Neue Wochenmärkte in Regensburg und im Landkreis: Kommen genügend Kunden?

Als der Köferinger Wochenmarkt am Donnerstag zum zehnten Mal stattfand, war ein Stand nicht mehr dabei: der von Spyridoula Kagiaoglou. Die Frau, die mit griechischen Spezialitäten handelt, sagt, auf dem Dorfplatz nicht den notwendigen Mindestumsatz machen zu können und appelliert eindringlich an die Kunden sowie deren Verantwortung für den Fortbestand des Marktes.
Auf ihrer Homepage und auch auf Instagram schreibt Kagiaoglou, dass sie sich schweren Herzens dazu durchgerungen habe, den Köferinger Wochenmarkt nicht mehr zu bespielen. Der Grund: Nach der Premiere Ende März sei der Publikumszuspruch bei den Folgeterminen deutlich abgefallen. Sie habe den notwendigen Mindestumsatz nicht erreicht, deswegen müsse sie nun diesen harten Schnitt machen.
Gebt dem Wochenmarkt eine Chance!
Spyridoula Kagiaoglou, betreibt einen Handel für griechische Spezialitäten
Auf Köfering und den zweiten Bürgermeister, Manuel Hagen (Bürgerliste), lässt Kagiaoglou nichts kommen: Selten habe sie eine so für ihren Wochenmarkt brennende, engagierte Kommunalverwaltung erlebt wie in Köfering – explizit verweist sie auf Hagen. An die Köferinger wendet sie sich mit einer Bitte: „Gebt dem Wochenmarkt eine Chance! Nur wenn die Marktbeschicker auch ein Auskommen haben, werden sie weiterhin zu Euch kommen können und das Köferinger Dorfleben mit einem Wochenmarkt bereichern.“ Es reiche nicht aus, zu bummeln, zu schauen und zu flanieren. Damit ein Markt in Gänze überleben kann, müsse dort auch Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst oder Brot eingekauft werden. Das Angebot in Köfering sei vielfältig. „Nutzt es!“, fordert sie die Kunden auf.
Wie steht es also um den Wochenmarkt in Köfering? Steht er auf der Kippe? „Keinesfalls“, beteuert Hagen. Die Bürger haben sich seiner Ansicht nach bereits an den Markt gewöhnt. Er gehöre mittlerweile fest zum Ortsleben und diene sowohl als Einkaufsmöglichkeit als auch als beliebter Treffpunkt. Von den anderen Betreibern habe er durchwegs positive Resonanz bekommen – etwa wegen der Lage und der Infrastruktur oder auch wegen des Kundenkontakts.
Elf regelmäßige Standbetreiber
Aktuell gebe es elf regelmäßige Standbetreiber, sechs weitere kommen im Abstand von drei bis vier Wochen. „Immer wieder treten neue potenzielle Standbetreiber an mich heran, die Interesse daran haben, einen Stand beim Köferinger Wochenmarkt zu betreiben“, berichtet Hagen. Jedoch wolle er keine Konkurrenz zwischen Betreibern mit ähnlichen Angeboten schüren.
Sicher, es sei bedauerlich, wenn ein Standbetreiber entscheidet, sich zurückzuziehen. Auch räumt Hagen ein, dass nach ersten, sehr stark frequentierten Wochen während und kurz nach den Osterferien ein Einbruch bei den Besucherzahlen erkennbar gewesen sei. „Mittlerweile haben sich die Besuchszahlen jedoch wieder etwas gefestigt“, sagt er. Zudem habe Hagen die Rückmeldung von den Standbetreibern bekommen, dass sie derlei Schwankungen auch von anderen Märkten kennen.

Das bestätigt Daniel Frost. Er hat vor drei Jahren den Biomarkt beim Museum der Bayerischen Geschichte etabliert, im März einen weiteren im Gewerbepark in Regensburg gestartet und kennt sich deswegen aus mit Durststrecken, die kurz nach dem Start eines neuen Marktes durchzustehen sind. Der Markt im Gewerbepark sei gut angelaufen. Frost sagt aber auch: „Der Anfang ist holprig. Diese Durststrecke muss man durchstehen, um bei den Kunden bekannt zu werden. Das passiert nicht von Null auf 100.“ Dass ihm ein Beschicker abgesprungen ist, sei Frost noch nicht passiert. Dennoch freue er sich über jeden Stand, den er im Biosegment finden kann. Insgesamt sei er aber guter Dinge, diese Überbrückungszeit im Gewerbepark zu überstehen.
Die kritische Phase ist überwunden“
Sebastian Koch, Bürgermeister in Wenzenbach"
Aber auch in anderen Gemeinden sind die Bürgermeister mit der Etablierung von Wochenmärkten vertraut und wissen um das Fingerspitzengefühl, das es dafür braucht. „Die kritische Phase ist überwunden“, sagt Sebastian Koch (SPD). Der Wenzenbacher Bürgermeister hat vor drei Jahren einen Markt in der Gemeinde eingerichtet. „Einige Betreiber kommen immer und sind zufrieden. Es ist jetzt nicht die Masse an Umsätzen, aber es scheint zu passen“, berichtet er. Zudem gebe es auch hier Gastaussteller. Er spricht von saisonalen Schwankungen. Im Winter und während der Ferien laufe es zäher.
Eine halbe Stunde länger?
In Zeitlarn habe sich der Wochenmarkt laut Bürgermeisterin Andrea Dobsch (FW) nach rund drei Jahren an seinem neuen Standort vor dem Rathaus etabliert. Sowohl im Sommer als auch im Winter erfreue er sich konstanter Beliebtheit. Die Nachfrage aus der Bevölkerung sei konstant gut und auch das Feedback der Standbetreiber positiv. Auch hier werde das Angebot gelegentlich angepasst. Über eine Anpassung denkt Hagen in Köfering ebenfalls schon nach. Er spricht von Überlegungen, den Markt bis 17.30 Uhr zu öffnen und damit eine halbe Stunde länger als bisher.