Zwei Alleskönner für die Feuerwehr: Fronberg und Haselbach bekommen neue Fahrzeuge

Die Feuerwehrler in Fronberg und Haselbach sind stolz: Mitte April bekamen beide Vereine je ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Die Feuerwehrautos kommen sowohl bei Bränden als auch bei Unfällen zum Einsatz. Sie sind technisch deutlich schlagkräftiger als die alten Fahrzeuge.
Diesen Kasten Bier hat Tobias Rester äußerst gerne gezahlt. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Fronberg saß bei der ersten Einsatzfahrt mit dem neuen Feuerwehrauto hinterm Steuer. Und als solcher, so die Abmachung, war er seinen Kameraden eine Runde Bier schuldig. Ein ähnliches Spiel gab es in Haselbach. Denn auch dort rücken die Ehrenamtlichen nun mit einem nagelneuen Fahrzeug aus.
Seit Mitte April sind die beiden neuen Autos offiziell im Dienst – und lassen Feuerwehrherzen höher schlagen. Vor kurzem stießen die beiden Feuerwehren auch mit Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) auf die neuen Fahrzeuge an. „Das ist schon ein völlig anderes Gefühl bei den Einsätzen. Das Auto putzen wir jetzt natürlich besonders gut“, sagt Rester und schmunzelt.
Technik wesentlich besser
Vom Modell her sind die neuen Fahrzeuge der Fronberger und Haselbacher Feuerwehren ziemlich identisch. Beide stammen von der Firma Ziegler in Giengen an der Brenz in Baden-Württemberg. Bei beiden handelt es sich in der Fachsprache um ein HLF 10 – also um ein „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug.“ Damit sind die neuen Feuerwehrautos echte Alleskönner und kommen sowohl bei Bränden als auch bei Unfällen zum Einsatz.
Insgesamt, so erzählen die Aktiven, sind die neuen Autos technisch deutlich besser ausgestattet als ihre Vorgänger. Sie können rund 1000 Liter mehr Löschwasser transportieren und haben eine fest eingebaute Schaummischanlage. Diese sei vor allem bei Fahrzeugbränden nötig.
Einen hydraulischen Rettungssatz gibt es nun ebenfalls. Im Stadtwesten war das bislang Mangelware. Das hat sich dank der Ausstattung des neuen Haselbacher Feuerwehrautos nun geändert. „Nun ist im Fall der Fälle schneller Hilfe vor Ort, und wir können auch qualifizierter helfen“, sagen der Haselbacher Kommandant Christian Neidl und sein Stellvertreter Alexander Baierl. Auch der Fronberger Kommandant Tobias Rester sieht große Vorteile im neuen Feuerwehrfahrzeug: „Wir sind deutlich schlagkräftiger als mit dem alten Auto.“

Außerdem haben die neuen Fahrzeuge mehr Platz. Nun können sich pro Auto vier Feuerwehrler noch während der Fahrt die Atemschutz-Ausrüstung anlegen. Insgesamt passen in die neuen Fahrzeuge neun Feuerwehrleute – jeweils drei mehr als in den Vorgängermodellen.
Mit den Investitionen wollen wir auch unseren Dank gegenüber der Feuerwehr ausdrücken
Andreas Feller (CSU), Oberbürgermeister von Schwandorf
Die alten Fahrzeuge werden auch in Zukunft auf Schwandorfer Stadtgebiet unterwegs sein. Das alte Fronberger Feuerwehrauto (Baujahr 2007) gehört künftig der Feuerwehr Ettmannsdorf, und das ehemalige Haselbacher Fahrzeug (Baujahr 2017) geht nun in den Besitz der Feuerwehr Dachelhofen über. Diese hätte ohnehin ein neues Einsatzfahrzeug benötigt. Nun bekommt sie ein Modell, das erst acht Jahre alt ist. Das freut auch Oberbürgermeister Andreas Feller: „Wir können beide Fahrzeuge gut weiterverwenden“, sagt er.
Brennpunkte A93 und B85
Durch die Lage von Haselbach und Fronberg kommen auf die neuen Feuerwehrautos spezifische Herausforderungen zu. Fronberg liegt schließlich an der A93 und Haselbach an der B85. Die beiden Straßen sind somit Teil des Einsatzgebietes der beiden Ortsfeuerwehren, und deren Fahrzeuge benötigen folglich eine gute Ausrüstung für Unfälle. Dafür ist nun gesorgt.
Damit die Kameraden mit der moderneren Ausrüstung gut zurechtkommen, gab es zuletzt etliche Schulungen. „So groß die Freude ist, jedem ist klar, dass wir viel Zeit investieren müssen, um das nötige Know-how zu bekommen“, sagt der Haselbacher Kommandant Neidl.
Das soll es an Neuanschaffungen in Schwandorf aber nicht gewesen sein, wie Oberbürgermeister Feller betont. Vor vier Jahren beschloss der Stadtrat einen Bedarfsplan bis ins Jahr 2040. Dieser Plan legt fest, welche der 16 Schwandorfer Ortsfeuerwehren wann ein neues Fahrzeug bekommt.
Dem Schwandorfer Rathauschef ist es wichtig, dass die rund 550 Kameraden im Schwandorfer Stadtgebiet modern ausgerüstet sind. „Sie erledigen das alles ehrenamtlich. Und ohne eine adäquate Förderung verliert man die Lust. Mit den Investitionen wollen wir auch unseren Dank gegenüber der Feuerwehr ausdrücken“, sagt Feller.
Die Zahlen:
• Kosten: Insgesamt kosteten die beiden Fahrzeuge rund 1,1 Millionen Euro. Die Kosten für das Fronberger Feuerwehrauto lagen bei gut 541 000 Euro und die für das neue Haselbacher Fahrzeug bei rund 547 000 Euro.
• Förderung: Die Neuanschaffungen werden voraussichtlich von der Regierung der Oberpfalz und vom Landkreis gefördert. Die verbleibenden Kosten für die Stadt liegen somit bei knapp 838 000 Euro.
• Ausrüstung: OB Andreas Feller ist es nach eigenen Worten wichtig, dass jeder Aktive in Schwandorf seine eigene Schutzausrüstung hat und sich niemand eine Ausrüstung teilen muss. Das kostet pro Person bis zu 900 Euro. sd