Kirchplatz-Neugestaltung: Verwunderung über hohe Kosten im Rodinger Stadtrat

Erneut eine rege Diskussion gab es am Donnerstagabend im Stadtrat über die geplante Umgestaltung und Aufwertung des Rodinger Kirchplatzes. Letztlich einigte sich das Gremium bei einer Gegenstimme, trotz der hohen Kostenschätzung von etwa 710000 Euro die Maßnahme zu beschließen und in die Ausschreibung zu gehen. Viel Einsparpotenzial sei nicht mehr vorhanden, ohne die wesentlichen Planungselemente zu beschneiden, sagte Landschaftsarchitektin Sonja Kraus.
Die Planerin vom Architekturbüro Klaus und Salzberger aus Eching erläuterte zunächst noch einmal die Vorhaben. Das bestehende Pflaster soll zum Großteil wiederverwendet werden. Dazu kommen barrierefreie Wege aus einem neuen, geschnittenen Granitpflaster, mit dem sich ältere Menschen oder Personen mit Handicap leichter tun. Die neu geplasterten Wege sollen als Stiche zu allen Eingängen bei Kirche, Standesamt und Sakristei führen. Parkflächen soll es nach den Plänen keine mehr geben, sie werden deshalb auch nicht markiert.
Die Landschaftsarchitektin hatte einige Vorschläge und Ideen aus der vorherigen Stadtratssitzung in die Planungen eingearbeitet. So werde weniger vom neuen Pflaster rund um den Kirchturm verwendet, sondern stattdessen mehr am Haupteingang. Auch das Beleuchtungskonzept wurde überarbeitet, zudem wird nun auf heimische Baumarten beim Grünkonzept gesetzt. Nicht umgesetzt werden nach Bedenken aus dem Gremium Kletterrosen am Standesamt.
Boden sehr schlecht
Dass die Kostenschätzung so hoch ausfalle, führte die Architektin unter anderem darauf zurück, dass ein Bodengutachten sehr schlecht ausgefallen sei. Bis zu einer Tiefe von 75 Zentimetern müsste der Boden ausgetauscht und der alte entsorgt werden.
Weitere Einsparpotenziale aus Sicht der Planerin waren, auf heimischen Granit zu verzichten und stattdessen etwa auch schlesischen zuzulassen. Noch günstiger sei eine Asphaltierung anstatt eines Granitpflasters. Auf den Belagwechsel auf der Rampe zum Rathaus könnte verzichtet werden, ebenso auf die Sanierung der Figur am Pankratius-Brunnen im Norden der Kirche. Eine weitere Möglichkeit sei, auf eine barrierefreie Gestaltung des Abschnitts zur Königsperger Straße hin zu verzichten.
Von den Stadträten kam in der anschließenden Diskussion ein klares „Nein“ zur Asphaltierung der Wege. „Wenn wir schon so viel Geld ausgeben, dann für etwas Gescheites“, sagte Rainer Gleixner. Auch auf heimischen Granit wollen die Gremiumsmitglieder nicht verzichten: „Wir haben heimisches Holz und heimische Bäume und sollten deshalb bei dieser Linie bleiben“, meinte Sebastian Meier.
Geringe Einsparpotenziale
Auch die Sanierung der Pankratius-Figur bleibt in den Plänen erhalten, jedoch wird auf einen Belagwechsel bei der Rampe ebenso verzichtet wie auf die barrierefreie Gestaltung am Abschnitt zur Königsperger Straße. Insgesamt sinken die Kosten damit im Vergleich zur Schätzung der letzten Sitzung (862000 Euro) auf (immer noch stolze) 710000 Euro. Die Stadt rechnet mit einer städtebaulichen Förderung in Höhe von 60 Prozent.
Die Höhe der Kosten für die Größe der Maßnahme sorgte für Verwunderung bei einigen Gremiumsmitgliedern, unter anderem bei Michael Simml. Es handle sich dabei aber um aktuelle und marktübliche Preise, antwortete Kraus. Wenn richtig gespart werden solle, müsse man sich etwa vom Granitpflaster verabschieden oder auf Sitzgelegenheiten verzichten, „dann wird es eine reine Sanierung“.
Keine weitere Verschiebung
Aufgrund der hohen Kosten regte Bürgermeisterin Alexandra Riedl an, die Beschlussfassung noch einmal auf die Januar-Sitzung zu verschieben und nach weiteren Einsparmöglichkeiten zu suchen. Rainer Schwarzfischer sprach sich dagegen aus: „Wir haben nicht mehr den großen Handlungsspielraum, wo wir sparen könnten. Es ist sinnvoller, mit dieser Summe in die Ausschreibung zu gehen und zu hoffen, dass die Angebote günstiger ausfallen.“ Die Stadt solle jetzt handeln, meinte Renate Hecht, „wir müssen da jetzt was machen.“
Mit einer Gegenstimme fällten die Stadträte letztlich den Maßnahmenbeschluss. Die Sanierung des Kirchplatzes wird nun ausgeschrieben, falls möglich soll die Maßnahme im kommenden Jahr durchgeführt werden.
Beschlüsse und Bekanntgaben im Stadtrat
Investitionsplan wird wegen Stabilisierungshilfen überarbeitet: Kämmerer Josef Zwicknagl berichtete, dass ein Schreiben der Regierung bezüglich der Stabilisierungshilfen für die Stadt eingegangen sei. Darin werde eine Verringerung der Gesamtinvestitionen gefordert. Der Investitionsplan der Stadt müsse deshalb in den Haushaltsberatungen entsprechend angepasst werden.
Förderung für Kinderhaus und Feuerwehrhaus: Einstimmig beschlossen wurde, beim Neubau des Kinderhauses und des Feuerwehrgerätehauses in Wetterfeld auf eine „einfache“ KfW-Förderung zu setzen. Eine Förderung nach QNG oder QNG-Plus sei nicht sinnvoll, da diese komplex und unkalkulierbar sei. Außerdem wird eine Holzbauförderung nach der aktuellen Förderrichtlinie BayFHolz beantragt. Diese könnte sich auf etwa 60000 Euro belaufen, schätzte Kämmerer Josef Zwicknagl.
Neuer stellvertretender Standesamts-Leiter: Hauptverwaltungs-Leiter Josef Kaml, der seit dem 6. März zum Standesbeamten ernannt ist, wurde einstimmig mit sofortiger Wirkung zum stellvertretenden Leiter des Rodinger Standesamtes ernannt.
Klage gegen Flussbühnen-Bau abgewiesen: Bürgermeisterin Alexandra Riedl gab bekannt, dass auch die zweite Klage gegen den Bau der Flussbühne endgültig abgewiesen wurde. Die Sache sei damit vom Tisch.