Neue „Eberhofer“-Filme aus Lixenried: Feuerwehr dreht Videos im Stil der Kult-Krimis

Die Idee entstand am Biertisch der Freiwilligen Feuerwehr Lixenried bei Furth im Wald (Landkreis Cham): Warum nicht eine eigene Video-Reihe im Eberhofer-Stil drehen, um für das anstehende Gründungsfest zu werben? Der Dreh einer Szene war dabei besonders herausfordernd für die Film-Crew.
Gesagt, getan: Inzwischen hat die Filmreihe „Franz Ebergruaba und der Goaßland-Exzess“ in den sozialen Medien Zehntausende Klicks gesammelt und bringen dem kleinen Dorf, zumindest für kurze Zeit, fast so viel Aufmerksamkeit wie dem großen Filmvorbild Niederkaltenkirchen.
Für das Fest zum 150. Jahrestag der Gründung wollte die Lixenrieder Feuerwehr den ganz großen Wurf schaffen. Eine eigene Filmreihe sollte es werden, angelehnt an Eberhofer-Filme wie „Dampfnudelblues“ und „Grießnockerlaffäre.“ „Wir haben uns schnell geeinigt, dass wir uns von diesen Filmen inspirieren lassen wollen“, erzählt Martin Vogl, der als Regisseur die vier Folgen drehte. Laut Vogl wolle man die Originalfilme mit einem Augenzwinkern „hier und da zitieren“, aber trotzdem etwas eigenes schaffen. „Aus Eberhofer wurde Ebergruaba, aus Niederkaltenkirchen eben Lixenried“, so der 36-Jährige.
Bier-Pipeline sorgt für Ärger
Auch die Geschichte ist eine andere, wie der Ebergruaba-Darsteller, Sebastian Gruber, erzählt. Der Bau einer geplanten Bier-Pipeline für das anstehende Gründungsfest sorgt für Ärger mit der örtlichen Rocker-Bande. „Und die entführen dann kurzer Hand den Festleiter. Natürlich muss sich der Ebergruaba dann um das Schlamassel kümmern“, sagt Gruber. Mehr wolle er an dieser Stelle aber noch nicht verraten, denn zwei der vier Folgen werden laut ihm erst noch veröffentlicht und zwar immer sonntags auf der Facebook- und Instagramseite der Freiwilligen Feuerwehr Lixenried.

Wer nur einen kurzen Blick in die wenige Minuten langen Videos wirft, dem wird wohl vor allem die Ähnlichkeit der „Schauspieler“ zu ihren Vorbildern auffallen. „Wie hatten wirklich großes Glück, dass wir die richtigen Leute haben, die auch alle in ihren Rollen total aufgingen“, erklärt Regisseur Vogl. Am ersten von neun Drehtagen hat er nach eigenen Worten „den ein oder anderen Darsteller gar nicht erkannt“.
Einer davon sei Ebergruabas Vater gewesen. Mit Perücke und Papier-Joint im Mund hat sich Jürgen Schmal am Original aus der Filmreihe orientiert. „Meine Schwiegertöchter meinten, die Rolle passt wie die Faust aufs Auge zu mir“, erzählt er. Richtige Schauspielerfahrung habe er vor Drehstart aber nicht gehabt, nur an einen Theaterkurs in der Berufsschule könne er sich noch erinnern. „Die Zeit vor der Kamera war trotzdem immer lustig und hat uns alle auch extrem gefordert“, sagt Schmal.
Dass kann auch der Regisseur der Filme bestätigen: „Alle Darsteller haben tolle Arbeit geleistet, aber so einen Film zu drehen, ist natürlich auch ein Haufen Arbeit“, erklärt er. Die Kosten für das aufwendige Projekt hat die Feuerwehr Lixenried laut Vogl aus eigener Kasse gestemmt.

Vor allem eine Szene hätte dabei fast das Budget gesprengt, so der Regisseur. „Wir hatten die Idee, dass bei einer Szene ein Baum auf ein Auto kracht“, so Vogl und ergänzt: „Uns ist dann aber aufgefallen, dass wir erstmal einen Baum brauchen, der gefällt werden kann und ein Auto, dass einen Totalschaden einstecken muss.“
Hilfe kam aus dem eigenen Dorf. Ein Mitglied der Lixenrieder Feuerwehr stellte sein kaputtes Auto zur Verfügung und beim Baum hatte das Filmteam laut Vogl großes Glück: „Wir konnten einfach den Kirchweihbaum im Dorf nehmen, der musste sowieso weg.“
Mediale Aufmerksamkeit
Und der Aufwand lohnt sich, meint Anja Hofmann. Die 29-Jährige, die in der Filmreihe Ebergruabas Freundin Susi spielt, berichtet von Hunderten „ausschließlich positiven“ Nachrichten. Auch Zeitungen, Fernsehsender und das Radio sind laut ihr wegen den Videos „endlich mal wieder nach Lixenried gekommen“.
Für Regisseur Vogl steht fest: Das Ziel und die Erwartungen wurden bereits übertroffen. „Es kommen immer noch zwei Folgen raus und schon jetzt konnten wir ordentlich die Werbetrommel für unser Gründungsfest rühren, das vom 5. bis 9. Juni in unserem Dorf stattfindet.“
Wenn der echte Eberhofer auf unserem Auto unterschreiben würde, dann hätten wir das Geld direkt zusammen.
Martin Vogl, Regisseur
Doch die Feuerwehrmänner und Frauen aus Lixenried wollen noch mehr erreichen und planen das Ebergruaba-Polizeiauto für einen guten Zweck zu versteigern. „Mit dem eingenommenen Geld wollen wir dann einen Defibrillator für Lixenried kaufen, damit alle im Dorf etwas von dem Projekt haben“, so Vogl.
Um den Wert des Autos noch weiter zu steigern, hofft der Regisseur nun auf die Aufmerksamkeit des richtigen Eberhofers und seiner Darstellerkollegen. „Wenn der echte Eberhofer auf unserem Auto unterschreiben würde, dann hätten wir das Geld direkt zusammen“, meint er.
Wie viele Menschen die Videos im Eberhofer-Stil tatsächlich erreicht haben, verrät eine Anekdote des Hauptdarstellers. Der musste nach eigenen Worten zu einen Arzttermin nach Cham. Als der Mediziner die Tür öffnete, guckte er nur und sagte: „Servus Ebergruaba.“