Diskussion im Stadtrat über neue Pläne: Rodinger Kirchplatz soll aufgewertet werden

Der Rodinger Kirchplatz im Herzen der Stadt soll zu einem Schmuckstück werden. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, doch gab es in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend grundsätzlich Zustimmung zu den überarbeiteten Plänen von Landschaftsarchitektin Sonja Kraus, die nun weiter in die Detailarbeit starten kann. Allerdings gab es zu den einzelnen Gestaltungspunkten auch teils rege Diskussionen.
Einen multifunktionalen Kirchplatz möchte Kraus von Architekturbüro Klaus und Salzberger aus Eching nach einem klassischen Konzept gestalten, erläuterte sie. Das bestehende Pflaster soll zum Großteil wiederverwendet werden. Dazu kommen barrierefreie Wege, aus einem neuen, geschnittenen Granitpflaster, mit dem sich ältere Menschen oder Personen mit Handicap leichter tun, sagte die Architektin. Die neu geplasterten Wege sollen als Stiche zu allen Eingängen bei Kirche, Standesamt und Sakristei führen.
Keine Parkflächen mehr
Parkflächen soll es nach den Plänen keine mehr geben, sie werden deshalb auch nicht markiert. Berechtigte Fahrzeuge dürfen aber auf den Platz fahren, es werde auch möglich sein, dass Senioren in der nähe der Kirche aussteigen können, antwortete die Planerin auf entsprechende Nachfragen aus dem Gremium. Es sei etwa möglich, während der Gottesdienst-Zeiten entsprechende Ausnahmen zuzulassen.
Das alte Pflaster werde fast komplett wiederverwendet, allerdings sei bis zu einer Tiefe von 20 bis 30 Zentimetern ein Bodenaustausch nötig, um den Untergrund zu stabilisieren. Dies hätten Untersuchungen ergeben, berichtete Kraus.
Von mehreren Stadträten kam der Vorschlag, weniger vom neuen Pflaster rund um den Kirchturm („Da geht keiner“) zu verwenden, sondern stattdessen mehr am Haupteingang. Kraus will dies nun in die weiteren Planungen einarbeiten. Grundsätzlich zeigten sich die Gremiumsmitglieder aber mit dem zweifachen Pflaster und der Wegegestaltung einverstanden.
Sitzgelegenheiten mit Holzauflage
Insgesamt fünf Sitzgelegenheiten sind über den Platz verteilt vorgesehen. Geplant sind Granitblöcke mit einem Holzbelag, der ein „warmes Sitzgefühl“ ausstrahlen würde, sagte Kraus. Vereinzelt sollen die Bänke auch mit Rücken- und Armlehnen ausgestattet werden.
Aus dem Gremium kam der Vorschlag, Bänke aus Eichenblöcken als Sitzgelegenheiten zu verwenden. Planerisch sei das kein Problem, antwortete Kraus, es würde auch gut passen und sei in der Anschaffung sogar billiger. Doch das Problem komme später, meinte Rainer Schwarzfischer: Nach 15 oder 20 Jahren müsste der Eichenblock wahrscheinlich komplett getauscht werden, Granit dagegen halte ewig. Es sei viel günstiger, dann nur den Holzbelag zu wechseln. Das Gremium einigte sich deshalb darauf, diese Variante weiter zu verfolgen, allerdings soll der Belag entgegen der ursprünglichen Planungen aus heimischen Holz sein.
Saniert werden muss die Figur am Pankratius-Brunnen im Norden der Kirche. Sie wird dann zum Treppenaufgang vom Pfarrhof her versetzt, da der Brunnen schon seit vielen Jahren nicht mehr funktioniert, erläuterte Kraus.
Grün soll den Platz „umschmiegen“
Auch ihr Grünkonzept für den Platz stellte die Planerin vor. Sie möchte das Grün möglichst an den Rand bringen, wo es den Raum „umschmiegen soll“, sagte sie. Dadurch solle genügend Raum für Veranstaltungen bleiben. Es gehe aber insgesamt kein Grünraum verloren, betonte sie. Es müssten Bäume gefällt werden, diese würden aber ersetzt – ob durch heimische Arten oder andere wird sich noch zeigen. Die vorhandenen Grünflächen würden nur leicht umstrukturiert, erläuterte die Landschaftsarchitektin.
Nicht anfreunden konnten sich die Stadträte mit einer geplanten Kletterrose am Standesamt. „Die werden da nichts und es pflegt sie auch keiner“, sprach 3. Bürgermeister und Gärtnermeister Alfred Stuiber Klartext. Die restlichen Gremiumsmitglieder sahen dies genauso, so dass die Rosen in der künftigen Planung keine Rolle mehr spielen werden – ebenso wie eine zusätzliche Beleuchtung, die als nicht zwingend erforderlich gesehen wurde. Eher gelte es, den Bestand zu verbessern.
Die neue Kostenschätzung für die gesamte Maßnahme liegt bei 862000 Euro und ist damit deutlich gestiegen.
Umsetzung 2014 geplant
Bürgermeisterin Alexandra Riedl kündigte allerdings an, dass dies von der Verwaltung noch einmal durchgerechnet werden würde, bevor das Thema wieder im Stadtrat behandelt wird, da im Gegensatz zu den vorherigen Planungen das bestehende Pflaster wiederverwendet werde, was ihrer Meinung eigentlich zu sinkenden Kosten führen sollte.
Umgesetzt werden soll die Baumaßnahme im kommenden Jahr.
Rechnungsprüfungsausschuss: Keine Beanstandungen und Freude über Schuldenabbau
Feststellung und Entlastung: Einstimmig entlastet wurde Bürgermeisterin Alexandra Riedl für den Jahresabschluss 2022. Der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Michael Jobst, hatte dies vorgeschlagen, da es keinerlei Beanstanden gab. Ebenso wurde der Jahresabschluss für 2022 festgesellt.
Zwei Prüfungstage mit der Kämmerei: Der Rechnungsprüfungsausschuss hat an zwei Prüfungstagen den Jahresabschluss der Stadt Roding für das Haushaltsjahr 2022 geprüft. Mit dabei waren die Mitarbeiter der Kämmerei unter der Leitung von Josef Zwicknagl verlassen.
Stichpunktartige Kontrollen: Die Wirtschaftsführung der Stadt Roding im Haushaltsjahr 2022 stichpunktartig einer Kontrolle unterzogen.
Inventur des beweglichen Vermögens der FFW Altenkreith: Außerdem wurde eine Inventur des beweglichen Vermögens der FFW Altenkreith durchgeführt. Es haben sich keinerlei Beanstandungen ergeben, führte Jobst aus.
Finanziell sehr gut gelaufen: Das Jahr 2022 sein finanziell sehr positiv gelaufen, es konnte eine deutlich positive Entwicklung bei den Steuereinnahmen verzeichnet werden. Dies habe zu einer deutlichen Verbesserung des laufenden Ergebnisses gegenüber der Haushaltsplanung geführt.
Dynamischer Verschuldungsgrad deutlich gesunken: Eine Kennzahl griff Jobst heraus: Der dynamische Verschuldungsgrad verdeutlicht die Entschuldungsdauer, das heißt, in wie vielen Jahren es mit den laufenden Mitteln theoretisch möglich wäre, die Verschuldung komplett zu tilgen. Dieser konnte von 11,0 im Jahr 2011 auf 1,04 im Jahr 2022 gesenkt werden. Der Schuldenabbau gehe gut voran, konnte Jobst berichten.