Gäste feiern ein letztes Mal in bewährter Manier im Abensberger Center

Der letzte Vorhang ist gefallen: Mit der zweitägigen Closing Party am Freitag und Samstag hat sich das Ehepaar Petra und Hans-Jürgen Geltl als Pächter des Centers in Abensberg verabschiedet.
Nachdem von offizieller Seite am Freitag Bürgermeister Dr. Bernhard Resch und Kulturreferent Niklas Neumeyer gedankt und alles Gute gewünscht hatten, ging es an Ort und Stelle in bester Abensberger Club-und Discomanier zu. Und dann hieß es endgültig „Servus“. An beiden Tagen war das Center ausverkauft. Unter buntem Licht und bunten Luftballons wurde getanzt, gefeiert und mehr als einmal auf die scheidenden Clubbetreiber angestoßen.
Eine Besonderheit des letzten Wochenendes: die verschiedenen DJs, die sich im Zwei-Stunden-Takt abwechselten und allesamt aktuelle oder ehemalige Discjockeys des Center waren. Ist etwas anders, wenn man quasi als Abgesang auflegt? „Das ist heute schon sehr emotional“, schilderte DJ Lothar, der am Samstag am Start war. Der 54-Jährige hat rund 30 Jahre im Center für Musik gesorgt. Mittlerweile sei er eigentlich nicht mehr aktiv – „aber als der Anruf von Petra kam, habe ich keinen Augenblick gezögert“. Für ihn habe es immer eine spezielle „Center-Musik“ gegeben. Songs wie „Am Fenster“ von City gehörten ebenso dazu wie Led Zeppelin und viele weitere Klassiker. Natürlich hatte der Discjockey die auch bei der Center-Abschiedsparty im Gepäck.

Auch wenn in Person von Tilo Mahling bereits ein neuer Betreiber in den Startlöchern steht, der den Betrieb im Center aufrechterhalten will (die MZ berichtete), ging am Wochenende für so manche und manchen eine Ära zu Ende. Durchtanzte Nächte, bejubelte Konzerte, UDO oder einfach das regelmäßige Stelldichein im Stammlokal: Jeder Gast verbindet ganz eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Center, die beim vorerst letzten Besuch noch einmal lebendig wurden.
„Ich muss weinen“, gestand Maria Nutz. Die 60-jährige Abensbergerin war Stammgast, „für mich geht ein Lebensabschnitt zu Ende“. Auch wenn es eine Fortsetzung für das Center geben werde, werde das nicht dasselbe sein wie bisher. Ihr Fazit nach vielen Jahren: „Es war wunderschön!“ Dem stimmte ihre Freundin Alexandra Orak (54) ohne Abstriche zu – und schwelgte in Erinnerungen: „Ich war mit meinem Mann immer wieder da, meistens bis fünf Uhr in der Früh“, erzählt die Siegenburgerin. Nach dem Discobesuch habe man dann noch in der Bäckerei Gabelsberger Semmeln geholt. Auch der „Rausschmeißer“ sei immer dasselbe Lied gewesen – das bereits zitierte „Am Fenster“.

Doch nicht nur langjährige Besucher, sondern auch die neuere Generation hat das Center stabil angezogen. Er sei regelmäßig da gewesen, so Nico Mühlhäußer aus Biburg. Die gemischte Klientel habe er schön gefunden. Wenn nach dem Ausscheiden der Gelts als Pächter „wieder etwas Gutes“ ins Center komme, freue ihn das – „sonst ist in Sachen Clubs in der näheren Umgebung noch weniger verfügbar“.
Ein letztes Mal stand Petra Geltl am Samstag hinter der Theke. Ein letztes Mal zeichneten sie und ihr Mann Hans-Jürgen als Gastgeber für eine Party veranwortlich. Wie war es für sie, dieses letzte Mal? Und was kommt jetzt? Natürlich sei viel Wehmut dabei, sagte die 61-Jährige am Rande der Samstagsveranstaltung. „Aber irgendwann wird man einfach zu alt fürs Nachtleben“, gibt sie ebenfalls unumwunden zu. In den nächsten beiden Wochen erwarten das Ehepaar noch Abbauarbeiten, unter anderem werden die Licht-und Lautsprecheranlagen, einiges an Mobiliar und Gläser aus den Center-Räumlichkeiten gebracht. Anschließend darf sich der 71-jährige Hans-Jürgen Geltl auf sein Rentnerdasein freuen. Petra Geltl wird als gelernte PKA wieder in die Apotheke zurückkehren – „ganz ohne Arbeit geht es nicht“. Daneben werden sich aber Möglichkeiten eröffnen, die es während der Jahre als Betreiber des Center nicht oder nur eingeschränkt gegeben hat: Mehr Flexibilität, mehr Unabhängigkeit, mehr Ruhe werden Petra und Hans-Jürgen Geltl über den Abschied hinwegtrösten.
