Kiloweise Marihuana im Garten – Hippie-Ehepaar aus Regensburg beweist grünen Daumen

Ein Mann und eine Frau bauen rund um ihr Wochenend-Häuschen Unmengen von Gras an. Die über 60-jährigen Regensburger, die wohl ihr gesamtes Umfeld belieferten, sind wegen bewaffneten Drogenhandels angeklagt. Ihnen drohen nicht unter fünf Jahre Gefängnis, wenn es dabei bleibt.
Ein gut situiertes Ehepaar, 61 und 64 Jahre alt, soll kiloweise Drogen im Garten ihres Wochenend-Häuschens angebaut haben. Wer genau im Herbst 2023 den heißen Tipp an die Polizei gab, ist unklar. Fest steht: Die beiden Regensburger hatten wohl einen grünen Daumen – die stattliche Marihuana-Zucht, die die Polizei damals in einem Nachbarlandkreis fand, gelang dem Hippie-Ehepaar unter freiem Himmel. Nun sollen die Senioren dafür bald vor Gericht.
Als eine Polizeistreife nach einer anonymen Anzeige an dem idyllisch gelegenen Wochenend-Grundstück der Senioren ankommt, staunen die Beamten nicht schlecht: Fast völlig offen wachsen da teils stattliche Pflanzen in den Himmel. Die letzte Ernte auf der Plantage, die dann die Polizei übernimmt, ergibt Marihuana im mittleren zweistelligen Kilobereich. Nicht weniger gut soll der darin enthaltene Wirkstoff der Droge gewesen sein– der THC-Gehalt des Stoffs lag laut der Laboranalyse im mittleren Bereich.
Spuren zu potenziellen Abnehmern fehlen der Kripo
Die Aufzucht von Marihuana ist für sich genommen schon alles andere als ein einfaches Unterfangen. Eine solche Plantage unter freiem Himmel zu betreiben und die Pflanzen zum Ertrag zu bringen, „da gehört schon einiges dazu“, sagte ein erfahrener Ermittler. Allein die Menge lasse den Schluss zu, dass die Senioren nicht nur für den Eigengebrauch produzierten. Womöglich versorgten sie Freunde oder enge Bekannte aus ihrem näheren Umfeld. Beweisen aber lässt sich das nicht. Als die Kripo den Fall übernimmt, werden Handys und auch PCs beschlagnahmt. Doch die Auswertung bringt keine Spuren zu potenziellen Abnehmern des offensichtlich umtriebigen Hippie-Ehepaares mit dem grünen Daumen.
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Vor Ort fanden die Beamten einst nur das Gras, nicht aber die Besitzer des Sommerhauses. Die lebten zumindest bis dahin nämlich unbehelligt in Regensburg ein gutbürgerliches Leben, schienen ganz normale Leute zu sein, wie Nachbarn sagen. Der Fund der Polizei auf ihrem Wochenend-Grundstück wird zur Zäsur: Beim Zugriff in Regensburg klicken für die nun 61 Jahre alte Frau und ihren drei Jahre älteren Ehemann nämlich die Handschellen. Die Senioren landen daraufhin sogar in Untersuchungshaft. Zumindest für einige Wochen.

Gut 15 Monate nach der Verhaftung, zu Jahresbeginn 2025, hätte es zum Prozess kommen sollen. Mit über 60 wurde das Hippie-Ehepaar mit dem grünen Daumen für neun Kilo Marihuana (im getrockneten Zustand) angeklagt – vorgeworfen wird ihnen sogar bewaffnetes Handeltreiben mit Cannabis in nicht geringer Menge. Denn auch wenn weder Käufer noch Kunden identifiziert wurden, spricht laut der Staatsanwaltschaft angesichts der im Herbst 2023 sichergestellten Menge alles dafür, dass die Senioren ihr Gras auch verkaufen wollten.
Bringt Waffe das Senioren-Paar für Jahre hinter Gitter?
Doch statt eines Prozesses vor einer großen Strafkammer am Regensburger Landgericht wurden Nachermittlungen angestoßen. Es soll im Wesentlichen um eine einst ebenfalls beschlagnahmte Waffe gehen. Diese hatte zu einer deutlich verschärften Anklage mit nicht unter fünf Jahren Gefängnis geführt. Ob der Fund der Waffe für den Fall eine Rolle spielt, daran haben die Anwälte des Paares offenbar ihre Zweifel. Zum Fall selbst oder auch zu Details wollen sich die beiden Strafverteidiger Johannes Büttner und Jörg Meyer „vor einem Prozess nicht äußern – kein Kommentar“, heißt es auf Nachfrage.
Bis wann ein Ergebnis dieser Nachermittlungen vorliegt, ist aktuell offen. Wenngleich dem Senioren-Pärchen so oder so durchaus empfindliche Strafen drohen dürften.