Überraschung bei Arbeiten in der Breite Straße in Schwandorf: Skelett-Fund gibt Rätsel auf

Von Philipp Breu · 19. Mai 2025 um 17:00

Schlummert im Untergrund der Breite Straße in Schwandorf eine mittelalterliche Grabstätte? Das gilt es nun herauszufinden. Am vergangenen Donnerstag sind Archäologen hier auf ein menschliches Skelett gestoßen. Die Untersuchungen in der Schwandorfer Innenstadt laufen. Das könnte auch den Zeitplan für die eigentliche Baumaßnahme gehörig durcheinanderwirbeln.

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Seit Wochen werden an der Breite Straße alte Wasserrohre erneuert und Fernwärmeleitungen verlegt. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Maßnahme Ende November oder Anfang Dezember abgeschlossen sein. Dass es aber durchaus zu Verzögerungen kommen kann, hat Stefan Trettenbach, Werkleiter der Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS) bereits bei der Vorstellung der Maßnahme im Februar angekündigt.

Knochen stammen wohl aus dem Mittelalter

Denn wie bei Bauarbeiten in der Schwandorfer Innenstadt üblich, werden auch die Maßnahmen in der Breite Straße archäologisch begleitet. Und der erste Fund ließ nicht lange auf sich warten. Ende vergangener Woche stießen Archäologen auf Höhe des Second-Hand-Kleiderladens Emma auf ein Skelett.

Mitarbeiter der Grabungsfirma ArchDienst haben die Knochen mittlerweile freigelegt. Bei dem Skelett handelt es sich um menschliche Überreste. Diese stammen wohl aus dem Mittelalter, wie Archäologin Amina Muscalu am Montagvormittag vor Ort erklärte. „Ob frühes oder spätes Mittelalter, können wir bisher noch nicht sagen“, schilderte Muscalu. Der Leichnam, so zeigen es die Spuren vor Ort, sei seinerzeit wohl in einem Sarg begraben worden.

„Ob frühes oder spätes Mittelalter, können wir bisher noch nicht sagen.“

Amina Muscalu, Archäologin

Das Skelett war aber nicht der einzige Fund in der Breite Straße. Nur wenige Meter neben den menschlichen Überresten stieß das Team vermutlich auf ein weiteres Grab. „Dieses wurde durch die alten Wasserleitungen aber so zerstört, dass wir das nicht zu 100 Prozent sagen können“, erklärt Muscalu. Außerdem tauchten bei Aushubarbeiten für die Fernwärmehausanschlüsse Mauerreste aus Sandstein auf. Ob diese mit dem Grab zusammenhängen, ist noch unklar.

Überreste sollen in München untersucht werden

Die archäologischen Arbeiten in den nächsten Tagen werden weiter Licht ins Dunkel bringen. Dazu sollen auch die Knochen geborgen und zur weiteren Untersuchung nach München ins Bayerische Landesamt für Denkmalpflege gebracht werden. „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir in der Breite Straße noch mehr finden werden“, so Muscalu.

Welche Auswirkungen die neuesten Entdeckungen auf den Zeitplan der eigentlichen Arbeiten in der Breite Straße haben werden, kann die Stadt Schwandorf noch nicht beantworten. Die weitere Vorgehensweise wird laut der stellvertretenden Pressesprecherin Lara Schmaus bei einem Vor-Ort-Termin besprochen, an dem neben den verantwortlichen Kollegen der Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung sowie der Stadtplanung auch Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege anwesend sein werden.

Hinsichtlich des Schwandorfer Bürgerfests, das heuer vom 11. bis 13. Juli in der Innenstadt stattfinden wird, kann Lara Schmaus schon jetzt Entwarnung geben. Die Arbeiten an der Breite Straße – in der Vergangenheit einer von sieben Musikspielorten – werden keine Auswirkungen auf den Ablauf des Events haben.