Von Spielplatz bis Personalkosten: Im Nittenauer Stadtrat standen viele Themen an

Von Cornelia Lorenz · 28. Mai 2025 um 19:00

Gute Nachrichten für Nittenauer Kinder: Der Spielplatz neben dem Rathaus soll bald erweitert werden. Erfreulich fiel aus Sicht von Bürgermeister Benjamin Boml (FW) in der Stadtratssitzung am Dienstagabend außerdem der Bericht des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands aus. Dieser hatte die Jahresrechnungen der Stadt von 2019 bis 2022 unter die Lupe genommen.

„Natürlich hat der Prüfer etwas gefunden, das ist ja auch seine Aufgabe. Aber es waren keine so wesentlichen Beanstandungen wie beim letzten Mal“, sagte der Rathauschef – und erinnerte daran, dass es von den Prüfern damals scharfe Kritik am Vertragswerk rund um den Naturfriedhof in Stefling gegeben habe. Bis heute habe die Stadt Nittenau mit diesem Problem zu kämpfen. Derzeit wartet sie auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Regensburg.

Zügig und zeitgerecht

Geschäftsleiterin Marina Brückner erläuterte den Räten in groben Zügen die Ergebnisse des Prüfungsberichts. Die Verwaltung sei gefordert, Beanstandungen „zügig und zeitgerecht“ zu bearbeiten – und sei hier bereits am Abarbeiten. Brückner verwies dabei unter anderem auf das vom Prüfungsverband monierte Defizit bei der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sowie die zu niedrigen Gebühren für die Friedhöfe Nittenau und Fischbach. Hier habe die Stadt bereits reagiert und Ende April Erhöhungen beschlossen.

Natürlich hat der Prüfer etwas gefunden, das ist ja auch seine Aufgabe. Aber es waren keine so wesentlichen Beanstandungen wie beim letzten Mal.

Benjamin Boml, Bürgermeister

Aus Brückners Zusammenfassung ging auch hervor, dass dem Prüfungsverband die Höhe der Personalausgaben ins Auge gefallen sind. Diese hätten im Prüfungszeitraum 19,6 Prozent der Gesamteinnahmen des Verwaltungshaushalts ausgemacht – und seien innerhalb dieser vier Jahre um rund 27 Prozent gewachsen. Laut Prüfungsverband liege man mit diesem Plus über der allgemeinen Personalkostensteigerung – und das sei insbesondere auf einen Anstieg der Mitarbeiterzahl im Rathaus zurückzuführen. In diesem Zusammenhang monierten die Prüfer laut Brückner außerdem für die Jahre 2019 bis 2022 die „außerordentliche Personalfluktuation auf Sachbearbeiter- und Amtsleiterebene“ – und infolgedessen die verzögerte Erledigung von Aufgaben.

Verwaltung soll Vorschläge vorlegen

Die Räte nahmen vom Prüfungsbericht Kenntnis und beauftragten die Verwaltung, zu den einzelnen Aspekten im Prüfungsbericht gegenüber dem Landratsamt Stellung zu nehmen. Außerdem soll die Verwaltung Vorschläge vorlegen, wie die Beanstandungen des Prüfungsverbands beseitigt werden sollen.

Auch zum Spielplatz neben dem Rathaus gab es in der Sitzung einen Beschluss. Er soll erweitert werden. Aus dem Haushalt der Stadt stehen dafür 55 000 Euro zur Verfügung. Geplant ist, neue Spielgeräte anzuschaffen, so dass der Platz künftig für Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren Möglichkeiten zum Toben bietet.

Stadt Nittenau holt Angebote ein

Wie Bürgermeister Boml betonte, sollen sich auf dem Spielplatz künftig auch „ortsspezifische Themen widerspiegeln“, etwa der Regenfluss oder das Nittenauer Stadtmaskottchen, das Gespenst Nittibuh. Einstimmig votierten die Räte dafür, dass die Verwaltung Angebote einholen soll. „Es ist schön, dass etwas gemacht wird. Wir sind schon seit Jahren Verfechter eines richtig attraktiven Spielplatzes für Nittenau“, kommentierte Albert Meierhofer (CSU).

Der Vorschlag von Gunther Stangl (FW), auf der Angerinsel in einem Teilbereich Schotterrasen anzulegen, damit bei größeren Veranstaltungen Autos parken könnten, fand keine Mehrheit. Boml merkte an, dass auf dem Anger ein Park und keine Parkplätze geschaffen werden sollten. Wenn man jetzt Stellplätze anbiete, werde der Aufschrei bei den Bürgern groß sein, wenn man sie nachher wieder entferne.