Archäologische Funde sorgten für Verzögerung, aber: Kirchplatz-Sanierung ist Ende Juni fertig

Von Oliver Hausladen · 1. Juni 2025 um 05:00

Endspurt auf der Baustelle im Herzen der Stadt: Zwar ist das Ziel, die Sanierung des Rodinger Kirchplatzes bis Ende Mai abzuschließen, nicht ganz zu erreichen. Aber es geht voran, berichtet Architekt Krischan Maier. Ende Juni sollen das neue Pflaster überall verlegt und auch die restlichen Arbeiten weitestgehend abgeschlossen sein. Danach folgt noch die Begrünung.

Hauptgrund für die kurze Verzögerung bis zur Fertigstellung sind die archäologischen Funde, die bei den Bauarbeiten zu Tage traten, erläutert Maier – unter anderem waren drei Skelette darunter. „Wir mussten die Baustelle dann immer einstellen, während die Untersuchungen liefen“, erzählt er.

Langwierige Planungen

Die Planungen für die Sanierung und Modernisierung des Kirchplatzes laufen bereits seit vier Jahren. Unter anderem hatte der Stadtrat im Juli vergangenen Jahres beschlossen, die Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekturbüro Klaus + Salzberger nicht weiterzuführen, sondern stattdessen für die Leistungsphasen vier bis neun das Rodinger Ingenieurbüro Maier zu beauftragen – „um schneller ans Ziel zu kommen“, wie Bürgermeisterin Alexandra Riedl erklärt hatte. Es sei eine sehr gute Lösung gefunden worden, die auch bei den Bürgern Anklang finden werde, ist sie sich sicher.

Der Kirchplatz bekommt unter anderem eine barrierefreie Wegeführung, was nicht nur für Rollstuhlfahrer, sondern etwa auch beim Schieben von Kinderwagen oder der Benutzung von Rollatoren eine große Verbesserung sei. Das bestehende Pflaster wird zum Großteil wiederverwendet, ebenso die alten vorhandenen Platten. Dazu kommen barrierefreie Wege aus einem neuen, geschnittenen Granitpflaster. Die neu gepflasterten Wege sollen als Stiche zu allen Eingängen bei Kirche, Standesamt und Sakristei führen.

Der Weg zur Kapelle ist schon fertig gepflastert. - Foto: Oliver Hausladen

Bei der Beleuchtung bleibt entgegen der vorherigen Planungen ebenso alles mehr oder weniger beim Alten. An zwei Schlüsselstellen könnten neue Leuchten aufgestellt werden. Alles sei mit der Kirchenverwaltung und Stadtpfarrer Matthias Kienberger abgesprochen, erläuterte Riedl.

Kosten liegen bei 300000 Euro

Die Arbeiten wurden für etwa 300 000 Euro brutto an die Firma Weindl aus Arnschwang vergeben. Riedl freute sich, dass der Auftrag im Landkreis Cham bleibt. Die Kosten seien zwar immer noch sehr hoch, allerdings liegen sie weit unter den knapp 700 000 Euro, die schon einmal dafür im Raum gestanden und im Stadtrat große Diskussionen ausgelöst hatten.

Die Stadt rechnet ihm Zuge der Städtebauförderung mit einem Zuschuss in Höhe von 60 Prozent. Auch um diesen nicht zu gefährden, habe die Planung „passen müssen“, betonte Riedl. Es wäre nicht möglich gewesen, etwa den Bauhof in Eigenregie neu pflastern zu lassen.

Zugang gewährleistet

Gestartet wurde mit dem Arbeiten im hinteren Bereich. Der zweite Abschnitt ist das Areal vor dem Haupteingang und der Sakristei unterhalb des Rathauses. Während der Arbeiten war und ist immer der Zugang zur Kirche gewährleistet, wenn Gottesdienste oder andere Veranstaltungen stattfinden.

Stadtpfarrer Kienberger freut sich, dass der Kirchplatz ein neues Gesicht bekommt. Er lobte beim Spatenstich im November die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, mit der die Planungen durchgesprochen worden seien.

Es sei ein guter Plan entwickelt worden, der vor allem auch das Problem der Regenrückhaltung berücksichtige, das bei so einem großen Platz nicht zu unterschätzen sei, hatte Maier erläutert. Zudem werde die Barrierefreiheit hergestellt, ohne dass zu viel am Charakter des Platzes verändert werde.

Im Bereich des Hintereingangs sind die Maßnahmen fast beendet. - Foto: Oliver Hausladen

Kirchengeschichte und Knochenfunde

1649 barocke Kirche erbaut: Die barocke Pfarrkirche St. Pankratius in Roding wurde im Jahr 1649 gebaut.

Grundmauern entdeckt: Die Grundmauern des Baus wurden bei der derzeit laufenden Sanierung des Kirchplatzes im Norden unmittelbar neben dem Kirchturm entdeckt.

Friedhof 1801 verlegt: Die Verlegung des Friedhofs von der Pfarrkirche außerhalb der damaligen Stadtmauern erfolgte 1801 auf Weisung der Landesdirektion.

Abbruch und Neubau: 1959 wurde die barocke Kirche abgebrochen und durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt.

Knochen bei Tiefbauarbeiten aufgetaucht: Nicht unerwartet tauchten bei den Tiefbauarbeiten rund um die Kirche Knochen auf, unter anderem innerhalb der Grundmauern der alten Pfarrkirche ein ganzes Skelett. Früher war es üblich, im Umfeld von Kirchenbauten zu bestatten.

Funde von Experten dokumentiert: Die Funde dokumentierten Experten des Büros ITV mit Sitz in Weiden. Das unversehrte Skelett, entdeckt in etwa eineinhalb Metern Tiefe, ging dann zur weiteren Untersuchung an die Staatssammlung für Anthropologie in München.