Macht der Gewohnheit: Erster Poller im Regensburger Obermünsterviertel umgefahren

Lange Jahre hat es gedauert, bis die Verkehrsberuhigung im Obermünsterviertel in Regensburg in die Tat umgesetzt wurde. Eine Absperrung hingegen war ganz schnell wieder kaputt.
Wenn es um Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Innenstadt geht, sind weite Teile der Politik bemüht, die Leute ja nicht zu überfordern. Die Geschäftswelt zum Beispiel soll Zeit bekommen für den Erkenntnisgewinn, dass Aufenthaltsqualität in der Regel ein besserer Umsatzbringer ist als unablässiger Parksuchverkehr.
Und Anlieger sollen sich langsam mit dem Gedanken vertraut machen können, dass guter Schlaf auch dann möglich ist, wenn das eigene Auto nicht direkt unterm Küchenfenster steht. Wenn’s gar nicht anders geht und sie die 100 bis 150 Euro im Monat entbehren können, haben sie ewig lang Gelegenheit, einen Stellplatz zur Miete zu suchen.
Wie gesagt: Das alles geschieht stets sehr sachte. Zwischen der ersten Ankündigung einer Verkehrsberuhigung und ihrer Umsetzung sind zwei Jahrzehnte bisweilen nichts, siehe Obermünsterviertel. Für manchen Zeitgenossen ist aber selbst das zu schnell. Denn wenn das Navi noch nichts anderes anzeigt und man es seit jeher gewohnt ist, von der Oberen Bachgasse aus in die Obermünsterstraße einzubiegen – ja, dann biegt man halt ab. Wurscht, ob da ein Poller in Signalfarben steht oder nicht.
Der erste dieser Art wurde nach vier Tagen umgemäht. Wie oft das jetzt wohl passiert? Wir werden mitzählen!