Felix Neureuther besucht die Landesgartenschau Furth im Wald und stellt Stiftung vor

Felix Neureuther ist auf Werbetour in eigener Sache nach Furth im Wald (Landkreis Cham) auf die Landesgartenschau gekommen. Seine Stiftung will Bewegung fördern, den Schutz für Natur und Umwelt vorantreiben und Familien stärken. Warum das in seinen Augen wichtig ist, hat er im Kurzinterview, vor Kindern und später in der voll besetzten Parkarena vor rund 500 Menschen erklärt.
Der ehemalige Slalomstar präsentiert sich im Gespräch als sympathischer Sportsmann mit wichtiger Botschaft. Seine Stiftung widmet sich unter anderem einem Bewegungs- und Bildungsprogramm mit dem Titel: „Beweg Dich schlau!“ Wie sieht das aus? Neureuther lacht: „Schlau ist, sich überhaupt zu bewegen. Wer sich bewegt, ist schlau.“
Antiquiertes Bildungssystem
Bewegung fördere im Übrigen nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Gesundheit. Wichtig ist ihm dabei der spielerische Aspekt, damit Bewegung auch Spaß macht. Für Neureuther, selbst Vater von vier Kindern, in gewisser Weise verwunderlich, dass man das den Eltern heute sagen muss, obwohl sie es ja eigentlich wissen müssten. Wenn er so erzählt, wie er sich Bewegung vorstellt, wird man das Gefühl nicht los, dass er Kindern heute das beibringen möchte, was frühere Generationen ganz natürlich beim Spielen in der Natur oder einfach mit Freunden gemacht haben. Neureuther nickt: „Ja, das ist auch so.“
Überhaupt ist hier alles schon so grün, das gefällt mir besonders.
Felix Neureuther auf die Frage, ob ihm der Bayerische Wald gefällt
Heute stellen viele Eltern ihre Kids mit Handys ruhig. Soziale Medien und andere digitale Verführer halten sie davon ab, sich zu bewegen. Dieser Umstand trage sicher zur aktuellen Situation bei. Schuld sei aber auch unser antiquiertes Bildungssystem, das viel zu alt ist und zu wenig Wert auf kreative Inhalte, wie Sport, Musik, Werken oder Kunst lege. Ist es dann auch so, dass geschulte Kinder ihren Eltern etwas beibringen können, was die verlernt haben? „Unbedingt.“
Früher, so sagt er mit einem Lächeln, habe er als Spitzensportler immer ein Ziel gebraucht, zum Beispiel die Vorbereitung auf olympische Spiele. Nach seiner aktiven Zeit habe er sich ein neues Ziel gesucht und zwar ein Langfristiges. Er hat sich also nichts weniger vorgenommen, als dazu beizutragen, das Bildungssystem zu reformieren. Nachdem er anfangs versucht hatte, mit Politikern zu reden, merkte er schnell, dass er damit kaum weiterkommt. Also wurde die Stiftung ins Leben gerufen. Weil alles mit allem zusammenhängt und er, wie er später in der Parkarena vor begeistertem Publikum sagt, seinen Kindern eine Welt hinterlassen will, in der sie die Berge und andere Vorzüge, die es in seiner Jugend gab, genießen können, gibt es das Umweltschutzprogramm Naturhelden. Natur. Natur- und Umweltschutz geht uns alle an, jeder kann etwas dafür tun.
Kinder der zweiten Klasse Arnschwang, die zu ihm vorgelassen wurden und ihn mit großen Augen anschauen, haben sich akribisch auf den Termin vorbereitet. Neureuther gelingt es locker, die anfängliche Nervosität der Kinder wegzufegen. Sie fragen ihn, welchen Sport er am liebsten mag? Fußball mag er, Skifahren, aber auch Golf spielen, Rad fahren, eigentlich jeden Sport. Warum denn Sport so wichtig ist?, fragt eines der Kinder. Weil der Körper das, was er als Kind gelernt hat, auch im Erwachsenenalter nicht vergisst. Und wie schützt man die Natur? Da kann wirklich jeder etwas tun, Nicht so lange Wasser laufen oder das Licht brennen lassen, zum Beispiel,oder aber auch Erwachsene darauf hinweisen, wenn sie einfach Müll auf den Boden fallen lassen. Ob es ihm eigentlich im Bayerischen Wald gefällt?, möchte ein Kind wissen. Sehr gut, schon als Kind ist er den Hang am Arber auf Ski ins Tal gefahren. „Überhaupt ist hier alles schon so grün, das gefällt mir besonders.“





Natürlich bekommen die Kinder noch ein Exemplar seines neuen Buches. Auf dem Weg in die Parkarena schreibt er fleißig Autogramme. Das Interesse an ihm ist riesig: Immer mehr Menschen drängen unter das Dach. Längst sind alle Plätze besetzt, viele bleiben stehen. Mehr als 130 000 Kinder, die in rund 2000 Schulen, Vereinen und Einrichtungen besucht wurden, profitieren bereits von dem wissenschaftlich begleiteten Bewegungs-Programm.
Gesunde Erde ist wichtig
Als Familienmensch macht er sich in der Stiftung auch für Familien und die Menschlichkeit stark. „Gesunde Erde, gesunde Kinder “, sagt er. „Ohne eine gesunde Erde, wird es keine gesunden Kindern geben.“ Dann ist der nachdenkliche Teil vorbei: Neureuther holt Kids in die Arena, macht kleine Sportspiele mit ihnen. Viele Eltern auf den Rängen lachen. Die dürfen daraufhin auch eine kleine Sporteinheit mitmachen. Wenn an diesem Tag hängen geblieben ist, dass Bewegung Spaß macht, dann ist schon viel gewonnen.