Wasser, Kanal und Friedhof: In Nittenau steigen bald die Gebühren

So wie in vielen anderen Kommunen müssen sich nun auch die Nittenauer Bürger auf höhere Abgaben einstellen: Der Stadtrat hat am Dienstagabend neue Gebühren für Wasser und Abwasser festgelegt. Auch die Gräber in Nittenau und Fischbach kosten künftig mehr.
Es waren keine guten Nachrichten, die Kommunalberaterin Bettina Radlbeck den Räten mitbrachte. Derzeit kostet der Kubikmeter Wasser in Nittenau noch 1,53 Euro – doch dieser Preis wird bald Geschichte sein. Die fällige Nachkalkulation für die Jahre 2022 bis 2025 habe eine jährlich steigende Unterdeckung ergeben, berichtete die Expertin. Der Fehlbetrag habe sich auf rund 780 300 Euro aufsummiert. Das könne so nicht bleiben, denn bei der Wasserversorgung müssten die Gebühren die Kosten decken, erläuterte Radlbeck.
Doch warum haben die festgesetzten Wassergebühren in den vergangenen vier Jahren nicht gereicht? Radlbeck erklärte die Situation mit deutlich steigenden Betriebskosten bei der Wasserversorgung. Diese hänge unter anderem mit steigenden Strompreisen und Personalkosten zusammen. Zudem sei der Wasserverbrauch in Nittenau geringer ausgefallen als prognostiziert, was zu geringeren Einnahmen als erwartet geführt habe. Nittenau sei hier bei weitem kein Einzelfall. „Überall landauf und landab muss man dieselbe Hiobsbotschaft verkünden“, sagte Radlbeck.
Drei Varianten für Nittenauer Wassergebühren vorgestellt
Die Expertin präsentierte den Räten außerdem drei Varianten, wie die Stadt Nittenau die Wassergebühren ab Januar 2026 kostendeckend gestalten könnte. Am Ende sprach sich die Mehrheit der Räte für die Option aus, die Grundgebühr unverändert zu lassen, dafür aber die Verbrauchsgebühr von derzeit 1,53 Euro pro Kubikmeter auf 2,63 Euro zu erhöhen. Otto Götzer (SPD) beispielsweise vertrat die Meinung, diese Lösung sei am sinnvollsten, weil sie die Bürger zum Wassersparen animiere.
Das sah auch Christoph König (Grüne) so. „Wasser ist ein kostbares Gut. Wir haben die Verantwortung dafür, dass daran gespart wird“, betonte er. Auch die CSU schloss sich dieser Position an. Fraktionssprecher Thomas Hochmuth erklärte, dies sei auch die familienfreundlichste Variante.
Stadt muss kostendeckend arbeiten
Eine andere Meinung vertrat Gunter Stangl (FW). Er mahnte, man müsse auch an die in Nittenau ansässigen Betriebe denken. Deshalb plädierte er für eine Anhebung der Grundgebühr und eine etwas gemäßigtere Erhöhung der Verbrauchsgebühren auf 2,43 Euro pro Kubikmeter. Auch Bürgermeister Benjamin Boml (FW) sprach sich für diese Option aus. Sie belaste weder Familien noch Singlehaushalte oder Wassersparer übermäßig, argumentierte er – fand für seine Meinung am Ende aber keine Mehrheit. Sein Fazit: „Wir kommen nicht darum herum, die Gebühren zu erhöhen, weil wir kostendeckend arbeiten müssen. Aber wenigstens müssen wir unsere Bürger nicht höher belasten als andere Kommunen.“
1,9 Millionen Euro fehlen
Auch bei den Abwassergebühren müssen die Nittenauer künftig mehr bezahlen: Bisher betrug die Einleitungsgebühr pro Kubikmeter 2,21 Euro, ab Januar 2026 sind 4,54 Euro fällig. Hier hatte die Nachkalkulation für die Jahre 2022 bis 2025 ebenfalls eine Unterdeckung ergeben, und zwar in Höhe von 1,9 Millionen Euro.
Anschließend beschäftigten sich die Räte mit den Friedhöfen in Nittenau und Fischbach. Am 1. Juli 2025 tritt eine bereits im Januar beschlossene neue Satzung in Kraft. Wie Kämmerin Katrin Schminke erklärte, habe man eine neue Kalkulation für die Grabnutzungsgebühren erarbeitet. Sie verwies dabei auf getätigte Investitionen auf den Friedhöfen, zum Beispiel auf den rund 110 685 Euro teuren Bau einer Urnenwand in Nittenau und die Kosten von 15 800 Euro für die Urnenstele in Fischbach.
Deutliche Erhöhung am Nittenauer Friedhof
„Im Hinblick auf unsere Haushaltslage sollten wir uns für eine hundertprozentige Kostendeckung entscheiden“, empfahl Bürgermeister Boml – was die Stadträte mehrheitlich ebenso sahen. So wird künftig die Gebühr für ein Einzelgrab in Fischbach von 15 auf 19,38 Euro steigen. Deutlicher fallen die Erhöhungen am Nittenauer Friedhof aus: Hier klettert beispielsweise die Gebühr für ein Einzelgrab von 20 auf 48 Euro.