Das letzte Sieben-Eck auf der Drachen-Arena in Furth schwebte auf 14,50 Metern Höhe ein

Von Johannes Schiedermeier · 5. Mai 2025 um 13:51

„Ich hab gewusst, dass das passt...“ Dieser Josef Penzkofer hat die Ruhe weg. Gemeinsam mit Architekt Peter Hickl gab er am Montagmorgen Interviews, währen das letzte Puzzleteil in die Krone der neuen Drachen-Arena in Furth gehoben wurde.

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Allenfalls gab es einige prüfende Blicke nach oben, ansonsten hatte der Diplom-Ingenieur für Holztechnik lässig die Hände in den Hosentaschen und ruhte gemeinsam mit seiner Konstruktion in sich.

990 Quadratmeter Außenhaut

Im Hintergrund arbeitet eine Reihe von Spezialisten. Auch an Bildschirmen und 3-D-Simulationen. Die werden nun nach einer Drohnenbefliegung des Bauwerks eine Punktewolke über die Holzkonstruktion legen. Spätestens dann, so Architekt Peter Hickl, wisse man, an welchen der 24 000 Schrauben noch nachgedreht werden muss. Denn das Holz reagiert – auch auf das Einheben des letzten Siebenecks, das übrigens nach nicht einmal einer Viertelstunde nahtlos die Kuppel geschlossen hat.

Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, folgt das Aufziehen der 990 Quadratmeter großen Außenhaut. Die weiße Lkw Plane bringt 990 Kilo auf die Waage. Mit dabei waren bei der Aktion auch Bürgermeister Sandro Bauer und Gartenschau-Geschäftsführerin Claudia Knoll. Die Stadt hat fast 1,4 der insgesamt 3,3 Millionen Euro bezahlt, die das Bauwerk am Ende kostet.

300 Kilo schwer schwebt am Kran am Montagmorgen das letzte Siebeneck ein, und wird von der Zimmermanns-Crew in 14,50 Metern Höhe eingebaut. - Foto: Johannes Schiedermeier

Für eine Ablösung von Stadtturm, Kirche und Fachakademie als Wahrzeichen der Stadt wird es am Ende wohl nicht reichen. Das liegt aber nicht an der Drachen-Arena, sondern an deren Lage im Stadtbild. „Es ist einfach in der Stadt-Silhouette nicht sichtbar“, sagt Bürgermeister Bauer. Er freue sich aber schon auf die ersten Flyer für das Stadtmarketing. „Das wird unbezahlbar!“

Diese Begeisterung teilt der Bürgermeister mit all den Besuchern, die das Bauwerk bei der Prüfung der Gästeführer schon gesehen haben. Und mit Gartenschau-Geschäftsführerin Claudia Knoll. „Das kam ziemlich zum Schluss und ist jetzt eine ganz große Sache“, sagt sie. Auf die Frage, ob er jetzt erleichtert sei, sagt Architekt Hickl: „Erleichtert bin ich am 22. Mai nach der Eröffnung.“ Damit liegt er auf Linie mit Bürgermeister Bauer. Der erklärt es so: „Das ist wie beim Hausbauen: Wenn der Bau steht, gibt es noch eine Menge zu tun.“ So ist das auch im Fall der Arena: Nun werden die notwendigen Container für Technik und Regie aufgebaut. Es wird rundum bepflanzt, die Sitzschalen müssen montiert werden und die Dachhaut muss auf die Kuppel gezogen werden – 990 Quadratmeter in einem Stück. Anfang der zweiten Maiwoche soll das passieren.

Gerade mal acht Wochen ist der Holzbauer Josef Penzkofer mit dem Projekt Drachenarena beschäftigt. Je nach Arbeitsanfall hat er zwei bis fünf mann eingesetzt. Und das Schwierigste daran? Penzkofer lacht: „Man glaubt es nicht: die Baustellen-Organisation. Hier ist unglaublich viel los. Da kann nicht irgendein Gewerk einfach Pause machen. Da musst Du immer wieder wegfahren, wegräumen, vorbei lassen...“

... und passt nahtlos. Der Rest wird durch Nachziehen von etlichen der 24 000 Schrauben ausgeglichen, bevor 990 Quadratmeter Plane in einem Stück aufgezogen werden. - Foto: Johannes Schiedermeier

Die Anfänge des Projekts – da sind sich Architekt und Holzbauer einig – waren schwieriger, als dieses letzte Teil einzusetzen: „Da mussten wir erst einmal herauskriegen, wie die Systematik des Bauwerks sein muss.“

„Das sind zwei Besessene“

„Das sind zwei Besessene – im besten Sinne des Wortes“, sagt Presssprecherin Heidi Wolf. Penzkofer und Hickl grinsen. Und: Sie würden es wieder tun! Im Gegenteil. „Ich würde am liebsten immer so weiter machen“, sagt Architekt Hickl. Und Holzbauer Penzkofer fügt an: „Ich bin dabei. Alles, was interessant ist, mach ich mit!“