Abschied in Cham nach 24 Jahren: Ein Kind der Kleinen Gartenschau ist verschwunden

Von Christoph Klöckner · 23. Mai 2025 um 15:00

Er war zuletzt zu einem echten Wackelkandidaten geworden, der Pavillon, der vor 24 Jahren bei der Kleinen Gartenschau in Cham als Treffpunkt und Imbissstation diente. Die Jahre im Freien hatten seine Statik angeknabbert – und bevor er selbst fällt, hat das die Stadt machen lassen. Der Pavillon ist jetzt gefallen – und hat Platz gemacht für einen Nachfolger. Deshalb muss der geplante große Kletterturm noch warten.

Denn auch ein kleiner Pavillon inklusive Abriss seines Vorgängers koste die Stadtkasse schnell eine sechsstellige Summe, wie Bürgermeister Martin Stoiber klar macht. Und da noch nicht entschieden ist, was da kommt – erste Pläne liegen bereits auf dem Tisch Stoibers – steht außer dem „sechsstellig“ noch nichts an Kosten fest.

Modern und mit Licht

Der Nachfolger soll nach dem Willen des Bürgermeisters modern gestaltet sein, im Stil etwa, wie sie bei Gartenschauen zu sehen sind, einen Begegnungspunkt bieten und lichtdurchflutet sein. Überhaupt will Martin Stoiber mehr Licht in das Naherholungsgebiet vor den Stadttoren bringen – auch, um eher ungeliebte Besucher fernzuhalten.

Auch lesenswert: Landesgartenschau mit Festakt eröffnet: Furth im Wald ist jetzt „Hauptstadt der Oberpfalz“

Man denke hier über ein neues Beleuchtungskonzept nach, um ungebetene Gäste, die vor allem kommen, wenn sich die Quadfeldmühle leert, vom Kommen abzuhalten. Es gebe zwar ein Betretungsverbot nach 22 Uhr und auch die Polizei wisse um diese Ecke wie auch um die hinter der Stadthalle, beim Volksfesthäuschen am Volksfestplatz oder der Unterführungsröhre beim Quader. Doch sobald die Polizei dort unterwegs sei, seien die nächtlichen „Gäste“ weg. „Wobei es an der Quadfeldmühle besser geworden ist“, sagt der Bürgermeister.

Zum Schluss war er reichlich ramponiert, der Pavillon auf dem Plateau der Quadfeldmühle. - Foto: S. Karl

Komplett wird aktuell der Plateaubereich, wo vergangene Woche noch der Pavillon stand, neu gestaltet. Gärtnermeister Sebastian Karl vom städtischen Bauhof schaut gerade mit den Plänen in der Hand, wie die Gartenbauer der Firma Premm aus Roding die Quadrate rund um die Bäumchen mit dem Bagger vorsichtig freischaufeln. Die Füllung mit Schotter und Steinen wird ausgekoffert und durch Pflanzerde ersetzt, um am Ende rund um den neuen Pavillon eine grüne Oase mit Staudenbeeten und Heckenbereichen als Windschutz zu haben. „Es wird ähnlich wie die Staudenbeete davor“, sagt Karl.

Interessant zum Thema:Die sechs Brücken für die Landesgartenschau in Furth werden gerade in Cham geboren

Noch dieses Jahr soll dieses Areal komplett und auch der neue Pavillon aufgestellt sein. Hierfür gebe es auch Städtebaumittel der Regierung der Oberpfalz, so Stoiber. Neu dazu kommen auch Radabstellanlagen. Mit dem Pavillon soll es aber in diesem Jahr genug an Invest in das Naherholungsgebiet sein – der im Herbst 2024 verabschiedete große Kletterturm mit Spielanlage für kleinere Kinder ist verschoben worden. Der komme erst 2026.

Die Quadfeldmühle wächst

Dafür geht’s dann womöglich auch an einer anderen Ecke weiter, wo bislang nichts in Sachen Naherholung getan wurde, denn die Stadt hat ein Stück Land neben der Quadfeldmühle kaufen können – das heißt, die Fläche für Freizeit, Spaß und Sport wird mehr. Der erworbene Grund liegt am Ende des Gebiets, hinter dem Bachlauf, der bisher die Quadfeldmühle begrenzte. „Wir wollen das weiter entwickeln“, sagt der Bürgermeister. Derzeit laufe noch die Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt, das die Planung für den Hochwasserschutz von Stadellohe und Quadfeldmühle innehat. Dabei geht es wohl um die Frage, wie das Stück in die Planungen integriert werden kann.

Stadtgärtner Sebastian Karl mit den Plänen für die Umgestaltung, die gerade stattfindet: Es wird grün... - Foto: ck

Was dort hinkommen könnte, dafür hat der Bürgermeister durchaus schon Ideen. Von einer Liegewiese, einem Gewässerspielplatz für Kinder über einen Platz für Hundebesitzer oder eine Pumptrack-Anlage für Jugendliche – es sei vieles möglich – nur eines sicher, so Stoiber: „Es wird schön!“ Nicht ganz aus der Welt ist für ihn weiterhin eine Minigolfanlage mit Bewirtung. Die Bewirtung mit einem Kiosk sei vor einem Jahr ausprobiert worden, habe aber so nicht funktioniert.

In das Gebiet der Quadfeldmühle werde als Naherholungsgebiet mit Wohlfühlcharakter jedenfalls weiter investiert – die Innovation der Kleinen Gartenschau ist auch nach fast 25 Jahren in Bewegung.