Golfen will gelernt sein: Redakteur wagt Selbstversuch beim Hotel Sonnenhof in Lam

Golfen ist jetzt mal nicht die erste sportliche Betätigung, an die ich so denken würde. Geht wahrscheinlich vielen so. Wann und wo soll man das schließlich auch einfach mal ausprobieren? Darum kommt das Angebot von Christina Staudinger bei mir gleich an. Sie ist Präsidentin des Golfclubs, der zum Sonnenhof in Lam (Landkreis Cham) gehört. Ein Club, der bislang im Prinzip dafür gedacht war, dass die Gäste hier die Bälle schlagen, die das schon können. Aber das soll sich jetzt ändern.


Für den Anfang gibt es einmal ein Neuner-Eisen. Das muss einem jetzt auch nichts sagen, nur so viel, meinen die Trainer Renate und Ronny Ferizi: Den Ball damit vom Abschlag über die 98 Meter lange Driving Range zu schlagen, sollte nicht gehen. Das will ich nach dem kurzen Aufwärmen, das vor allem auf die Koordination abzielt, dann natürlich gleich mal wissen.
Es wird kompliziert
Vielleicht hätte ich das Aufwärmen schon etwas ernster nehmen sollen. Nicht nur, dass der Rasen unter meinem Schläger (aber auch den anderer Teilnehmer an diesem Tag) doch das eine oder andere neue Loch verpasst bekommt; die nächsten beiden Tage wird sich auch mein Rücken für die unzähligen und ungezielt-verkrampften Abschläge bedanken. Aber immerhin stellen sich einige Erfolge schon nach kurzer Zeit ein, und auch meine Haltung soll „ganz gut sein“, wie Renate Ferizi mich ermutigt.

Allerdings ist sie auch gleich der Meinung, dass ich nicht rechts, sondern links schlagen sollte. Warum? Das zeigt sie mir in meiner Drehbewegung, die links herum tatsächlich flüssiger ist als als rechts herum. So kompliziert hatte ich mir das tatsächlich nicht vorgestellt, und es geht noch weiter: Mit dem Daumen der oben am Schläger liegenden Hand den kleinen Finger der unteren Hand einhaken, das ist die richtige Haltung? Beine leicht beugen, und dann ganz locker Schwung holen? War beim Minigolf bislang eigentlich alles nicht so kompliziert.
Golf bereichert das Leben.
Renate Ferizi, Golftrainerin

Ich muss aber auch zugeben, dass das alles ganz schnell ziemlich viel Spaß macht – zumindest so lange, bis es an die Feinarbeit geht. Mit Übungs-Bällen einfach mal mit einem Golfpartner hin- und herschlagen, und dabei noch halbwegs gerade aus zu treffen, ist schon nicht mehr ganz leicht. Als es dann noch darum geht, den Ball auf dem Grün mit nicht einmal einer Schlägerlänge Abstand ins Loch zu befördern, das funktioniert selbst mit vielen Versuchen kein einziges Mal.


Hier wird es lebensgefährlich
Und, ach ja: Wer glaubt, dass das dann auf dem Platz auch noch eine ziemlich gemütliche Angelegenheit ist, der irrt sich, wie Renate Ferizi sagt. Zügig müssen die Golfspieler voranschreiten, damit andere auch noch drankommen. In Lam kommen übrigens rund fünf Kilometer zusammen, bis alle neun Löcher bespielt sind. Außerdem gilt es, ziemlich viele Regeln zu beachten, die mit Etikette zu tun haben. Nicht in die Linie eines anderen Spielers laufen, Bälle korrekt markieren, reinigen und wieder platzieren, und das Fähnchen aus dem Loch bitte nicht irgendwo in der Mitte anfassen, sondern nur an der Spitze. Dabei kann der Platz hinter demjenigen, der gerade abschlägt, auch noch richtig lebensgefährlich sein – auch ich würde so ein Neuner-Eisen nicht gerne an den Kopf bekommen ...
In Zukunft soll es das Angebot für Golf-Laien regelmäßig im Golfclub in Lam geben, sagt Christina Staudinger. Schließlich gebe es den Platz, und der solle noch viel besser genutzt werden. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am 17. und am 24. Mai. Von 9.30 bis 10.30 Uhr wird es jeweils Gratis-Schupperkurse geben. Wer dann Lust bekommen hat, kann für 99 Euro von 11 bis 17 Uhr den Platzreifekurs absolvieren. Interessierte sollen sich unter info@sonnenhof-lam.de anmelden. Wer Mitglied im Golfclub werden will, dem sollte das 699 Euro im Jahr wert sein.