So was hat Grenzwinkel noch nicht gesehen: Fulminanter Festabschluss zum 100. der Daberger Wehr

Von Mittelbayerische Zeitung · 28. Mai 2025 um 05:00

„Daberger Nächte sind lang!“ skandieren noch heute hartnäckige Wirtshausbesucher, wenn sie partout den Heimweg nicht antreten wollen. Dass aber Daberger Nächte auch sehr kurz sein können, das werden ab diesem Wochenende nicht Wenige bestätigen; nämlich jene, welche beim Jubelfest der Daberger Feuerwehr nach einer durchgefeierten Nacht am Sonntag bereits wieder um sechs Uhr „auf der Matte“ standen, weil der obligatorische Weckruf anberaumt war. Wie Festmutter, Festbraut und Patenbraut noch dazu in aller Windeseile Top-Frisuren und makelloses Make-up hinbekommen haben, bleibt deren wohlbehütetes Geheimnis.

Im Anschluss an die Einholung der Vereine gönnte sich die Feiergemeinde noch eine kurze Rast im Festzelt, bevor sie sich zum Kirchenzug formierte. Besonders erfreut zeigten sich die Daberger Feuerwehrler, als sie ihre Kameraden aus dem tschechischen Mrakov unter den Festgästen entdeckten. Der Zug führte entlang grüner Birkenbäumchen und prächtig geschmückter Häuserfassaden bis zur Sportgaststätte Bayerwald und retour.

Vor dem frisch renovierten Feuerwehrhaus waren für den Feldgottesdienst ein Altar und zahlreiche Sitzbänke aufgestellt worden. Viele Ehrengäste aus der Feuerwehr-Führungsriege gesellten sich zu den Honoratioren in der ersten Reihe. So waren Kreisbrandrat Michael Stahl, Ehrenkreisbrandrat Johann Weber und Kreisbrandinspektor Mario Bierl ebenso erschienen wie die Kreisbrandmeister Michael Gutscher, Markus Hierstetter und Sebastian Scheuer. Ebenso die Ehre gaben sich Kreisjugendwart Christian Miefanger sowie Inspektionsjugendwart Dennis Malczewski.

Pfarrvikar Thomas K. Samuel zelebrierte die Heilige Messe. Diakon Thomas Bauer bezog sich in seiner Festpredigt auf den Feuerwehrleitspruch „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“. Der Prediger betonte, dass die Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen, auch Gott zur Ehre gereiche. Ferner bemerkte er, dass Vielen heutzutage der heldenhafte Einsatz für den Mitmenschen fremd geworden sei und oft das „Ich“ und nicht das „Miteinander“ gelebt werde. Bezogen auf den Hass, die Hetze und die Missstände, die wie ein Brand durch die Welt züngelten, sei es tröstlich zu wissen, dass es Menschen gebe, die das „Feuer nicht schüren, sondern löschen!“

Ehrenschirmherr Sandro Bauer (v. li.) Ehrenschirmherrin Renate Haaser, Schirmherr Hans-Jürgen Traurig mit Gattin Margarethe - Foto: Nürnberger

Vor dem Schlusssegen hefteten Schirmherr, Festmutter sowie Festbraut ein Erinnerungsband an die Daberger Fahne. Patenbraut Anja Beck zierte die Fahne des Patenvereins aus Schafberg mit einem Band, worauf sich deren Patenbraut Katharina Benner mit einem ebensolchen bei der Daberger Wehr revanchierte. Die Feuerwehren aus Furth im Wald und Grabitz als Ehrenpatenvereine verewigten sich ebenfalls mit einem Fahnenband am Daberger Fahnenmasten. Eine Abordnung des Blasorchesters Furth im Wald verlieh dem Festgottesdienst einen würdigen musikalischen Rahmen.

Festumzug: Für FF Nachwuchs ist gesorgt - Foto: Nürnberger

Die Perlhütter Musikanten spielten im voll besetzten 1500-Mann-Zelt in versierter Manier übers „Mahl“. Gut gestärkt rüsteten sich die Vereine zum Abmarsch für den Festumzug. Annähernd dreißig Vereinsabordnungen, ein halbes Dutzend Musikkapellen, prächtige Pferdegespanne, bezaubernde Festdamen in herrlichen Roben sowie anmutig herausgeputzte Festkinder formierten sich zu einem viele hundert Meter langen Festumzug. Dieser führte am Gasthaus Jelinek vorbei bis zum Anwesen Oschmann und zurück zum Festzelt. Der einsetzende Nieselregen tat weder der Stimmung noch dem Zuschauerandrang Abbruch. Großen Applaus heimsten die bärenstarken Fahnenschwenker ein, die breitbeinig und mit hochrotem Gesicht der Fliehkraft der wehenden Fahnen Einhalt zu gebieten versuchten. Die Partyband „Genial Fatal“ verlangte am Abend bis spät in die Nacht hinein den Besuchern den letzten Rest an Ressourcen in punkto Feierlaune ab.

Impressionen vom Gottesdienst - Foto: Nürnberger