am Laufen. Die Gesichter sind zum Großteil die gleichen wie im Vorjahr. Die Babls selbst sind nahezu durchgehend vor Ort. „Der Hauptakteur ist eigentlich meine Frau“, sagt Babl. Ob Organisation, Personaleinteilung, Social Media oder Buchhaltung: Chipsi Babl ist verantwortlich.

Andreas Babl seinerseits arbeitet hauptberuflich als Hausmeister und ist täglich von 16 Uhr bis zum Ladenschluss im Biergarten. Es gehöre „auf jeden Fall sehr viel Leidenschaft dazu“, um das Pensum in dieser Form durchzuziehen. „Es ist oft schon hart, aber so ist das in dem Geschäft“, sagt Babl. Von Mitte Mai bis Mitte September – dann sei die Saison auch wieder vorbei.

Wir brauchen schönes Wetter, dann haben wir gute Geschäfte.Andreas Babl

Bis zu drei größere Veranstaltungen sind heuer geplant. Dazu gehören der Vatertag am 29. Mai, das Biergartenvolksfest sowie möglicherweise noch eine weitere Veranstaltung. „Das sind so die Highlights“, sagt Babl. Wichtiger sei aber etwas anderes: „Wir brauchen schönes Wetter, dann haben wir gute Geschäfte.“

Wer einen Blick auf die Speisekarte wirft, dem fällt direkt auf Seite eins eine besondere Aufzählung auf. „Unsere regionalen Partner“ heißt es da. Tatsächlich kommen nahezu alle Produkte von Herstellern aus dem Landkreis. „Ich lege da sehr großen Wert drauf“, sagt Christina Babl. Ob Semmeln vom Bäcker, Fleisch und Wurst vom Metzger oder Salate vom Biohof: „Man hat in Cham alles“, betont sie und führt aus: „Ich muss nicht einen Salat kaufen, der 30 000 Kilometer hertransportiert wird, wenn ich alles vor Ort habe.“ Beschwerden über höhere Preise gebe es keine – im Gegenteil. Das Konzept kommt bei den Gästen an. „Wir kriegen da sehr, sehr viel Zuspruch“, so Babl.

Ersatzpartner für Ausfälle

Die Liste ihrer Partner wächst. Teilweise erhalten sie Anfragen, ob es möglich wäre, sie zu beliefern, sagt Babl. So haben sie mittlerweile auch Ersatzpartner, um auf Urlaubszeiten oder sonstige Ausfälle besser reagieren zu können. „Wir sind schon stolz, dass wir so viele Regionale im Boot haben“, sagt Andreas Babl. „Das Einzige, was wir dazukaufen, sind Pommes“, führt Christina aus. Gekocht wird dann vor Ort. Die Hauptköchin ist Babl selbst. Auch bei der Nachfrage mache sich das Konzept bezahlt: „Bei uns isst eigentlich fast jeder was.“

Wenn das Schild an der Mauer hängt, herrscht drinnen Betrieb. - Foto: Johannes Lesser

Gut vier Monate lang werden sie die metallene Tür zum Biergarten jetzt wieder jeden Tag öffnen – sofern es die Witterung erlaubt. Wenn nicht, wird das über die sozialen Netzwerke kommuniziert. Wer unsicher ist, kann anrufen oder einen Blick auf die steinerne Außenmauer werfen. In grünen Buchstaben steht dort auf einem Schild „mia ham offa“.

Eigentlich hatten die beiden nicht vor, zu diesem Jahr viel zu ändern. Ein bisschen was gibt es dann aber doch. „Wir sind moderner geworden“, sagt Christine Babl. Dazu zählen Speisekarten, Geschirr, Getränke und auch Gerichte. „Ich arbeite im Winter in Österreich auf Wintersaison und nehme eigentlich jeden Winter was mit heim, das es dann auch bei uns gibt“, erzählt sie weiter.

Weitere Biergärten in Cham

• Käsbauer Gasthof: Eröffnung ist am 21. Mai geplant. Die Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Freitag von 9 bis 22 Uhr und am Sonntag von 9 bis 14.30 Uhr.

• Orlandini Innenhof: Der Pop-up-Biergarten eröffnet am 1. Juni. Geöffnet ist er von 16 bis 22.30 Uhr.

• Wasserwirtschaft: Öffnet täglich um 11.30 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr.

Auch die Öffnungszeiten ändern sich im Vergleich zu den Vorjahren etwas: Bis auf den Freitag von 16 bis 22 Uhr, an den Freitagen von 14 bis 22 Uhr. Die verkürzten Zeiten im Vergleich zu den Vorjahren haben gesundheitliche Gründe.