Die sechs Brücken für die Landesgartenschau in Furth werden gerade in Cham geboren

„Wir haben dieses Projekt unbedingt haben wollen“, sagt Michael Eck. Weil es zum einen äußerst repräsentativ ist, eine Werbung fürs Unternehmen, aber auch, weil es die Mitarbeiter stolz macht, wenn sie 2025 bei der Landesgartenschau in Furth auf einer der sechs Brücken stehen, die gerade in Cham gebaut werden.
Es sei durchaus herausfordernd, was bis dahin noch zu leisten sei, sagt der Ingenieur, der die Leitung am neuen STRABAG-Standort in Cham-Michelsdorf innehat. Es seien komplizierte Konstrukte, die da entstehen würden, um die Gäste trockenen Fußes über gut einen Kilometer Weg durch die Stadt und das Umland zu bringen.
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Die sechs Brücken, die am Ende von oben wie ein Drachenei ausschauen – so beschreibt es Eck – ins Gelände eingepasst werden, seien ein „Highlight“ für STRABAG – „die stehen noch in 100 Jahren!“ Man habe einige Zeit gesucht, um näher dran zu sein am künftigen Brückenstandort und den Arbeitern weite Anfahrten zu ersparen. Denn die Schweiß-Spezialisten kommen meist aus dem Nachbarland, die hier die angelieferten, massiven Baustahlplatten zur Brücke vereinen. Fündig wurde STRABAG in Michelsdorf, wo der Chamer Franz Weiß ihnen Halle und Fläche vermietet hat.
Der Weg zur Bundesstraße sei nahe, so dass die insgesamt etwa 130 Tonnen schwere Last schnell den Weg nach Furth nehmen könne, so der 41-jährige Eck. Wichtig sei dem Unternehmen auch gewesen, dass hier eine leistungsfähige PV-Anlage auf dem Hallendach thront. „Das war ein Kriterium für den Standort“, so Eck. Denn STRABAG, ein europaweiter Baukonzern mit 70.000 Beschäftigten, will bis 2030 energieautark sein.
Im Industriegebiet Michelsdorf sind 20 Mitarbeiter mit dem Brückenbau beschäftigt, die Firma hat hier neben der Halle Bürocontainer und Sozialräume aufgebaut. Auch, wenn sich das Baugeschäft beruhigt habe, so Eck, suche die Firma noch Bauleiter oder auch Monteure. Zu tun gibt es genug – sechs Brücken müssen gebaut werden, die erste ist im Entstehen.
Und bis zur Eröffnung der Gartenschau im Mai bleibt da eher wenig Zeit, doch Eck ist optimistisch: „Das werden wir schon schaffen!“ Nasse Füße werden die Gartenschau-Gäste also nicht bekommen.
Eine ehemalige Altlastenfläche
Immobilie: Rund 10.000 Quadratmeter umfasst die Gesamtfläche im Industriegebiet Michelsdorf, die Franz Weiß in drei Schritten ab 2006 gekauft hat. Darauf stand bereits ein Teil der großen Halle, die die Firma Reif-Betonbau in den Siebzigern erbaut hat, bevor sie zu machte. Danach war dort ein Schrottplatz untergebracht, der hier viele Altlasten im Boden hinterließ.
Sanierung: Die Fläche war massiv kontaminiert, wurde bis 2017 von Franz Weiß aufwendig saniert. Tausende Baggerstunden und über 500 Lastwagentransporte auf Deponien waren dafür nötig, um die Fläche komplett zu reinigen. Das Gelände sei gut 1,50 Meter höher gewesen, so Franz Weiß, zugemüllt und zugewachsen. Heute ist es begehrtes Industrieland.




