Kommentar zur Schlappe des Schwandorfer OB bei der CSU: Feller hat nun zwei Möglichkeiten

Von Martin Kellermeier · 10. Mai 2025 um 05:00

Keine leichte Zeit für den Schwandorfer Rathauschef. Seine Partei, die CSU, hat ihm am Donnerstagabend das Vertrauen entzogen und lieber den 2. Bürgermeister Andreas Wopperer zu ihrem OB-Kandidaten für die Wahl 2026 gekürt. Wie macht OB Andreas Feller nun weiter? MZ-Redaktionsleiter Martin Kellermeier zeigt in seinem Kommentar zwei Möglichkeiten auf.

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Andreas Feller hat den wohl bittersten Abend seiner politischen Karriere hinter sich. Und auch die kommenden Tage werden nicht leicht für ihn. Er kann sich nach der Niederlage schlecht verstecken. Als OB steht er bereits am Samstag beim Sokolov-Festakt in der Oberpfalzhalle schon wieder im Rampenlicht.

Beobachter werden dann genau hinschauen und versuchen, jede seiner Aussagen zu deuten. Eigentlich hat der OB jetzt zwei Möglichkeiten. Nummer eins wäre, sich zu unterwerfen. Das heißt: Feller opfert sich der eigenen Partei und geht trotz unübersehbarer Meinungsverschiedenheiten demonstrativ einen Schritt auf Andreas Wopperer zu, unterstützt seine Kandidatur und überlässt ihm als seinem Vize im Amt schon jetzt immer mehr und mehr die Bühne. Wopperer könnte sich beweisen und hätte so im Wahlkampf einen womöglich entscheidenden Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern. Und die CSU hätte am Ende gar die Möglichkeit, versöhnlich über den dann scheidenden OB zu sprechen und ihn würdig aus dem Amt zu verabschieden.

Oder setzt Feller lieber auf Möglichkeit Nummer zwei, die pure Angriffslust? Ganz nach dem Motto „Jetzt erst recht“ könnte der OB für die Wahl 2026 eine parteilose Kandidatur anstreben, um doch noch das Ziel von der dritten Amtszeit zu erreichen. Feller weiß, dass er noch immer seine Unterstützer hat. Wenn auch nicht mehr in allzu großer Zahl bei der CSU, doch man darf auch außerhalb der Parteigrenzen in der Bevölkerung nach ihnen suchen. Klar ist aber auch: Mit dieser Option würde wohl der Bruch mit der CSU einhergehen.

Eins oder zwei? Hü oder hott? Nun ist Andreas Feller am Zug. Schon jetzt ist aber klar: Ihren Reiz dürften nicht nur für den OB beide Optionen auf ihre eigene Art und Weise haben.

Der Kommentar gehört zu diesem Haupttext: Nominierung von Wopperer zum OB-Kandidaten sorgt für klare Verhältnisse bei der CSU in Schwandorf