Landesgartenschau-Ausrichter: Was Furth im Wald mit Kirchheim verbindet

Von Alexander Frimberger · 6. April 2024 um 19:00

Die Landesgartenschau Furth im Wald (LGS) startet 2025. In Kirchheim bei München geht es in vier Wochen los. Wie hoch bei den Oberbayern der Adrenalinspiegel ist und welche Parallelen es zu Furth im Wald gibt, hat Pressereferentin Sophia Schreib verraten.

Wenn sich Schreib zurückerinnert, dann wurde die wirklich heiße Phase vor einem Jahr eingeläutet. Am 15. Mai 2023 besuchte Ministerpräsident Markus Söder die knapp 13000 Einwohner starke Gemeinde. „Eigentlich wollten wir da den Parksee fertig präsentieren“, sagt Schreib.

Vieles war nicht fertig

Die 7400 Quadratmeter große Wasserfläche ist das zentrale Element der Kirchheimer Gartenschau. Es gibt Zonen mit Liegewiesen, urbane Abschnitte, an denen das Geschehen im Wasser beobachtet werden kann und Wege rund um den See. Ähnlich wie in Furth im Wald findet die LGS mitten in der Gemeinde statt. „Die Parkanlage mit dem See ist von allen Seiten betretbar“, erklärt die Pressefrau. Doch Schirmherr Söder brauchte zum damaligen Zeitpunkt ein großes Maß an Vorstellungskraft. Die Vorbereitungen waren zwar schon in vollem Gange, eine Wasserfläche und die dazugehörige Infrastruktur mit Pflanzen, Klärsystem und Ähnlichem gab es aber noch nicht.

„Schuld war auch das schlechte Wetter im Mai“, erinnert sich Schreib. Eine enorme logistische Herausforderung für die Planer, die Baufirmen koordinieren und Termine vereinbaren mussten. So durfte der bayerische Landesvater Wasserpflanzen in der Baustelle einsetzen. Nicht anders erging es Umweltminister Thorsten Glauber, der heuer beim inoffiziellen Startschuss „Blick über den Gartenzaun“ nach Furth im Wald geladen war. Auch er kam rund ein Jahr vor dem Start der Gartenschau, auch er musste seinen Baum in die Baustelle pflanzen und auch für die Further LGS-Verantwortlichen war das der offizielle Startschuss für die heiße Phase.

Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Projekten erkennt man auch, wenn Schreib sagt, dass es in ihrer Gemeinde zur LGS das Infrastrukturvorhaben „Kirchheim 2030“ gibt. Bis dahin sollen Kirchheim und der Gemeindeteil Heimstetten über Brücken miteinander verbunden sein, es entsteht ein Bürgersaal, ein neues Rathaus, das Gymnasium wird erweitert, Wohnungen für 3500 Menschen werden gebaut und vieles mehr. „Da ist die Landesgartenschau sowohl Vorteil als auch Nachteil für die Bevölkerung.“ Vorteil, weil im Zuge der LGS in Kirchheim zwar nicht alles, aber vieles fertig werden musste, um sich für die Besucher attraktiv präsentieren zu können. Nachteil, weil die Verkehrssituation teilweise katastrophal war. „Viele Umleitungen waren gar nicht die Schuld der Gartenschau, uns ist aber bewusst, dass die Kirchheimer viel aushalten mussten“, erläutert Schreib und ergänzt, dass es da natürlich einige Kritik gab. „Der Gamechanger war der Zeitpunkt, als sich die Verkehrssituation langsam entspannt hat.“ Unübersehbar sind die Übereinstimmungen mit Furth: Baustellen wie das Amtsgerichtsgebäude, das bis zur Eröffnung am 22. Mai 2025 fertig sein soll, sowie viele Umleitungen und Straßensperrungen sind Beispiele dafür.

Toll findet Schreib, dass sich in Furth im Wald bereits 100 Ehrenamtliche gefunden haben. In Kirchheim sind es jetzt 130. Durch die Decke ist das Interesse für den Posten eines Gästeführers gegangen. 200 Interessierte waren beim Infoabend im November dabei, rund 100 sind es schließlich geworden. „Zu diesem Zeitpunkt haben die Leute gemerkt, dass sich etwas verändert hat, nicht nur Kies und Erde hin- und hergeschoben wurde.“ Es gab erste Luftbilder vom Parksee, Flächen wurden entsiegelt. „Auf der alten Hauptstraße sind die Autos direkt am Jugendzentrum vorbeigedonnert, jetzt ist es dort grün.“

Jetzt sind die Aussteller dran

Außer einigen Schönheitskorrekturen sind die großen Arbeiten rund vier Wochen vor dem offiziellen Startschuss am 15. Mai 2024 soweit abgeschlossen. „Auch die Themengärten sind fast fertig“, freut sich die LGS-Sprecherin. Der Puls beruhigt sich. „Derzeit wuseln die Aussteller über das Gelände. Zur Eröffnungspressekonferenz am 17. April kommt der Umweltminister. Da soll er natürlich auch von dieser Seite was zu sehen bekommen.“

Das Programm steht ebenfalls, 3500 Veranstaltungen sind geplant. Und, ist der Champagner für die interne Party nach der Eröffnung schon kalt gestellt? Schreib lacht und sagt: „Ich hoffe, die Geschäftsleitung hat daran gedacht.“

Beim Besuch des Ministerpräsidenten war der See noch Baustelle. Foto: Kirchheim 2024 GmbH/LRochus