Neuer Anlauf: Das plant die Stadt Regensburg für ihre öffentlichen Toiletten

Wer in Regensburg unterwegs ist, soll es kürzer zur nächsten öffentlichen Toilette haben. So zumindest war das im März 2022 vorgesehen, als sich der Planungsausschuss des Stadtrats ausführlich mit dem Thema beschäftigt hatte. Am Dienstag stand es erneut auf der Tagesordnung – und es wurde klar, dass der Plan von damals so bald nicht aufgeht.
Schon die veranschlagten 24 Millionen Euro reichen bei Weitem nicht. Eine schnelle Verbesserung soll es nur in Einzelfällen geben – über „nette Toiletten“ in Restaurants und Cafés.
Dabei hatte die Stadt vor gut drei Jahren angekündigt, dass bis 2024 Oberer Wöhrd, Donaupark und vier Innenstadt-Standorte mit öffentlichen Toiletten versorgt werden sollen: die Jahninsel, das Donauufer zwischen Steinerner Brücke und Eisernem Steg, der Bismarckplatz und der Grieser Spitz. Ziegetsdorfer Park, Brixenpark, Ostpark und Schwabelweis sollten bis Ende 2025 an der Reihe sein.
Sanierungsbedürftige Toiletten: Schließungen drohen
Davon ist jetzt nur noch vage die Rede. Im Fokus der Beschlussvorlage stehen die stark sanierungsbedürftigen Toilettenanlagen am Neupfarrplatz und am Protzenweiher. „Um eine außerplanmäßige Schließung zu vermeiden, ist zeitnah eine umfassende Kernsanierung oder ein Ersatzneubau erforderlich“, heißt es in der Beschlussvorlage. Das ebenfalls sanierungsbedürftige WC im Stadtpark solle durch einen neuen Systembau an anderer Stelle ersetzt werden. In Planung sei eine Toilette im Ostpark. „Alle weiteren Bedarfsstandorte im Stadtraum werden aktuell mit dem Stadtplanungsamt beziehungsweise in Park- und Grünanlagen mit dem Gartenamt aufgearbeitet beziehungsweise konkretisiert.“ Eine Markterkundung brachte schlechte Nachrichten: Interessierten Unternehmen sei eine „zweckoptimistische Kostenannahme von circa 24 Millionen Euro brutto über einen Zeitraum von 15 Jahren“ für die Planung, den Bau, den Unterhalt und den Betrieb aller öffentlichen Toilettenanlagen kommuniziert worden. Bereits in der ersten Phase des Verfahrens habe ein Anbieter diese Summe allerdings für deutlich zu niedrig gehalten. Aktuell stehen nur Planungsmittel von 47.500 Euro im Investitionsprogramm.
Brücke-Stadtrat Florian Rottke, dessen Fraktion vor drei Monaten die Sanierung der immer wieder geschlossenen Toilette am Neupfarrplatz beantragt hatte, fragte, wann dort mit Besserung zu rechnen sei. Schließlich sei der Sanierungsbedarf bereits 2022 festgehalten worden. „Wir würden uns wünschen, dass wenn so ein Bedarf erkannt wird, dann auch schneller ein solcher Mangel behoben wird, weil es im Alltag doch sehr viele Leute in unangenehme Situationen bringt.“ Auch würde es sich vielleicht lohnen, das Konzept der „netten Toilette“ auszuweiten. Die 35 000 Euro, mit denen die Stadt es bisher fördere, dass Lokale im Stadtzentrum Nicht-Gäste ihre Toiletten gratis nutzen lassen, seien doch „relativ gering“.
Grüne beantragen nette Toiletten in den Stadtteilen
Helene Sigloch, Vize-Fraktionschefin der Grünen, wies darauf hin, dass der Ausschuss 2022 beschlossen habe, die Verwaltung solle prüfen, wie sich das Konzept auch in den Stadtteilen realisieren lasse. „Das ist anscheinend runtergerutscht, dass dieser Auftrag bereits bestanden hat.“ Nun stehe in der Beschlussvorlage nur lapidar, dass die Verwaltung eine Ausdehnung für nicht nötig halte. Sigloch beantragte, nette Toiletten auch in den Stadtteilen anzubieten, und zwar am Burgweintinger Einkaufszentrum Buz, am Rennplatz am Westen und am Theodor-Heuss-Platz in Königswiesen.
Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) antwortete: „Die Verwaltung hat schon geprüft, ob es sinnvoll ist, das auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten.“ Das finde sie nicht sinnvoll. Sie teile die Einschätzung, „dass es in den Stadtteilen maximal punktuell Bedarf gibt“, so die OB. Nun hätten die Grünen aber einen „etwa differenzierteren Antrag“ gestellt, dem die Verwaltung nachkommen könne. Der Ausschuss beschloss einstimmig die Grünen-Forderung in leicht veränderter Form, so soll zunächst die Umsetzbarkeit an den genannten Standorten geprüft werden.
Das Kumpfmühler Kompost-Klo
Experiment: Das Gartenamt betrieb vom 21. April 2023 bis 30. April 2024 probeweise eine Komposttoilette. Diese stand in einer Grünanlage beim Spielplatz an der Ludwig-Thoma-Straße im Kumpfmühl und war dort auch Vandalismus ausgesetzt.
Ergebnis: Die Rückstände aus dem Kompost-Klo landeten der Stadt zufolge im Restmüll, „da aktuell keine zugelassene stoffliche Verwertung möglich ist“. Deshalb sei ein rechtssicherer Betrieb von Trockentoiletten durch die Verwaltung derzeit ausgeschlossen.