Solarmodule auf der Nittenauer Schule mussten weichen – Betreiber ist sauer

Von Cornelia Lorenz · 16. Mai 2025 um 17:00

Das Dach der Grund- und Mittelschule in Nittenau (Landkreis Schwandorf) ist geräumt: Die Photovoltaik-Anlage wurde, wie von der Stadt gefordert, abmontiert. Grünen-Kreisrat Rudi Sommer von der Betreiber-GbR bezeichnet die Maßnahme als „sinnbefreit“. Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml (FW) hält dagegen: Die Solaranlage habe Schäden am Dach verursacht und deshalb dringend entfernt werden müssen.

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Doch wie kam es zu diesem drastischen Schritt? Wie Sommer erklärt, sei die PV-Anlage mit einer Leistung von 100 kWp im Jahr 2004 nach einem einstimmigen Beschluss des Nittenauer Stadtrats auf dem Dach der Schule installiert worden. Mit 640 Modulen habe es sich damals um die größte Dachanlage im Landkreis gehandelt.

Die Anlage, bei der monokristalline Module verbaut seien, liefere nun seit 20 Jahren konstant und zuverlässig Strom und werde das „allen seriösen Studien und meinen persönlichen Erfahrungen nach“ noch weitere Jahrzehnte tun, betont der Grünen-Mann. Auch nach 20 Jahren liege sie immer noch bei deutlich über 90 Prozent der Anfangsleistung.

Die Kündigung für die Solaranlage kam im Dezember 2023

Die Entwicklung der Strommenge stand allerdings auch nie in der Kritik. Was war es dann? Im Dezember 2023 erhielt Sommer von der Stadt Nittenau die Kündigung des Gestattungsvertrags. Er und seine Mitgesellschafter wurden aufgefordert, die Anlage nach Ablauf der Vertragslaufzeit im September 2024 umgehend zu entfernen.

Doch warum? Im August 2024 hatte sich der Rathauschef auf Nachfrage der Mittelbayerischen zum Grund der Kündigung nicht öffentlich äußern wollen, weil es sich um ein privatrechtliches Vertragsverhältnis handle. „Herr Sommer kennt den Grund der Kündigung“, hatte Boml damals erklärt.

Die 640 Module wurden abgebaut. Einen Teil verschenkt Sommer, der Rest wird nun geschreddert. - Foto: Cornelia Lorenz

Nun äußerte er sich auf erneute Nachfrage der Mittelbayerischen zu den Hintergründen. Ein Gutachten habe ergeben, dass die PV-Anlage auf dem Schuldach 2004 „nicht fachgerecht“ installiert worden sei. Deshalb sei in mehreren Bereiche des Daches Wasser eingetreten – und die Schäden seien sowohl im Dachstuhl als auch an Decken der oberen Klassenzimmer sichtbar.

Die Anlage muss vom Dach, das ist alternativlos.

Benjamin Boml, Bürgermeister von Nittenau

Für die Stadt sei das äußerst unerfreulich, sagt Boml, schließlich müsse man nun von einem finanziellen Schaden „in einem nicht kleinen sechsstelligen Bereich“ ausgehen. Dass dieser direkt auf die nicht fachgerechte Installation zurückzuführen sei, habe ein weiteres Gutachten vom Februar 2025 bewiesen. „Die Anlage muss vom Dach, das ist alternativlos“, lautet Bomls Fazit.

An eine neue PV-Anlage denkt Nittenau derzeit nicht

Deshalb sei es auch keine Option, auf Sommers Vorschlag einzugehen: Dieser hatte angeboten, der Stadt die Anlage kostenlos zu überlassen. Sie liefere konstant knapp 90 000 kWh pro Jahr, wodurch sich Nittenau bei einer Übernahme der Solarmodule pro Jahr mehrere tausend Euro sparen könne, argumentiert der Grünen-Kreisrat. Der Neubau einer PV-Anlage in derselben Größenordnung werde Nittenau dagegen rund 200 000 Euro kosten. Sommer beklagt außerdem, dass die Stadt mit ihm über die Schäden am Dach nicht kommuniziert habe. So habe die Betreibergesellschaft keine Möglichkeit bekommen, sie zu beheben.

An die baldige Installation einer neuen PV-Anlage denkt man bei der Stadt im Moment nicht. Man wolle erst einmal schauen, wie der Rückbau der alten Anlage verlaufe und welche Maßnahmen am Dach nötig seien, sagt Boml. Dass eine PV-Anlage zur Deckung des Energiebedarfs der Schule sinnvoll ist, steht für ihn aber grundsätzlich außer Frage.