Zecken-Saison: Gesundheitsamt Regensburg registriert erste Fälle von FSME und Borreliose

Von Marius Göhl · 21. Mai 2025 um 05:00

Beim Spielen, beim Wandern oder einfach im eigenen Garten: Sie lauern im Grünen auf ihre Chance. Die Zecken sind wieder unterwegs. Die Saison ist bereits gestartet. Erste Erkrankungsfälle an FSME und Lyme-Borreliose sind dem Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Regensburg bereits bekannt. Tendenz steigend.

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Die Gefahr von Zecken lauert überall – vor allem aber im hohen Gras, Unterholz und Gebüsch. Wenn man in diesen Gebieten unterwegs ist, sollte man laut Dr. med. Bernhard Edenharter, dem leitenden Medizinaldirektor des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Regensburg, provisorisch zumindest helle, langärmlige Kleidung und festes Schuhwerk tragen.

Außerdem rät das Robert-Koch-Institut zu Repellentien wie Akaraziden (Mittel zur Bekämpfung von Milben und Zecken), die man auf der Haut und der Kleidung auftragen solle. Der Schutz dieser Abwehrmittel sei allerdings zeitlich begrenzt.

Der ganze Körper als Wirt

Zu den bevorzugten Saugstellen der Zecken gehören der Kopf, besonders der Haaransatz, der Hals, Achseln, Kniekehlen, der Bauchnabel und der Genitalbereich. Doch nicht nur diese Stellen solle man laut Edenharter nach einem Aufenthalt im Freien absuchen. Denn der ganze menschliche Körper kann den Zecken als Wirt dienen.

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In Stadt und Landkreis nehmen die Meldezahlen an zeckenübertragenen Erkrankungen zu. Aus dem vergangenen Jahr sind dem Gesundheitsamt 15 FSME- und 191 Borreliosefälle bekannt. „Dem allgemeinen Trend folgend, erwarten wir ein Jahr mit hohen beziehungsweise steigenden Meldezahlen“, sagt Edenharter.

Die FSME-Viren übertragen die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis, die hauptsächlich im süddeutschen Raum verbreitet ist. Borreliose wird durch Borrelien übertragen. Dabei können sich kreisförmige Rötungen um den Zeckenstich bilden.

Regensburg zählt als FSME-Risikogebiet

Laut dem RKI zählen Stadt und Landkreis Regensburg zu FSME-Risikogebieten. Deshalb rät Edenharter auch dazu, den FSME-Impfstatus beim Hausarzt überprüfen und gegebenenfalls auffrischen zu lassen.

Vor allem milde Winter und steigende Temperaturen im Rahmen des Klimawandels würden die Ausbreitung von Zecken begünstigen, sagt der Mediziner. Trockene Sommer hingegen schaden den Blutsaugern eher. Daher sei die Gefahr für einen Zeckenstich im Frühling und Herbst besonders hoch.

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Richtig gehört: Stich – denn der biologische Mechanismus, mit dem die Zecke bei Tieren und Menschen Blut entnimmt, komme laut dem RKI eher einem „Stechen“ als einem „Beißen“ nahe.

Mit Pinzette entfernen

Doch wie sollte man handeln, wenn man eine Zecke entdeckt? Solange sich der Parasit noch auf der Kleidung befindet, soll man die Zecke von dem Kleidungsstück entfernen und mit einem Gegenstand zerdrücken, sagt Edenharter. Wenn eine Zecke bereits zugestochen hat, empfiehlt der Mediziner, den Blutsauger mit einer spitzen Pinzette nah an der Haut durch langsames Ziehen zu entfernen. Den Körper der Zecke solle man dabei nicht quetschen.

Anschließend rät Edenharter zur Hautdesinfektion. Sollten im Nachgang des Stichs Krankheitssymptome wie kreisförmige Rötung um den betroffenen Stich (Borreliose), Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen auftreten, empfiehlt das RKI den Gang zum Arzt. Tiere können ebenso von Zecken befallen werden. Auch bei ihnen gilt, den Körper nach einem Aufenthalt im Grünen nach den Parasiten abzusuchen.

In Deutschland verbreitet

• Arten: Deutschlandweit gibt es ungefähr 20 Zeckenarten. Die am häufigsten vorkommende Zeckenart ist der gemeine Holzbock (Ixodes rincinius).

• Der gemeine Holzbock: Diese Zeckenart ist besonders verbreitet. Sie kann Krankheitserreger wie Borrelien, FSME-Viren und Anaplasmen auf den Menschen übertragen.

• Die Auwaldzecke: Zu Stichen durch die Auwaldzecke kommt es in Deutschland äußerst selten. Dennoch wurde die Auwaldzecke bereits im Umkreis von Regensburg gefunden.