Angerinsel: Nittenauer brauchen weiter Geduld

„Wir müssen das Filetstück jetzt würzen und anbraten, damit die Nittenauer es endlich genießen können.“ Diese Aussage von Florian Hummel (CSU) fiel im Rahmen einer Stadtratssitzung im April 2021 – und viele Bürger würden sie genauso unterschreiben. Mittlerweile sind fast vier Jahre ins Land gegangen. Können die Nittenauer in Sachen Angerinsel 2025 auf Fortschritte hoffen?
Fakt ist: Der Abbruch der maroden Bestandsgebäude im Bereich der Leitl-Halle und der Konservenfabrik hat bereits begonnen. „Die Maßnahme wird bis spätestens März 2025 abgeschlossen sein“, heißt es dazu aus dem Nittenauer Rathaus. Die Kosten in Höhe von 519.000 Euro seien bewilligt und würden mit einem Satz von 80 Prozent, also 415.000 Euro, gefördert.
Etwas sichtbar Neues wird auf der Angerinsel im Jahr 2025 aber nicht passieren. „Ausschließlich Planungen“ werde es in diesem Zeitraum geben, erklärte Rathaus-Sprecherin Alexandra Oppitz auf Nachfrage der Mittelbayerischen. In Summe werde die Stadt im Jahr 2025 dafür 92.000 Euro in Planungsleistungen investieren.
Naherholung im Fokus
Konkret geht es dabei um die Erstellung eines landschaftspflegerischen Begleitplans für die Angerinsel, eine wasserrechtliche Erlaubnis, eine Bodenuntersuchung für den geplanten Zugang zum Regen sowie die Planungen für einen Kiosk, ein öffentliches WC sowie die Freianlagen.
Laut Stadt soll durch die Umgestaltung die Naherholungsfunktion der Angerinsel gestärkt werden. „Damit ist gemeint, dass die Angerinsel den Charakter eines Parks erhält und sich verschiedene Generationen in ihrer Freizeitgestaltung verwirklichen können“, so Oppitz.
Das Gelände der ehemaligen Konservenfabrik auf der Angerinsel gehört seit 1994 der Stadt. Seitdem war die Frage, was hier entstehen könnte, immer wieder einmal auf der Tagesordnung des Stadtrats gelandet. 2017 schließlich hatte das Gremium entschieden, externe Planer ins Boot zu holen. Es folgten eine EU-weite Ausschreibung und ein Wettbewerb, bei dem die besten Gestaltungsideen für die Insel gesucht wurden.
Als Herzstück des Areals war lange Zeit das umstrittene Haus des Flusses im Gespräch gewesen, für das sich Ex-Bürgermeister Karl Bley (SPD) stark gemacht hatte. Gemeint war damit ein Gebäude mit Tourismusbüro, Veranstaltungsräumen und Ausstellungen zum Thema Fluss. Auch ein Wirtshaus oder Hotel mit Saal war angedacht gewesen.
Von diesen Ideen hatte sich der Stadtrat im April 2021 offiziell verabschiedet. Stattdessen ist seitdem ein Ideen-Mix mit Vorschlägen aus den Fraktionen im Gespräch – mit Biergarten, einer Tribüne oder Terrasse mit Blick zum Regen, einem barrierefreien Erlebnisspielplatz am Wasser, Liegeflächen, einer Boulderwand und einem Bootsverleih. Mit Ausnahme der SPD waren auch alle Stadträte dafür, auf der Angerinsel zunächst keine weiteren Hochbauten zu realisieren.
Jährlich Baukosten in Höhe von 400.000 Euro
Nach Abschluss der 2025 laufenden Planungen soll der erste Bauabschnitt im südlichen und südöstlichen Bereich der Angerinsel im Sommer bzw. Herbst 2026 über die Bühne gehen. Dafür sowie für die Folgejahre habe man jeweils Baukosten in Höhe von rund 400.000 Euro eingeplant, heißt es aus dem Rathaus. Mit dem ersten Bauabschnitt am Anger will die Stadt vor Abschluss des ersten Teils der Hochwasserfreilegung fertig sein. Der zweite Abschnitt auf der Angerinsel komme dann erst später.
Mit welchen Gesamtkosten man im Zuge des Projekts rechnen müsse, könne man derzeit noch nicht öffentlich kommunizieren, sagt Oppitz. „Da man sich noch in einer sehr frühen Planungsphase befindet, ist eine aussage über zu erwartende Kosten unseriös und schlicht unmöglich. Zunächst geht es darum, ein Gesamtkonzept für die Angerinsel zu entwerfen, danach wird konkretisiert.“