Lieferungen in 160 Länder: So profitiert Krones von seiner Internationalität

Der Oberpfälzer Anlagenbauer Krones blickt erneut auf ein gutes Quartal zurück. Der Auftragseingang ist weiter hoch – auch weil der Konzern so international aufgestellt ist wie wohl kaum ein anderes Unternehmen in der Region.
Wohl kein Unternehmen aus der Region ist weltweit so stark vertreten wie die Krones AG aus Neutraubling im Landkreis Regensburg. In rund 160 Länder liefert der Hersteller von Abfüllanlagen für die Getränke- und Lebensmittelindustrie jedes Jahr – in vielen davon ist er sogar selbst mit Vertriebs-, Service- oder sogar Produktionsstandorten vertreten. Der Konzern profitiert von dieser Internationalität. Sie stellt ihn – in Zeiten, in denen der Welthandel immer mehr unter Druck zu geraten scheint – aber auch vor Herausforderungen.
Das Unternehmen ist zum Beispiel, anders als die meisten Oberpfälzer Firmen, in Afrika vertreten. Auf dem Kontinent gebe es kein Land, in das man nicht liefere, sagt Krones-Vorstandsvorsitzender Christoph Klenk im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Elf Prozent des Umsatzes macht Krones im Mittleren Osten und in Afrika. Die Region ist ein wichtiger Wachstumsmarkt für den Konzern – auch weil dort die Bevölkerungszahl rasant wächst.
Krones aus Neutraubling hat Aufträge bis Anfang April 2026
Dass Krones in allen Teilen der Erde aktiv ist, sieht man in Neutraubling als großen Vorteil: So könne man Nachfrageschwächen in bestimmten Regionen mit guten Geschäften anderswo ausgleichen, schreibt das Unternehmen in seiner Pressemitteilung zum ersten Quartal. Aus dem Papier geht auch hervor: Aktuell hat Krones keine Probleme, an Aufträge zu kommen. Zwar ging der Auftragseingang im den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum starken Vorjahreszeitraum leicht um 3,2 Prozent zurück, die Orderbücher von Krones sind aber weiterhin gut gefüllt. Ende März lag der Wert der Bestellungen bei knapp 4,3 Milliarden Euro. Damit sei die Auslastung der Produktionskapazitäten bis Anfang April 2026 gesichert, teilt das Unternehmen mit.

Dass das so bleibt, ist allerdings nicht ausgemacht. Was wenn die sich anbahnenden Handelskonflikte die Investitionslaune der Krones-Kundschaft nach unten treiben? Man habe da „etwas Sorgenfalten auf der Stirn“, sagt Klenk. Für das laufende Jahr sei er aber sehr zuversichtlich, dass Umsatz und Ergebnis im Plan sein werden. Ein Etappenziel dabei hat Krones mit dem Ende des ersten Quartals bereits erfüllt. Seinen Umsatz konnte der Konzern deutlich um 13,1 Prozent auf etwa 1,25 Milliarden Euro verbessern. Allerdings ist ein Teil des Anstiegs auf den Schweizer Anlagenbauer Netstal zurückzuführen, den die Oberpfälzer im vergangenen Jahr zugekauft hatten. Dessen Zahlen fließen erst seit Ende des ersten Quartals 2024 in die Krones-Bilanz ein. Würde man Netstal rausrechnen, hätte der Konzern sein Umsatzziel in den ersten drei Monaten genau getroffen, erläutert Finanzchefin Uta Anders. Ein Plus zwischen sieben und neun Prozent erwartet Krones im laufenden Jahr.
Auch beim Gewinn lief es für das Unternehmen im Januar, Februar und März nach Plan. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19,1 Prozent auf 149,3 Millionen Euro. Die entsprechende Marge, also das Verhältnis zum Umsatz, konnte damit von 10,1 auf 10,6 Prozent gesteigert werden. Für das Gesamtjahr hatte Krones hier einen Wert zwischen 10,2 und 10,8 Prozent prognostiziert.
Zölle auch bei Krones ein großes Thema
Die positive Entwicklung auf der Ergebnisseite begründet das Unternehmen unter anderem mit einer stabilen Materialverfügbarkeit. „Aktuell haben wir kein Problem“, sagt Klenk dazu. Aktuell beschäftige aber das Thema Seltene Erden den Konzern. China, wo die wichtigen Metalle bis auf wenige Ausnahmen verarbeitet werden, hat angedroht, diese als Druckmittel im Handelskrieg gegen die USA zu nutzen. Auch für Firmen in Europa könnte das zu Engpässen führen. Klenk gibt aber Entwarnung: Man habe das Thema „gut durchleuchtet“ und gehe davon aus, dass man hier 2025 keine Probleme bekomme.
Wir wollen immer vor der Welle sein und mögliche Probleme vorab erkennen.
Christoph Klenk, Krones-Vorstandsvorsitzender
Aber auch unabhängig davon sind Zölle wie aktuell wohl bei sehr vielen Firmen ein Dauerthema bei Krones – insbesondere mit Blick auf das US-Geschäft. Will der Konzern aktuell Produkte beziehungsweise deren Teile in die USA schicken, gelten die von Präsident Donald Trump verhängten pauschalen Übergangszölle von zehn Prozent. Damit könne man „relativ gut umgehen“, sagt Klenk. Man müsse nun abwarten, welche Zölle langfristig kommen. Laut dem Vorstandsvorsitzenden gibt es die Option, die Kapazitäten in den Vereinigten Staaten, wo Krones aktuell 1600 Mitarbeiter hat, auszubauen. Geplant ist das zwar nicht, allerdings: „Wir haben unsere Flächen in den USA erweitert, um Expansionsmöglichkeiten zu haben“, sagt Klenk, „aber das ist alles reine Vorsorge“.
Oberpfälzer Anlagenbauer Krones hat Konflikte genau im Blick
Offenbar ist es in Zeiten eines an Stabilität einbüßenden Welthandels eine der Kernstrategien von Krones, auf alles vorbereitet zu sein: „Wir wollen immer vor der Welle sein und mögliche Probleme vorab erkennen“, sagt Klenk. Die Internationalität führt aber auch dazu, dass Krones sämtliche Konflikte und Kriege genau im Blick haben muss – nicht nur die, auf die sich ohnehin die Weltöffentlichkeit dauerhaft konzentriert. „Mit ihnen umzugehen und daraus Ableitungen zu treffen, ist unser täglich Brot“, sagt Klenk. Dabei helfe das in Jahrzehnten angesammelte Know-how von Mitarbeitern auf der ganzen Welt: „Wir können auch in Märkten weit weg von Europa dank hochqualifizierter Kolleginnen und Kollegen stabil agieren.“