Wochen wie im Wahn: Regensburger zündet eigene Wohnung an – und geht einfach in die Kneipe

Er war scheinbar nicht mehr Herr seiner Sinne: Über Tage hinweg trieb ein inzwischen 31-jähriger Regensburger im November 2023 sein Unwesen. Er soll in Kneipen randaliert und Sicherheitsmitarbeiter angegriffen haben. Das Ganze gipfelte wohl darin, dass er in seiner eigenen Wohnung Feuer legte. In das Gefängnis muss er wohl dennoch nicht.
Seit Oktober 2023 habe sich der Regensburger zusehends seltsam verhalten, sagte ein Zeuge beim Prozessauftakt vor dem Landgericht am Freitagmorgen. Er habe immer wieder Unsinn erzählt, sei wild zwischen Themen hin und her gesprungen. Das liegt laut Anklage wohl an einer Borderline-Störung. Er sei schuldunfähig, so die Staatsanwaltschaft. Folglich geht es im Prozess nicht darum, ob der Regensburger in das Gefängnis muss, es geht vielmehr um eine mögliche Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Einrichtung.
In der Tat liest sich die Anklageschrift so, als wäre der Mann einige Wochen wie im Wahn gewesen. Er soll Anfang November 2023 in den Keller seiner Ex-Partnerin eingestiegen sein, um ihr Rad zu stehlen. Wenige Tage später stürmte er laut Staatsanwaltschaft in das Arbeitsamt und ging einen Sicherheitsmitarbeiter an. Dieser sagte am Freitag im Zeugenstand: „Er hat sich aufgeführt wie die Axt im Walde. Er war nicht ganz bei Sinnen.“ Insgesamt sei er drei Mal in die Behörde gekommen und habe für Aufruhr gesorgt – einmal habe er sich sogar verbarrikadiert.
Der Angeklagte entschuldigte sich bei dem Mann. „Ich war in einer schwierigen Verfassung. Es tut mir leid.“ Der Sicherheitsmitarbeiter nahm die Entschuldigung an. „Ich hoffe, dass es nun besser geht.“ Abgesehen davon schwieg der 31-Jährige auf der Anklagebank.
Ausraster in Regensburg Bar – und am Bahnhof
Wenige Tage nach einem der Ausraster im Arbeitsamt stürmte der heute 31-Jährige in eine Szenekneipe in der Altstadt. Er soll sofort die Wirtin angegangen sein, die Frau wurde dabei verletzt. Nur Stunden später tauchte er laut Anklage am Regensburger Hauptbahnhof auf. Dort attackierte er ein Auto der Bundespolizei. Rund eine Woche später wurde sein ehemaliger Arbeitgeber Ziel einer Attacke.
Die Ausraster des Mannes gipfelten Anfang Dezember 2023 darin, dass er laut Anklage Feuer in seiner Wohnung am Galgenberg legte und anschließend einfach in eine nahegelegene Kneipe ging. Dort traf er auf einen seiner Nachbarn, dem er freimütig von dem Brand in seinem Zimmer erzählte. Der Mitbewohner sagte am Freitag, er habe das durchaus ernst genommen und sei daraufhin nach Hause, um nachzusehen. Dort habe er Brandgeruch vernommen und die Polizei gerufen. Diese entdeckte in der Wohnung des Angeklagten einen stark verkokelten Schrank, sagte einer der Beamten.
Der Prozess wird fortgesetzt.