Streicher-Neubau ist eine wichtige Investition für Waldmünchen

Von Mittelbayerische Zeitung · 10. Mai 2025 um 19:00

6,7 Millionen Euro hat das Unternehmen Streicher in den Standort Waldmünchen investiert, dafür 15 000 Quadratmeter Fläche im Gewerbegebiet Schwarzach erworben und dort ein dreistöckiges Bürogebäude und eine über 1000 Quadratmeter große Halle errichten lassen. Eine Fläche von rund 10 000 Quadratmeter ist aber noch unbebaut und wartet auf die nächste Investition.

Das wurde am Freitag mit einem Festakt gefeiert. Dass dies nicht nur ein bedeutender Schritt für das Unternehmen, sondern auch für den Landkreis Cham und die Stadt Waldmünchen ist, stellten Landrat Franz Löffler und Bürgermeister Markus Ackermann heraus. Prominenter Mitgastgeber vor Ort, war Dr. Peter Ramsauer. Der ehemalige Verkehrsminister ist Aufsichtsratsvorsitzender bei Streicher.

Viele Ausschreibungen

Zunächst stellte aber Geschäftsführer Maximilian Hofmann die Entscheidung des Unternehmens für Waldmünchen dar. In 1,5 Jahren seien die Gebäude entstanden. Sie würden klimafreundlich über Geothermie beheizt. 50 Mitarbeiter seien aktuell hier beschäftigt. Schon jetzt arbeiteten auf den verschiedenstens Baustellen im Landkreis Cham bis zu 170 Beschäftige. In Waldmünchen werde man in den nächsten drei Jahren die Mitarbeiterzahl auf bis zu 100 verdoppeln. Es gebe viele Ausschreibungen bei der kommunalen digitalen Infrastruktur und bei Stromleitungen. Und genau damit beschäftigt man sich am Standort Waldmünchen.

Der Schritt nach Waldmünchen sei für sein Unternehmen ein „wichtiger Schritt in die Oberpfalz“ und eine Brücke zwischen dem Hauptsitz in Deggendorf und dem Standort in Jena. In Zeiten des Arbeitskräftemangels sei es auch wichtig, zu den Arbeitskräften zu kommen. Wichtig seien auch für die Zukunft die vorhandenen Ausbildungsstätten in der Region.

Der Kontakt in den Landkreis und nach Waldmünchen sei in Zusammenhang mit dem Eigenbetrieb des Landkreises Cham zur Digitalen Infrastruktur entstanden. Seit Februar 2021 habe sein Unternehmen 1135 Kilometer Breitband verlegt und 10 000 Hausanschlüsse erstellt. Für solche Leistung habe Streicher auch innovative Ideen und Maschinen. Hofmann nannte Eigenentwicklungen, wie verschiedene Pflüge zur Leitungsverlegung und eine vollelektrische Horizontalbohranlage.

Landrat Franz Löffler stellte in seiner Rede zunächst die schwierige wirtschaftliche Situation nach drei Jahren Rezession heraus, bevor er darauf verwies, dass genau in so einer Situation Streicher in Waldmünchen investiert habe und dies aus guten Gründen: Das Unternehmen sei innovativ und regional verbunden, es beschäftige weltweit 4700 Mitarbeiter und es „beginnt sich im Landkreis zu etablieren“. Die Zusammenarbeit sei tatsächlich über den Breitbandausbau entstanden, in den der Landkreis über Förderungen von 300 Millionen investiere. Dazu habe man verlässliche Partner gebraucht. Das sei Streicher mit seinem Rüttelpflugverfahren, das 3000 Meter pro Tag schaffen könne. Ein weiteres innovatives Verfahren sei der neue Pflug für Asphalt. Genau so eine Technik werde man in Zukunft für den Ausbau des schnellen Internets in den grauen Gebieten, also meist in bebauten Bereichen, nutzen können.

Innovativ sei Streicher auch im Bereich Wasserstoff. Hier könnte auf der noch freien Fläche in Waldmünchen etwas dazu entstehen, äußerte der Landrat vage. In Waldmünchen habe Streicher die Nähe zu Kunden und zu Fachkräften. Streicher sei „ein Paradebeispiel dafür , in schwierigen Zeiten wirtschaftliche Zukunft zu gestalten“. „Das ist ein großer Tag für Waldmünchen“, sagte Bürgermeister Markus Ackermann, der in seiner Ansprache vor allem die Bedeutung der Firmenansiedlung für die Stadt herausstellte. Die Baustelle sei fertig und Streicher präsentiere sich in bester Lage „direkt an der Umgehungsstraße“. Damit sei die Entscheidung der Stadt, hier ein Gewerbegebiet zu schaffen, erfolgreich gewesen. Man habe einen „guten Arbeitgeber“ mit bis zu 100 Arbeitsplätzen gewonnen. Das bringe Neubürger in die Stadt und bereichere das gesellschaftliche Leben und nebenbei erwähnt auch die Gewerbesteuereinnahmen. In der Zusammenarbeit habe „von Beginn an die Wellenlänge gepasst“. Auch Ackermann deutete die Pläne des weiteren Ausbaus der Firma in Waldmünchen an. „Aus städtischer Sicht ist alles optimal bestellt“, sagte Ackermann.

Ramsauer erinnerte in seiner Rede zunächst an eine seit langem bestehende „Freundschaft“ mit Löffler. Er kenne die Region durch den Drachenstich, aber auch durch diverse Termine als Verkehrsminister. Aber jetzt sei er nicht mehr in der Politik, sondern Vorsitzender des Aufsichtsrates bei Streicher. Vor vier Jahren habe man erstmals über die Pläne in Waldmünchen gesprochen, die jetzt Wirklichkeit geworden seien. Auch Ramsauer stellte die Verbindung des Unternehmens Streicher zur Wasserstoffgewinnung heraus. So gewinne Streicher in Mali natürlichen Wasserstoff.

Gute Erfahrungen gemacht

Das Unternehmen sei „in der Welt unterwegs, aber mit den Füßen auf Heimatboden“. „Streicher ist gekommen, um zu bleiben“. Man wolle ein guter Arbeitgeber, ein guter Ausbilder und ein guter Steuerzahler sein. Er dankte allen am Bau Beteiligten, insbesondere auch den genehmigenden Behörden für „die gute Erfahrung, die wir hier machen durften“.

Nach den Reden wurde in der über 1000 Quadratmeter großen Halle gefeiert. Fotos: Martin Hladik
Der Leiter des Standortes Waldmünchen, Thomas Müller, mit einem der Rüttelpflüge