Problem-Klo am Regensburger Neupfarrplatz: Lösung ist in Sicht

Von Juliana Ried · 21. Februar 2025 um 05:00

Die Stadt Regensburg will die Toilettenanlage am Neupfarrplatz sanieren – oder gleich neu bauen. Doch ob das die Lösung für das Hauptproblem dort sein wird, muss sich erst herausstellen.

Das „Außer-Betrieb-Schild“ war am Donnerstagnachmittag in der öffentlichen Toilette am Neupfarrplatz wieder im Einsatz, an einer Kabine im Damenklo hing es. Passanten, Marktbeschicker und Besucher von Veranstaltungen stehen hier viel zu oft vor verschlossenen Türen, findet die Brücke-Fraktion im Stadtrat: Sie hatte am Donnerstag das Thema auf die Tagesordnung des Verwaltungsausschusses gebracht. Und ihr Antrag,, „die öffentliche Toilettenanlage am Neupfarrplatz umgehend zu sanieren“, war erfolgreich.

Brücke-Stadtrat Florian Rottke, der neben dem WC einen Kiosk betreibt, sagt: „Der Zustand dieser Toilette ist bereits seit zehn Jahren eigentlich nicht mehr tragbar.“ Es stinke dort „bestialisch“, daran ändere auch Putzen nichts. Bis vor circa eineinhalb Jahren sei die Anlage allerdings noch benutzbar gewesen, nach einem Wechsel des Reinigungsdienstleisters sei sie regelmäßig wegen Verstopfung geschlossen.

Schmutz und Frust bei Gästen

Die Folgen seien „eine sehr hohe Verschmutzung des Stadtraums, Frustration bei Gästen und brenzlige Situationen bei einzelnen“, denn auch für Menschen mit Behinderung, die auf einwandfreie hygienische Zustände angewiesen seien, sei das WC eine Anlaufstelle. Die Brücke wisse, dass die Stadt zumindest die Absicht habe, die Toilette zu sanieren, wolle aber mit dem formellen Antrag die politische Mehrheit hinter das Projekt bringen. Das gelang ihr: Der Verwaltungsausschuss stimmte der Forderung geschlossen zu.

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) hatte zuvor dafür geworben. „Es ist für die Verwaltung gut und schön, wenn sie weiß, dass sie mit einem Projekt die absolute Mehrheit im Stadtrat hinter sich weiß, manchmal sogar den kompletten Stadtrat.“ Zumal es sich um „ein unangenehmes, ein schwieriges Thema“ handle, das nicht leicht zu lösen sei. Die Anlage am Neupfarrplatz zählt zu den öffentlichen Toiletten, die die Stadt bereits vor zwei Jahren als sanierungsbedürftig einstufte. Tobias Renz, Leiter des Amts für Gebäudeservice, berichtete im Ausschuss, entsprechende Planungen für mehrere Vorhaben liefen. Am Neupfarrplatz gebe es vielleicht sogar Bedarf für einen Ersatzbau. Ob die Lösung für das Problem mit den regelmäßig verstopften Toiletten eine Generalsanierung sein werde, müsse sich herausstellen, „da in der Tat das Verhalten der Nutzenden Ursache ist“. Zwischen 14. März und 21. November 2024 sei die Toilette 25-mal verstopft gewesen, etwa mit Unterwäsche und Toilettenpapier. Dass der Dienstleister das selbstständig beseitige, wie es der frühere „hemdsärmlig“ getan habe, könne die Stadt nicht verlangen.

Hilft eine Sanierung gegen das Verstopfungs-Problem?

Einzelstadtrat Christian Janele (Christlich-Soziale Bürger) hinterfragte, ob dann eine neue Toilette überhaupt etwas bringe. Rottke wiederum zeigte sich überzeugt: „Es gibt schon Möglichkeiten, baulich darauf zu reagieren, dass dort Dinge entsorgt werden.“ Zudem handle es sich auch um ein soziales Thema. Die Toilette sei als einzige 24-Stunden-Anlage für viele Leute der einzige Zugang zu fließendem Wasser, um sich zu waschen. Man müsse darüber nachdenken, ob man den 24-Stunden-Betrieb an diesem Standort aufrechterhalten könne oder für die Leute, die dort ihre Unterwäsche hinterlassen, andere Angebote schaffe.

Grünen-Fraktionschef Daniel Gaittet bekräftigte vor der Abstimmung: „Es ist unzweifelhaft, dass man da etwas tun muss.“