Wo Vierbeiner im Mittelpunkt stehen: Zu Besuch bei den Chamer Hundefreunden

Matthias Weber hat alle Hände voll zu tun: Er ist auf dem Übungsplatz der Hundefreunde Cham – mit seinen vier Hunden. Sie haben einen eigenen Willen, das merkt man ihnen gleich an. Weber muss ganz schön arbeiten, um den Haufen zu bändigen. Die vierbeinigen Freunde sind ein großer Teil seines Lebens – genau wie der Verein, der im Sommer sein 30-jähriges Bestehen feiert. Ein Blick auf den Verein und eine Person, die dahinter steckt.
Das Vereinsheim des Chamer Hundevereins liegt etwas abseits von Stadl. Seit 2004 ist dort die Heimat der Tierliebhaber. Einige hundert Meter weiter rauscht der Verkehr auf der B 85 dahin. Die Hunde von Weber scheint das nicht zu stören. Auf abgetrennten Rasenflächen stehen verschiedene Rampen und Brücken bereit für die Vierbeiner.
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Die Chamer Hundefreunde bieten verschiedene Kurse an: klassische Erziehungskurse, Spaßkurse wie Agility oder Trickdog, aber auch Kurse für die Begleithundeprüfung. Im Sommer, am 26. Juli, feiert der Hundeverein sein 30-jähriges Bestehen. Mittlerweile sind die Hundefreunde Cham einer der größten Hundevereine im Landkreis und haben rund 280 Mitglieder, so Weber.
Als Sport das Retten üben
Besonders beim Jubiläums-Verein ist der Rettungshundesport. Hier üben sich Hunde darin, Personen und Gegenstände zu suchen. Angeleitet wird das Ganze von Martin Schnupfhagn und Angela Pitz, die auch in der Rettungshundestaffel sind, so Weber. Trainiert werde dabei auf dem Feld, im Wald und auf der Wiese. Allerdings kommen die Hunde nicht in den Einsatz, die Gruppe übt die Tätigkeiten mit ihren Hunden nur als Sport. Trotzdem findet das Angebot laut Weber großen Anklang.
Seit zehn Jahren ist Weber beim Verein dabei. An seinem Wolfs-T-Shirt ist leicht zu erkennen, dass er ein Freund der Vierbeiner ist. „Ich habe schon mein ganzes Leben lang Hunde“, sagt der 66-Jährige. Angefangen hat bei ihm alles mit einem Schäferhund, den ihm seine Eltern zum 12. Geburtstag geschenkt haben. Seitdem sind die Vierbeiner ein Teil seines Lebens. Nur bei der eigenen Gesundheit macht seine Liebe zu den Hunden Halt: Um 1996 erlitt Weber eine Verletzung, nach der er erneut Reden und Laufen lernen musste. „Da war erst mal alles weg. In der Zeit wäre ich der Verantwortung für meine Hunden nicht gerecht geworden“, sagt er.
Ich bin gegen Hunde, die nach Modeerscheinungen gezüchtet werden. Ein Hund ist kein Ding, mit dem man Geschäfte macht. Das ist ein lebendes Wesen.
Matthias Weber, Mitglied der Hundefreunde Cham
Die will er aber übernehmen. Das merkt man auch daran, dass seine Hunde meist aus der Tierhilfe kommen, oder gerettet wurden – so auch seine momentanen Vier: Melly, Anuk, Mia und Ares. Zu jedem von ihnen kann Weber eine Geschichte erzählen. Dabei merkt man: Sie alle haben ihre Besonderheiten, trotzdem zieht Weber sie im Vergleich zu Hunden vom Züchter vor.
„Ich bin gegen Hunde, die nach Modeerscheinungen gezüchtet werden. Ein Hund ist kein Ding, mit dem man Geschäfte macht. Das ist ein lebendes Wesen“, so der gelernte Kfz-Schlosser. Züchtungen von Möpsen, die mitunter fast nicht mehr atmen können, hält er für Tierquälerei. Stattdessen hat er nur zwei Bedingungen an seine Hunde: „Sie dürfen nicht aggressiv sein, und müssen sich mit den anderen Hunden vertragen.“
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Weber füllt einen großen Teil seines Lebens mit den Tieren aus. Einer der Gründe dafür: Webers Sohn ist früh gestorben. „Ich gebe die ganze Liebe, die ich habe, meinen Tieren“, sagt der 66-Jährige. Für ihn gehören die Tiere mit zu seiner Familie.
Hunde gehören dazu
Ob er sich irgendwann vorstellen kann, keine Hunde mehr zu haben? „Eher nicht“, sagt er. Bei einem Notfall könne er die Hunde an einen Bekannten abgeben. Aber er wolle die Hunde haben, so lange es für ihn möglich ist.