Im Gewerbegebiet Arnschwang brummt es: Bürgermeister begrüßt beim Gewerbetag Verkehrsminister Bernreiter

Von Alexander Frimberger · 19. Mai 2025 um 11:00

Ein Blick ins Ausstellerverzeichnis verrät es: 29 Betriebe haben sich am Sonntag am Arnschwanger Gewerbetag beteiligt. Für Bürgermeister Michael Multerer war die Schau nach eigenen Worten ein Überraschungspaket, weil man seitens der Gemeinde nicht genau wusste, wie es werden würde. Schon nach dem Startschuss war klar: Es wurde ein Erfolg, von dem sich auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter im Rahmen einer Stippvisite vor Ort überzeugen konnte.

Schon am frühen Vormittag tummelten sich die Besucher auf den verschiedenen Firmengeländen im Gewerbegebiet, aber auch im Ortszentrum. Im Festzelt gab es Weißwürste und andere Spezialitäten. Die Blaskapelle Pfeffer sorgte für den musikalischen Rahmen, machte dann eine Pause, damit Multerer das Mikrofon übernehmen konnte.

Mutige Entscheidungen

Der Arnschwanger Rathauschef begrüßte zunächst seine Ehrengäste, unter anderem Bernreiter, den Landtagsabgeordneten Dr. Gerhard Hopp sowie Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler und sagte dann: „Die Idee für diese Gewerbeschau ist im Lauf des Jahres 2024 entstanden, weil sich in unserer 2000-Einwohner-Kommune in den letzten Jahren so viel entwickelt hat.“ Er sprach von Glück für Arnschwang, dass es gelungen sei, Grundstücke für ein Gewerbegebiet vor den Toren der Gemeinde zu erwerben. Das sei heute nicht mehr selbstverständlich. Sein Dank galt in diesem Zusammenhang auch den Unternehmen, die Grundstücke nur in den Größen gekauft hätten, die sie auch wirklich benötigen. Das habe dazu geführt, dass in den vergangenen sieben Jahren zwölf Unternehmen den Weg ins Gewerbegebiet gefunden hätten.

„Eines davon feiert heute Eröffnung“, freute sich Multerer, der betonte: „Wir haben keine Firmen abgeworben, es gab keine Erstkontakte meinerseits.“ Das Verhältnis zu allen Bürgermeistern sei gut. Er wollte den Erfolg auch nicht auf Arnschwang beschränkt wissen. Schließlich sei es ein Vorteil für alle im Landkreis, wenn die Unternehmen in der Region bleiben und nicht abwandern. „Das ist gelebte Kommunalpolitik.“ Die Wirtschaft sei die Grundlage des erarbeiteten Wohlstands in Deutschland. „Die Kommunen und deren Verantwortliche haben eine tragende Funktion bei der Entwicklung unserer Heimat“, so sein Credo. Alles was hier geschaffen wurde, gründe auf mutigen Entscheidungen der Kommunalpolitik und dem sehr gutem Zusammenspiel von Kommunen, Landkreis, Land und Bundespolitik.

In diesem Zusammenhang übte er deutliche Kritik an politischen Gruppierungen, die Politiker als Lügner und Kreistagsmitglieder als Ja-Sager verunglimpfen. Aber: Alles schlecht zu reden, keine eigenen Diskussionsbeiträge zu liefern und sich nicht an Entscheidungsfindungen zu beteiligen, trage nicht zur Lösung von Problemen bei. Im Gegenteil: „Wer glaubt, man kann so in der Kommunalpolitik etwas für unsere Gemeinden und den Landkreis tun, der ist auf dem Holzweg. Der stiftet nichts außer Unzufriedenheit bis tief in die Gesellschaft. Völlig ohne Skrupel werden hier Ängste geschürt.“

An Bernreiter gerichtet drängte Multerer auf eine beschleunigte Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Prag. Es gehe nicht darum Landkreisbürger möglichst schnell zum Flughafen zu befördern, sondern darum, die Regionen zu vernetzen und Menschen zur Arbeit oder an die Universität und wieder nach Hause zu bringen.

Landkreis Cham ist Paradebeispiel für Aufstieg Ostbayerns

„Der Landkreis Cham ist immer schon ein Paradebeispiel für den Aufstieg Ostbayerns“, rief Bernreiter den Zuhörern im Festzelt zu. Man habe glänzende Zeiten erlebt, jetzt müsse man dafür kämpfen, dass es so bleibt. Das A und O sei dabei eine florierende Wirtschaft, weil der Staat ansonsten seine Aufgaben nicht übernehmen könne. Als Verkehrsminister stehe er dafür, dass die vom Bund geplanten 400 Milliarden Investitionen in die Infrastruktur unter anderem in das Schienennetz und in den Bau von Bayerns Straßen fließen. Als Beispiel nannte er die Fortführung der Bundesstraße 20 bei Straubing, so wie die von Multerer angesprochene Bahnlinie. Es sei nicht zu erklären, dass Tschechien von Prag aus einen Hochgeschwindigkeitszug einsetze und „wir diesen dann mit zwei Dieselloks an der Grenze abholen.“ Der ehemalige Deggendorfer Landrat versprach als „Fastnachbar“, den Landkreis Cham weiterhin gut zu unterstützen.

Rattenfänger im Zaum halten

Auch Löffler zeigte sich beeindruckt, von Geschwindigkeit und Einsatz seiner Landkreisgemeinde: „In der Gemeinde Arnschwang sprechen die Taten deutlich für sich.“ Wenn Unternehmen sagen, hier vor Ort trauen wir uns, dann sei das kommunale Wirtschaftspolitik par excellence. Behördliche Formalitäten, Naturschutz, alles wurde in kürzester Zeit abgewickelt ohne etwas unter den Tisch zu kehren. Der Erfolg sei sichtbar, da der Landkreis Cham in Bezug auf die Arbeitslosenzahlen herausrage. Er zeigte sich für die Zukunft zuversichtlich und betonte wie Multerer, es müsse gelingen, die Rattenfänger von links und rechts im Zaum zu halten, „die meinen, sie müssten uns die Welt erklären.“