Saubrunnenplatz: Jetzt wird endlich gebaut, aber die Umleitungen nerven

Von Martin Hladik · 17. Mai 2025 um 05:00

„Ich freu mich richtig auf den Saubrunnenplatz. Das wird eine Visitenkarte für die Stadt!“ Das sagt Bürgermeister Markus Ackermann über eines der größten Bauprojekte Waldmünchens, das vergangene Woche begonnen hat. Rund 1,4 Millionen Euro lässt sich die Stadt die Neugestaltung des Saubrunnenplatzes kosten. Bei einem 80-prozentigen Zuschuss aus Mitteln der Städtebauförderung hat die Stadt ein sehr günstiges Finanzierungsmodell erreicht.

Der Platz soll danach nicht nur schöner sein und den Eingangsbereich in die direkte Innenstadt schmücken, sondern auch sicherer. Das machen Ackermann und Bauamtsleiter Rainer Röhrl bei einem Pressegespräch deutlich. So werden die über- und untergeordneten Straßen klarer erkennbar und die Ein- und Ausfahrtstrichter übersichtlicher. Doch dazu später mehr.

Lange auf Umbau gewartet

Wie lange die Waldmünchner schon auf einen schöneren Saubrunnenplatz warten, wird durch eine Nebenbemerkung Ackermanns deutlich. Zu seinem Amtsantritt – das war 2010 – habe ihm die Frauenunion eine 1000-Euro-Spende überreicht mit der Maßgabe, sie für den Saubrunnenplatz zu verwenden. „Wir haben uns immer wieder bemüht, aber es war nicht realisierbar“, sagt Ackermann. Möglich gemacht habe es erst die Förderung.

Die Arbeiten am Saubrunnenplatz haben in dieser Woche mit der Erneuerung der Wasserleitung begonnen. Doch Ackermann und Röhrl machen deutlich, dass das eigentlich auch der Beginn einer weiteren Baustelle ist. Denn die Leitung muss nicht nur am Saubrunnenplatz erneuert werden, sondern auch in der Fabrik- und der Hammerstraße bis auf Höhe der Sandstraße – also deutlich hinter der Heiligenfeldklinik. Die Erneuerung der Leitung sei wegen vieler Rohrbrüche in diesem Abschnitt nötig. Das kostet der Stadt beziehungsweise den Stadtwerken weitere rund 650 000 Euro. Diese Baustelle, die von der Firma Fahrner ausgeführt werden wird, wird den Durchgangsverkehr in Waldmünchen ab Ende Mai zusätzlich belasten.

Doch zurück zum Saubrunnenplatz. Hier ist die bauausführende Firma das Waldmünchner Bauunternehmen Wagner. Bis in den Oktober hinein werden die Arbeiten am Platz und seinem Umfeld dauern. Die Zu- und Abfahrt zum Marktplatz wird aber schon einen Monat früher möglich sein, wenn die Hammerstraße durchgehend asphaltiert ist. Dann sind nur noch Arbeiten in der Leißstraße nötig.

Bauamtsleiter Rainer Röhrl und Bürgermeister Markus Ackermann erläutern den Bauplan. - Foto: Martin Hladik

Ein zentraler Punkt der Arbeiten ist eine bessere Kenntlichkeit des Straßenverlaufs, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen. Dazu dienen verschiedene Fahrbahnbeläge. Als Hauptzufahrt zum Marktplatz wird die Hammerstraße asphaltiert. Die Einmündung zur Leißstraße wird ebenso wie die gesamte Schmiedstraße mit gesägten Granitplatten gepflastert. So wird der Einmündungsbereich der Leißstraße deutlicher sichtbar als bisher.

Zudem wird der bisher überdimensionierte und in seiner Gestaltung unklare Einmündungstrichter verkleinert. Das macht nicht nur die Verkehrsführung klarer, sondern erleichtert auch Fußgängern das Überqueren der Leißstraße in diesem Bereich.

Etwas vergrößert wird dagegen der Ausfahrtstrichter an der Friedhofstraße. Hier habe die Familie Kreuzer dankenswerterweise einen Teil der Treppenanlage zur Verfügung gestellt, sagte Röhrl. Dadurch wird die Ein- und Ausfahrt erleichtert und vor allem die Sicht für in die Hammerstraße einfahrende Fahrzeuge verbessert.

Röhrl und Ackermann verwiesen auch auf die verbesserten Gehsteige entlang der Leiß- und der Hammerstraße. Die Engstelle in der Hammerstraße sei aber nicht zu beseitigen. Deswegen werde die Wegführung über die beiden Durchgänge zum Marktplatz verdeutlicht. Hier sei die Steigung nicht so groß, und vor allem sei die Wegführung barrierefrei, sagte Bürgermeister Ackermann mit Blick auf die Verbindung vom Residenzpark zum Marktplatz.

Ein großes Anliegen der Stadträte bei der Umgestaltung des Marktplatzes war es auch, die „Teerwüste“ des Saubrunnenplatzes umzugestalten. Das geschieht vor allem durch möglichst viel Grün. Vor allem wird der Zwickel zwischen Schmiedstraße und Hammerstraße aufgewertet. Der leicht abschüssige Platz wird terrassiert und Zahl der Parkplätze verringert. Insgesamt werden auf dem Saubrunnenplatz vier neue Bäume gepflanzt. Die Pflanzkübel, die auch für den Marktplatz bestellt wurden, werden auch hier aufgestellt. Lampen und Bänke entsprechen dem Design der Lampen und Bänke des Platzes unterhalb des Friedhofs am Stadtbach.

So schön die Sanierung des Saubrunnenplatzes und so wichtig die Verlegung der Wasserleitung ist – beide Baumaßnahmen werden den Verkehr auf der Fabrikstraße, zum Marktplatz und in die hinterhalb gelegenen Wohngebiete und Gewerbebetriebe erschweren.

Bitte um Verständnis

Hier bittet Bürgermeister Ackermann um das Verständnis der Bevölkerung. In einer alten Stadt wie Waldmünchen mit engen Gassen und Straßen Straßenbauarbeiten durchzuführen, sorge leider für schwierige Umleitungen. Gerade für den Schwerverkehr und für große landwirtschaftliche Fahrzeuge sei es schwierig. Die Erschwernisse müsse man aber in Kauf nehmen, wenn man in einer Stadt wie Waldmünchen die Infrastruktur verbessern will.