Obermünsterviertel in Regensburg: Ist der Weg hin zum Wohlfühl-Quartier geebnet?

Eine „neue Wahrnehmung des Raums“ will die Stadt Regensburg den Besuchern und Passanten im Obermünsterviertel vermitteln. Die Zeiten, in denen der Autoverkehr die Oberhand hatte, sollen der Vergangenheit angehören. Der Wohlfühlfaktor und die Steigerung der Aufenthaltsqualität indes stehen oben auf der Tagesordnung. Diesen Eindruck zumindest wollten Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und die städtischen Mitarbeiter bei einer Begehung der Obermünsterstraße nahelegen.
Mehr Grün, weniger Autos und viele neue Sitzplätze – das war am Freitag ihre Botschaft. Sie stellten die frisch umgesetzten Sofortmaßnahmen vor und machten an verschiedenen Stationen des „Reallabors“ Halt.
Obermünsterviertel wird zum Reallabor
Der Name Reallabor soll nun prägend für den Wandel im Viertel sein. „Wir haben genügend Zeit, mit allen, die hier leben, wohnen, arbeiten und feiern, den Raum zusammen zu gestalten“, stellte Maltz-Schwarzfischer die Grundidee vor. Ins Auge fallen vor allem die vielen neuen Sitzgelegenheiten, die sich den Besuchern auch ohne Konsumzwang bieten. Symbolisch nahmen die Stadtchefin sowie Planungs- und Baureferent Florian Plajer auf einer der hölzernen Bänke Platz, um auf die begrünte Verweilmöglichkeit hinzuweisen.
Auch führte ihr Weg zur „Grünen Oase“, die im Sommer kommen soll. Als Nachfolgerin der „Transition“-Oase der gleichnamigen Bewegung soll sie ein Stück weit größer werden als die Ursprungsvariante. Umrahmt ist dieser Platz bereits von Bäumen, die in mobilen Pflanzkübeln empor wachsen. Laut Gartenamt handelt es sich um chinesische Wildbirnen und Linden, die der städtischen Baumschule entstammen. Aus den umliegenden Geschäften haben sich – zur Freude der Oberbürgermeisterin – bereits „Gießpaten“ gefunden, die sich vor ihren Haustüren um die Pflanzen kümmern.
Öffentliche Parkplätze aus der Straße verschwunden
Die öffentlichen Parkplätze sind aus der Obermünsterstraße komplett verschwunden. Im Parkhaus am Petersweg stünden genug Stellplätze zur Verfügung, hieß es. Verblieben sind drei Lieferzonen im Abstand von wenigen Hundert Metern, ansonsten steht die Verkehrsberuhigung klar im Fokus. Wie es das Förderprojekt Regensburg_Next vorsieht, soll der Dialog mit den Nachbarn und Bürgern auch in den kommenden Jahren gepflegt werden, um den Wandel gemeinsam zu gestalten.