Spatenstich nach jahrelanger Planung: Rodinger Kirchplatz bekommt ein neues Gesicht

Von Oliver Hausladen · 12. November 2024 um 15:12

Was lange währt, geht endlich los: Am Dienstagnachmittag fand der Spatenstich für die Sanierung des Rodinger Kirchplatzes statt. Dafür soll es nun schnell gehen: Bis Ende Mai kommenden Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, kündigte Bürgermeisterin Alexandra Riedl an.

Der Rodinger Kirchplatz im Herzen der Stadt soll zu einem Schmuckstück und vor allem barrierefrei werden. Bereits seit vier Jahren laufen entsprechende Planungen, blickte Riedl zurück. „Es ist eine sehr lange Zeit, aber immer, wenn wir dachten, wir wären fertig, kam irgendetwas dazwischen, und wir mussten quasi von vorne anfangen“, sagte die Rathaus-Chefin. Unter anderem hatte der Stadtrat im Juli beschlossen, die Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekturbüro Klaus + Salzberger nicht weiterzuführen, sondern stattdessen für die Leistungsphasen vier bis neun das Rodinger Ingenieurbüro Maier zu beauftragen, „um schneller ans Ziel zu kommen“, so Riedl.

„Gute Lösung gefunden“

Angesichts der langen Zeit sei sie nun umso glücklicher, dass es endlich losgehen könne. „Wir haben eine sehr gute Lösung gefunden, die auch bei den Bürgern Anklang finden wird“, ist sie sich sicher.

Der Kirchplatz bekommt eine barrierefreie Wegeführung, was nicht nur für Rollstuhlfahrer, sondern etwa auch beim Schieben von Kinderwagen oder der Benutzung von Rollatoren eine große Verbesserung sei. Das bestehende Pflaster soll zum Großteil wiederverwendet werden. Vorgesehen ist, „nichts rauszureißen, was funktioniert“, sagte die Bürgermeisterin. „Auch werden die alten vorhandenen Platten wiederverwendet.“ Dazu kommen barrierefreie Wege, aus einem neuen, geschnittenen Granitpflaster. Die neu geplasterten Wege sollen als Stiche zu allen Eingängen bei Kirche, Standesamt und Sakristei führen.

Bei der Beleuchtung bleibe entgegen der vorherigen Planungen ebenso alles mehr oder weniger beim Alten, an zwei Schlüsselstellen könnten neue Leuchten aufgestellt werden. Alles sei mit der Kirchenverwaltung und Stadtpfarrer Matthias Kienberger abgesprochen, erläuterte Riedl.

Kosten: 300000 Euro

Die Arbeiten wurden für etwa 300 000 Euro brutto an die Firma Weindl aus Arnschwang vergeben. Riedl freute sich, dass der Auftrag im Landkreis Cham blieb. Die Kosten seien zwar immer noch sehr hoch, allerdings liegen sie weit unter den knapp 700 000 Euro, die schon einmal dafür im Raum gestanden waren und im Stadtrat große Diskussionen ausgelöst hatten. Die Stadt rechnet ihm Zuge der Städtebauförderung mit einem Zuschuss in Höhe von 60 Prozent. Auch um diesen nicht zu gefährden, habe die Planung „passen müssen“, betonte Riedl, es wäre nicht möglich gewesen, etwa den Bauhof in Eigenregie neu pflastern zu lassen.

Gestartet wird mit dem Arbeiten im hinteren Bereich, der zweite Abschnitt ist das Areal vor dem Haupteingang und der Sakristei unterhalb des Rathauses. Während der Arbeiten sei immer der Zugang zur Kirche gewährleistet, wenn Gottesdienste oder andere Veranstaltungen stattfinden.

Stadtpfarrer Kienberger freute sich ebenfalls, dass die Arbeiten nun starten können und der Kirchplatz ein neues Gesicht bekomme. Er lobte dabei die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, mit der die Planungen durchgesprochen worden seien. Die Geschäftsführerin der Weindl Bau GmbH, Ingrid Weindl, bedankte sich für den Auftrag. Es handle sich um einen sehr wichtigen Platz im Herzen Rodings, sagte sie, ihre Firma werde alles dafür tun, den Zeitplan einzuhalten.

„Charakter nicht verändern“

Auch Architekt Krischan Maier bedankte sich bei der Stadt für das Vertrauen. Es sei ein guter Plan entwickelt worden, der vor allem auch das Problem der Regenrückhaltung, das bei so einem großen Platz nicht zu unterschätzen sei, mitberücksichtige. Zudem werde die Barrierefreiheit hergestellt, ohne dass zu viel am Charakter des Platzes verändert werde.