Mehr Flüchtlinge in der Oberpfalz – mehr Gewalttaten von Migranten in Regensburg

Die Oberpfalz und Regensburg nehmen im Vergleich zu Oberbayern und München überproportional viele Asylbewerber auf. Das geht aus einer Anfrage der SPD im Landtag hervor. Auch ein Anstieg der Gewaltkriminalität geht damit einher – vor allem in Regensburg, wo vor allem Tunesier auffällig werden. Doch der Innenminister sagt, eine Verteilung der Flüchtlinge aus diesem Herkunftsland sei nicht geplant.
Zahlen lügen nicht. Die Belastung der Oberpfalz durch die Aufnahme von Flüchtlingen ist proportional höher als in anderen Regierungsbezirken. Das belegt eine Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Horst Arnold, die der Mediengruppe Bayern vorliegt. Demnach wurden im März 2025 noch 9,22 Prozent aller in Bayern untergebrachten Flüchtlinge in der Oberpfalz versorgt. Dabei leben nur 8,5 Prozent der bayerischen Bevölkerung in dem Bezirk. Etwa umgekehrt ist es in Niederbayern: Hier wurden 8,93 aller in Bayern untergebrachten Asylbewerber versorgt, dabei leben 9,5 Prozent der Bevölkerung Bayerns in Niederbayern. Auch für Oberbayern gilt dies, wenngleich nur mit leichten Abweichungen. Hier leben 35,6 Prozent aller Bayern, 34,9 Prozent aller Flüchtlinge werden in Oberbayern untergebracht. Besonders gravierend ist die Abweichung allerdings in München. 11,25 Prozent aller Bayern leben in München, doch nur 10,53 Prozent der Flüchtlinge leben dort.
Besonders die beiden Städte Regensburg und Amberg nehmen laut der Statistik der Landesregierung mehr Flüchtlinge auf, als sie es angesichts ihrer Einwohnerzahlen müssten. In Regensburg hat das auch Effekte auf die Sicherheit. Die Zahl der Gewalttaten stieg in der Domstadt zwischen 2022 und 2024 um fast 50 Prozent: Von 343 auf 643 Fälle.
Erst seit kurzem im Land
Bei den 597 Tatverdächtigen registrierte die Polizei 56,6 Prozent, die keine deutsche Staatsbürgerschaft hatten. 99 der Tatverdächtigen – über ein Drittel ohne deutschen Pass – waren aus Tunesien. Aus Syrien stammten 54 und aus dem Irak und Bulgarien jeweils 26. Laut der Statistik ist dies aber kein Phänomen, das mit Migration an und für sich zu tun hat. Vielmehr waren die allermeisten der ausländischen Tatverdächtigen erst seit kurzem im Land.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann besuchte Regensburg schon häufiger, um sich vor allem im Bahnhofsumfeld ein Bild zu machen. Die Behörden haben eine besondere Zuständigkeit für Intensivtäter gebildet und dabei auch die Gruppe der Tunesier in den Fokus genommen. Bislang werden Tunesier nicht auf alle sogenannten Anker-Zentren in Bayern verteilt, sondern nur nach Regensburg. Daran will die Staatsregierung auch festhalten. So erfolge die Verteilung von Flüchtlingen deutschlandweit durch die Verteilsoftware des Bundes (EASY). Dass die Oberpfalz und auch die Stadt Regensburg überproportional viele Flüchtlinge unterbringen würde, habe etwas mit den verfügbaren Liegenschaften zu tun, so das Innenministerium – mit Verweis auf die früheren Kasernen.
Jedem Anker-Zentrum sei eine Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zugeordnet. Das Regensburger sei eben auf Tunesien spezialisiert – das werde man auch nicht ändern.
Die Zahlen zeigen, die unkontrollierte Migration der letzten Jahre wirkt sich auch auf die Innere Sicherheit aus.
Innenministerium
„Eine Veränderung der Zuständigkeit für das Herkunftsland Tunesien ist aufgrund der geschilderten Maßnahmen einstweilen daher nicht notwendig und würde allenfalls zu einer Verlagerung der Probleme führen, diese aber nicht lösen“, heißt es aus dem Ministerium auf Anfrage der Mediengruppe Bayern. Das Ministerium räumt auch ein: „Die Zahlen zeigen, die unkontrollierte Migration der letzten Jahre wirkt sich auch auf die Innere Sicherheit aus.“ Dabei verweist ein Sprecher des Innenministers darauf, dass Maßnahmen der Bundesregierung wie etwa die Grenzkontrollen bereits einen „Richtungswechsel in der Migrationspolitik“ eingeleitet hätten.
Nicht in allen bayerischen Städten hat die Gewaltkriminalität übrigens zugenommen. So waren die Fallzahlen im Jahr 2024 in Nürnberg und in Würzburg, wenn auch geringfügig, rückläufig. „Damit hat Bayern im bundesweiten Vergleich erneut die mit Abstand niedrigste Kriminalitätsbelastung“, heißt es aus dem Ministerium.
Regensburg als Ausreißer
Zwar liegen alle bayerischen Großstädte über dem bayerischen Durchschnittswert von 4218 Straftaten je 100.000 Einwohner, „jedoch zeigt sich überwiegend – analog der bayernweiten Entwicklung – ein Rückgang der Kriminalitätsbelastung“. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass Regensburg und damit die Hauptstadt der Oberpfalz die große Ausnahme ist.