Mit Todesrad und Dromedaren: Circus Karl Altoff Köllner feiert Premiere in Cham

Von Nils Mayer · 14. Mai 2025 um 19:00

Reges Treiben am Parkplatz direkt neben dem Chamer Volksfestplatz: Dort laufen noch die letzten Arbeiten für den Circus Karl Altoff Köllner, der am Donnerstag seine Premiere in Cham feiert. Beim Zirkusbesuch erwartet die Besucher ein Mix aus Artisteneinlagen und Tiershows, verspricht Zirkusdirektorin Liane Weisheit-Köllner.

Schon seit Montag laufen die Aufbauarbeiten, auch wenn der Beginn etwas holprig verlief: „Es war ein großes Stück Arbeit, die Genehmigung in Cham zu bekommen, aber schlussendlich hat alles geklappt“, erzählt Weisheit-Köllner.

Doch jetzt sei der Zirkus wieder voll im Zeitplan und könne pünktlich am Donnerstag um 16 Uhr seine Premiere in Cham feiern. „Wir sind das allererste Mal hier und freuen uns auf jeden Besucher“, sagt die Zirkusdirektorin.

Ein Familienbetrieb

Der Zirkus ist laut ihr ein Familienbetrieb in der achten Generation. Das zeigt sich auch beim Aufbau. Ihr Sohn, der 23-jährige Leroy, hilft tatkräftig mit, die Tribüne fertigzustellen. „Rund 500 Leute haben dann im Zelt Platz“, verrät er.

Bei den Vorbereitungen mitzuhelfen, sei für den 23-Jährigen selbstverständlich. Auch er habe als Jongleur einen eigenen Auftritt bei der Zirkusshow. Damit ist er einer von insgesamt zehn Darstellern, erklärt er.

Auch Ziegen und Pferde sind Teil der Zirkusshow und gehören laut Zirkusdirektorin zur Familie mit dazu. - Foto: Nils Mayer

Zurzeit ist der Zirkus laut Direktorin Weisheit-Köllner auf Bayerntour unterwegs. „Deshalb machen wir natürlich auch in Cham halt“, so Weisheit-Köllner.

Die Besucher erwarte ein vielfältiges Programm. „Jede Vorstellung wird ein Highlight, und Langeweile wird sicher nicht aufkommen“, meint die Zirkusdirektorin. Das liegt laut ihr vor allem an der spektakulären Akrobatik und den vielen Tieren. „Für Adrenalin sorgt unser Todesrad, da werden die Leute wirklich die Luft anhalten“, verspricht sie.

Doch auch eine Reihe von Tieren gibt es in dem Zirkus zu bestaunen. Die Liste ist lang: „Dromedare, Esel, Ziegen, Pferde, und sogar eine Katzenshow wird es diesmal geben“, so Weisheit-Köllner. Über Letzteres wolle sie aber noch nicht zu viel verraten, dabei handle es sich nämlich um einen „echten Überraschungsauftritt“. Vor allem bei Kindern seien die Auftritte der Tiere beliebt: „Wenn die Kleinen so einen meterhohen Dromedar in echt sehen, dann sind die begeistert“, berichtet die Zirkusdirektorin.

Aber auch für Erwachsene seien die Auftritte gedacht. „Wir sind ein Zirkus für alle“, betont Weisheit-Köllner.

Auch die Zirkusdirektorin kriegt nach eigenen Worten die Diskussionen rund um das Tierwohl bei Zirkusauftritten mit. Anschuldigungen jeglicher Art wolle sie sich aber nicht gefallen lassen: „Wir halten uns an alle denkbaren Standards. Wer uns nicht glaubt, kann jederzeit vorbeikommen und nachsehen“, sagt sie und ergänzt: „Wir haben überhaupt nichts zu verstecken.“ Für den Familienbetrieb steht das Tierwohl nach ihren Worten an erster Stelle. Mehr noch: „Unsere Tiere gehören zur Familie.“

Kraftakt: Leroy Köllner hilft beim Aufbau der Tribüne. - Foto: Nils Mayer

Sogar in der finanziell herausfordernden Corona-Zeit habe die Familie keine Tiere verkauft.

Um Vorurteile abzubauen, wünscht sich die Zirkusdirektorin, „dass die Leute einfach mal selbst vorbeikommen“. Vor Ort könne sich jeder dann persönlich davon überzeugen, dass die Tiere glücklich und gesund seien. Und auch die Reaktion ihrer Besucher lässt die Direktorin positiv in die Zukunft blicken: „Alle die Gäste, die bei den Auftritten dabei waren, sind begeistert wieder nach Hause gegangen.“

Zirkus mit Herzblut

Für die Direktorin sei die Arbeit im Zirkus etwa ganz Besonderes: „Man kann es schwierig anderen erklären, aber es ist eine echte Herzensangelegenheit.“ Teil des Zirkuslebens sei es, von Ort zu Ort zu ziehen und auf dem Weg viele Herausforderungen zu meistern. „Diesen Job muss man wirklich lieben, sonst wird es schwer“, erklärt sie und ergänzt: „Doch egal, wie hart manch ein Arbeitstag im Zirkus war, wenn ich nach unseren Auftritten die strahlenden Augen der Kinder und Erwachsenen sehe, dann hat sich die Arbeit mehr als gelohnt.“

Auch, wenn es die ersten Auftritte in Cham sind, ist sich Weisheit-Köllner nach eigenen Worten sicher, dass der Zirkus viele Leute begeistern werde. „Das Zelt steht, und am Donnerstag kann es dann endlich losgehen.“