Aktionen, Bauarbeiten, neue Mieter: Was sich im Kelheimer Einkaufscenter tut

Von Beate Weigert · 18. Mai 2025 um 15:00

Das Kelheimer Einkaufscenter will mehr als Einkaufen bieten. Center-Manager Rudi Studenik spricht über nahe und etwas weiter entfernte Ziele. Derweil will die Stadtrats-CSU das Einzelhandelskonzept an sich überprüfen.

Handel ist Wandel. Was platt klingt, bewahrheitet sich laut Kelheims Einkaufscenter-Manager Rudi Studenik ein ums andere Jahr. Seit 1996 hat das Geschäfts- und Dienstleistungszentrum an der Schäfflerstraße einige große Einschnitte erlebt und sich „neu erfinden“ müssen. Das gilt auch künftig, um am Puls der Zeit zu bleiben und den stationären Handel in die Zukunft zu führen.

Zu den größten Veränderungen zählten zum 20. Geburtstag der Weggang des Hagebaumarkts und ab 2020 die Corona-Pandemie, die insbesondere die Textilbranche hart traf. Und die immer noch nachwirkt, sagt Studenik. Dennoch punkte das Einkaufscenter damit, dass sich an einem Ort verschiedene Besorgungen, Sport oder auch ein Gastro-Besuch verbinden lassen.

Kommen weitere Ärzte?

Im zweiten Obergeschoss gibt es schon seit Längerem zwei Arztpraxen (Allgemeinmedizin, Gynäkologe). 2021 war die Idee publik geworden, noch mehr Mediziner im Einkaufscenter anzusiedeln. Die Wartezeit ließe sich in Gastro-Betrieben oder Geschäften verbringen. Das wäre eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, hieß es. 2022 wechselte das Einkaufscenter den Besitzer. Seither gehört es LBBW Immobilien.

Vom Tisch sei die Idee mit den Ärzten nicht, sagt der Centermanger Studenik, der weitere ländliche Einkaufscenter betreut bzw. berät. Gespräche liefen weiterhin und zu einem vielfältigen Mix an Mietern würden weitere Praxen gut passen. Eine Ansiedelung hänge aber von vielen Aspekten ab, so Studenik.

Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren: Kelheimer Hauptverkehrsachse wird ab Montag Baustelle - Wichtige Details rund um die Straßensanierung

An der Schäfflerstraße finden sich auf knapp 18.000 Quadratmetern an die 20 Geschäfte. Für drei Leerstände sind neue Mieter gesucht. Einiges sei aktuell in der genaueren Prüfung, sagt der Center-Manager. Nach außen hin spruchreif sei derzeit noch nichts. Das könne sich aber im Laufe des Jahres ändern.

Schlagworte, in welche Richtung es gehen könnte, will Studenik nicht nennen, bevor final Verträge unterzeichnet sind. Interessenten hatte er auch in der Zeit kurz vor Corona einige. Aus der Textilbranche etwa. Dann gingen namhafte Unternehmen insolvent.

Es gehe um eine „zeitgemäße“ Anpassung des Kelheimer Centers, sagt Studenik. Dazu gehörten nicht nur Geschäfte, sondern auch Dienstleistungen. Zudem will der Center-Manager die Menschen aus dem etwa 15 Kilometer großen Einzugsgebiet zu mehr Aktionen und auch Live-Musik einladen. Im Schnitt einmal im Monat, im Juni sei an zwei Wochenenden etwas geplant.

Aktuell werden die Toiletten des Einkaufscenters saniert. Die Ersatz-WCs finden sich beim Parkdeck. - Foto: Beate Weigert

Die Kunden sollen das Einkaufscenter nicht nur mit seinem primären Zweck in Verbindung bringen, sondern auch mit Unterhaltung. Das Kelheimer Einkaufscenter solle „noch mehr zum Treffpunkt“ werden für Alt und Jung. Zuletzt gab es am Muttertag Programm für Kinder und Familien. Letztere seien die Zielgruppe für die es noch mehr Angebote geben soll, sagt Studenik. Damit man sich an der Schäfflerstraße wohl fühlt, werden aktuell auch die sanitären Anlagen saniert. Dafür werde laut Studenik eine sechsstellige Summe investiert.

Als Nächstes soll an den Parkplätzen und Grünanlagen gearbeitet werden, sagt Studenik. Die Details werden derzeit geprüft, so Studenik. - Foto: Beate Weigert

Auch die Parkplätze im Außenbereich und die Grünanlagen sollen in Angriff genommen werden.

2026 feiern Geschäfte und Centermanager 30 Jahre Einkaufscenter. Aktuell arbeiten hier an die 280 Frauen und Männer. Die acht Neuansiedlungen, die ab 2017 den Hagebaumarkt ersetzten, haben sich laut Studenik bewährt. Vor allem, wenn er daran denkt, dass man den insbesondere den Drogeriemarkt zunächst nicht hier haben wollte, sondern in der Innenstadt. Aber auch das Fitnessstudio, das Eiscafé und all die weiteren Zuzüge von damals seien feste Größen. Die Nahversorger zählten sowieso zu den „Magneten“. Wenn er sich etwas wünschen dürfte, dann, „dass die Kelheimer die Vielfalt der Geschäfte an allen Standorten in der Stadt zu schätzen wissen und sie unterstützen“. Der stationäre Handel biete zahlreiche Vorteile.

Die Kreisel-Baustelle vom vergangenen Jahr liegt hinter dem Center. Die Auswirkungen auf die Zahl der Kunden sei „minimal gewesen“, so Rudi Studenik.

Handelskonzept diskutieren

Auch Bürgermeister Christian Schweiger ist auf Nachfrage sehr zufrieden mit dem Einkaufscenter, aber auch dem Standort „Altstadt“. Beides laufe aus seiner Sicht sehr gut.

Dieser Tage habe die CSU-Stadtratsfraktion einen Antrag eingereicht, wonach das Einzelhandelskonzept zu aktualisieren sei. Es stammt von 2009 und war von externen Experten begleitet worden. 2016 hatte man es fortgeschrieben. Seither habe sich viel verändert, sagt Studenik. Er würde eine Überarbeitung begrüßen.

Der Bürgermeister wünscht sich explizit eine öffentliche Debatte darüber, wie Gewebeansiedlungen künftig in Kelheim aussehen sollen. Die Idee für ein Gewerbegebiet in Thaldorf hatte man 2024 nicht einmal näher debattiert, blickt er zurück.