Ein Euro Beute, Tausende Euro Schaden: Notorischer Schläger knackt reihenweise Autos in Regensburger Tiefgaragen

Von Philip Hell · 8. Mai 2025 um 14:00

Eine Ausbildung hat er nicht – dafür jede Menge auf dem Kerbholz: Ein gerade einmal 20 Jahre alter Bulgare aus dem südlichen Landkreis soll über Monate hinweg immer wieder in Tiefgaragen eingebrochen sein. Damit nicht genug: Der Mann scheint ein massives Gewaltproblem zu haben.

Zwischen Dezember 2023 und August 2024 soll der Bulgare in über ein Dutzend Tiefgaragen im gesamten Stadtgebiet eingestiegen sein – auch die Silvesternacht nutzte er wohl für eine seiner Diebestouren, sagte Staatsanwältin Dr. Blankenhorn beim Prozess am Donnerstag. Während ganz Regensburg die Korken und Böller knallen ließ, hebelte der Mann zahlreiche Autos auf. Die Ausflüge des heute 20-Jährigen waren dabei nicht gerade von Erfolg gekrönt. Nicht selten machte er gar keine Beute. In einem Fall brach er in ein Auto ein – und ließ exakt einen Euro mitgehen. Den Schaden am Fahrzeug schätzen die Ermittler dafür auf 2000 Euro.

Bei seinen Diebstahlstouren beschränkte sich der junge Mann offensichtlich nicht nur auf Tiefgaragen. Im Oktober vergangenen Jahres soll er gemeinsam mit einem unbekannten Komplizen eine Wohnungstür im Regensburger Osten eingetreten haben. Gemeinsam sollen sie den Bewohner verprügelt und mit einem Elektroschocker malträtiert haben. Die Beute: ein Uralt-iPhone und eine Musikbox. Die Tat hatte allerdings anscheinend einen persönlichen Hintergrund.

Bulgare zückt Messer am Regensburger Bahnhof

Denn: Nur einen Tag später trafen Opfer und Täter erneut aufeinander. Unweit des Regensburger Hauptbahnhofs soll der Bulgare ein Messer gezückt und seinem Kontrahenten mit dem Tod gedroht haben. Was hinter der Tat steckt, ist unklar.

Offensichtlich ist dafür, dass der junge Mann ein Problem mit seiner Impulskontrolle hat. Im September 2024 fuhr er mit dem Bus in seinen kleinen Heimatort im Landkreis Regensburg. An seiner Haltestelle stieg der Bulgare aus – und schlug einem Mann, der gerade zusteigen wollte, zweimal ins Gesicht. Ohne Grund, wie die Staatsanwältin ausführte. Danach jagte er sein Opfer mit einem Pfefferspray, bis der Busfahrer dazwischen ging.

Altlasten aus der Jugend: Verfahren wird nichtöffentlich geführt

Schon 2022 verprügelte der Bulgare jemanden auf dem Arcadensteg, wie Staatsanwältin Dr. Blankenhorn vortrug. Damals war er noch nicht einmal 18 Jahre alt. Auch dieser Fall wird vor dem Amtsgericht mitverhandelt. Allerdings war allem Anschein nach niemandem aufgefallen, dass das Verfahren dadurch hinter verschlossenen Türen zu führen ist. Richter Ehrl bat die Öffentlichkeit daraufhin, den Saal zu verlassen.