Zwei Further Firmengründer zeigen, wie man ein Unternehmen schnell nach vorne bringt

Mit einer Serviceoffensive dem Onlinehandel und der Wegwerfgesellschaft die Stirn bieten und gebrauchte Trachtenmode aufpimpen – zwei Geschäftsmodelle, die sich in Furth im Wald (Landkreis Cham) innerhalb kürzester Zeit etabliert haben.
„Es ist schon eine kleine Sensation“, zeigte sich Landrat Franz Löffler am Eröffnungsabend von EP Schneider am neuen Standort Aufelder beeindruckt. Was er damit meint: Innerhalb von zwei Jahren hat sich das Unternehmen von der Geschäftsgründung hin zu einem Elektronikmarkt auf 600 Quadratmetern hochgearbeitet. Das ist um so bemerkenswerter, als Friedrich Sobol, Vorstand der Handelsgruppe EP, an diesem Abend sagt: Normalerweise benötigte ein Händler rund 15 Jahre, um sich auf diese Größe zu bringen.
Anfangs alles selbst gemacht
Löffler sah im Beispiel von Tanja und Heinz Schneider auch einen Beleg dafür, wie es in Zukunft in Deutschland weitergehen kann: „Wir müssen aus der Rezession rauskommen, und wir kommen raus, weil es Leute gibt wie Sie, die auch in schwierigen Zeiten anpacken.“
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Löffler und im Anschluss auch Bürgermeister Sandro Bauer hoben heraus, dass sich das Unternehmerehepaar von seinen Mitkonkurrenten, egal ob im Bereich online oder auch gegenüber standortgeführten Betrieben entscheidend abhebt. „Ich halte es für extrem wichtig, dass Sie eine Werkstatt haben“, sagte Löffler. „Ihr habt einfach das Dienstleistungsgen“, sagte Bauer und ergänzte: „Rückblickend betrachtet muss man feststellen, Ihr seid ein Glücksfall für Furth im Wald.“
Rückblickend betrachtet muss man feststellen, Ihr seid ein Glücksfall für Furth im Wald.
Furths Bürgermeister Sandro Bauer über Sandro Bauer über Tanja und Heinz Schneider
Ihren Werdegang beschrieben Tanja und Heinz Schneider in einer launigen Ansprache. Demnach hatte der gebürtige Niederbayer zunächst die Idee, sich selbständig zu machen, was seine Tanja kategorisch ablehnte. Irgendwann habe er sie weichgekocht. Bei einer Radtour in Tanjas Heimatstadt Furth im Wald habe man den Laden im Stadtzentrum entdeckt. Zunächst sollte in der Mondscheinstraße ein kleiner Telekommunikationsladen entstehen. Schnell wurde daraus mehr bis hin zum elektronischen Vollsortimenter. „Wir haben am Anfang alles selber gemacht“, so Tanja Schneider: Renovierung, Einrichtung, Beratung und Auslieferung. Schnell wurde klar, dass vor allem für Großgeräte der Platz zu klein wurde. Innerhalb von nur acht Monaten wurde schließlich die neue Zentrale errichtet. „Auch ein Beleg für die Leistungsfähigkeit unserer heimischen Firmen“, wie Furths Rathauschef findet.
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Ein weiteres Beispiel für erfolgreichen Erfinderreichtum und Erfolg durch Zielstrebigkeit hat das junge Unternehmen mit dem sperrigen Namen „Quadrudl“ hingelegt. Erst im Januar 2024 haben eine Mama und ihre beiden Töchter ein Start-up gegründet. Maxi Schillitz, Lena Nürnberger und Karin Altmann hatten die Idee, gebrauchte Dirndl zu reparieren, ihnen eine persönliche Note und so ein zweites Leben einzuhauchen (wir berichteten). Der Nachhaltigkeitsgedanke und der günstige Preis waren von Anfang an zwei Triebfedern für die Gründerinnen.

Aus dem Stand kamen die drei Jungunternehmerinnen auf die Erfolgs- und wechselten ebenso schnell auf die Überholspur. Nach einer äußerst gelungenen Probephase in einem Pop-up-Store in Bad Kötzting machen Mutter und Töchter jetzt Nägel mit Köpfen und eröffnen in den Räumlichkeiten des ehemaligen Spielwaren Wagner ein Geschäft. „Für ganz“, wie Schillitz bestätigt. Aus der Umgestaltung von Dirndl – rund zweihundert hängen ständig im Laden – ist schnell mehr geworden. Inzwischen gibt es auch Herren- und Kindermode, Hüte und andere Accessoires.
Am Samstag ist Modenschau
Was die drei Frauen auch auszeichnet. Sie sind Familienmenschen und Mütter aus Leidenschaft. Kinder wuseln häufig durch den Raum: Klar, dass es eine große Spielecke gibt. Geöffnet haben die drei Frauen, die alles selber machen, wochentags von zehn bis 17 Uhr und an Samstagen bis 14 Uhr. Für alle Trachtenbegeisterten, die sich ein Bild machen wollen: Am Samstag, 17. Mai, findet ab 14 Uhr eine Modenschau statt.