Ärger um Mängel auf der Gartenschau in Furth im Wald

Die Idylle auf der Hofer-Insel in Furth im Wald (Landkreis Cham) trügt. Die Grünplaner der Gartenschau haben ihrem Aufsichtsrat und 2. Bürgermeister Michael Mühlbauer eine Mängelliste überreicht, die abgearbeitet werden muss. Das hat nun zu Verwerfungen geführt: Man ist sich nicht mehr grün. Doch das Problem Mühlbauers haben mehrere Auftragnehmer. Auf dem gesamten Gelände wird nun mit Rollrasen nachgebessert.
Ein aktuelles Bild macht die Beziehungskrise sichtbar. Mühlbauer gilt als einer der größten Verfechter der Gartenschau in Furth im Wald. Doch der Gärtnereibetrieb, der inzwischen seinem Sohn gehört, hat von Anfang an ein dreieckiges Grundstück hinter der Gärtnerei verweigert, das in das Areal der Schau hineinragt. Und es ragt ziemlich prominent, dort, wo heute das Drachen-Ei auf dem Spielplatz steht. Auf der gegenüberliegenden Seite des Baches hat der Betrieb später einen Bauzaun errichtet und dort – gut einsehbar – großflächige Werbung aufgehängt. Die hat die Gartenschau nun mit zwei frisch gepflanzten Bäumen unsichtbar gemacht...
Die „interne Sache“
Alles begann damit, dass die Grünplaner der Gartenschau die Durchführung der Pflanzarbeiten auf der Hofer-Insel nicht abgenommen haben. Sie entspreche nicht den Verträgen. Nun gibt es eine Mängelliste. „Das ist eine interne Sache“, sagt Mühlbauer. Intern ist es aber spätestens nicht mehr, seit sich Mühlbauer vor zahlreichen Ohrenzeugen im Stangerl-Wirt über die Kompetenz der Grünplaner der Gartenschau – vorsichtig ausgedrückt – recht negativ ausgelassen hat. Das bestreitet er auf Anfrage unserer Zeitung auch nicht.
Da gibt es keinen Sonderstatus. Für niemanden. Die Mängelliste muss abgearbeitet werden. Und wenn nicht, dann übernimmt das ein anderer und es wird mit dem Vertragspartner abgerechnet.
Sandro Bauer, Further Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Gartenschau
Nun ist es eine unangenehme Sache, wenn der Further Bürgermeister Sandro Bauer als Aufsichtsrats-Vorsitzender der Gartenschau über die Mängelliste seines 2. Bürgermeisters befinden muss, während der als beteiligter Aufsichtsrat vor der Türe draußen auf das Ergebnis wartet. Sandro Bauer versucht, den Ball flach zu halten: „Das gilt für das ganze Gartenschau-Gelände. Es gibt Verträge, wie die Dinge auszuführen sind, und die müssen eingehalten werden.“ Doch Bauer sagt es dann doch deutlicher: „Da gibt es keinen Sonderstatus. Für niemanden. Die Mängelliste muss abgearbeitet werden und wenn nicht, dann übernimmt das ein anderer und es wird mit dem Verursacher abgerechnet.“
Der Aufsichtsrat als Subunternehmer
Doch diese Absicht hat so ihre Tücken. Denn die Gartenschau selbst kann im Zweifelsfall gar nicht mit dem Verursacher selber abrechnen. Die Erklärung führt zunächst zu einer brisanten Frage: Wie kann es überhaupt sein, dass ein Aufsichtsrat der Gartenschau gleichzeitig einen Auftrag annehmen darf? „Darf er nicht“, sagt Vorsitzender Sandro Bauer. Deswegen habe auch sein 2. Bürgermeister den Auftrag nur als Subunternehmer der Kolbeck-Bau bekommen. Der Aufsichtsrat habe deswegen der Geschäftsführung den Auftrag erteilt, mit Kolbeck die ordnungsgemäße Abwicklung des Auftrages sicherzustellen. „Wie die beiden das dann untereinander regeln, ist nicht mehr unsere Sache“, so der Further Bürgermeister.
Michael Mühlbauer erklärt denn auch: „Mein Auftraggeber ist nicht die Gartenschau. Mit denen habe ich nichts zu tun.“ Auf die Frage, ob er denn nicht die Hofer-Insel bepflanzt habe und dort die Gartenschau stattfindet, sagt er: „Das ist nur eine Sache zwischen Kolbeck und mir. Da gibt es eine Mängelliste und die wird abgearbeitet“. Kolbeck selbst hat auf eine Rückrufbitte am Mittwoch nicht geantwortet.
Problem bis zur Eröffnung vertagt?
Bei der Gartenschau-Gesellschaft herrscht seit der Recherche des Bayerwald-Echos Funkstille. Der Zeitpunkt kommt offensichtlich politisch ungelegen. Warum, wird klar, wenn man im Aufsichtsrat nachfragt: Auf dem gesamten Gelände wird umfangreich mit Rollrasen nachgebessert und derzeit ist unklar, wer für dieses Problem die finanziellen Konsequenzen tragen wird.

„Wir lösen unsere Probleme nicht mit Wirtshaus-Debatten“, sagt Gartenschau-Aufsichtsrat Martin Schwarzer aus Konzell. Der Gärtnermeister findet es auch bedauerlich, wenn die Kompetenz der Gartenschau-Geschäftsführung infrage gestellt wird. „Die haben das Problem rechtzeitig erkannt. Nun wird es gelöst. Mit Rollrasen. Das wird Geld kosten, aber das ist kein Betrag im Vergleich zu den Gesamtkosten. Deswegen würde Streit jetzt nichts bringen. Wir machen jetzt fertig und diskutieren das aus, wenn die Gartenschau läuft“, sagt der Gärtnermeister.
Ein großflächiges Problem
Sein Kollege Mühlbauer habe zum Teil zurecht mit Baustellen-Beeinträchtigungen bei den Pflanzungen argumentiert. Aber die Hofer-Insel, so Schwarzer, habe schon besonders schlecht ausgesehen. Die Bäume seien nicht am richtigen Ort gepflanzt, das Gelände anders modelliert worden, das Pflanzsubstrat sei schlecht geeignet gewesen. „Wenn man dann noch zu wenig wässert, dann trägt das alles dazu bei, dass es schlecht wächst.“ Das Problem sei aber großflächig auf dem Gelände vorhanden. Doch Kolbeck ist zuversichtlich: „Wir werden fertig und es wird gut sein!“