So bekämpft die Feuerwehr in Ostbayern Wald- und Flächenbrände

Das Klima wandelt sich, die Böden sind ausgedörrt. Bereits vor wenigen Wochen gab es in diesem Jahr die ersten Warnungen vor möglichen Wald- und Flächenbränden. Um im Brandfall effektiv reagieren zu können, wurde jetzt im Ortsteil Hienheim das Löschen vom Hubschrauber aus geübt. Im Mittelpunkt standen dabei nicht die Piloten.
„Klarstandsübung“ lautet der Begriff, unter dem am Donnerstag über 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren Neustadt a.d. Donau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Landkreis Cham und Straubing am Flugplatz in Hienheim anrückten. Außerdem waren vier Hubschrauber – drei von der Polizei, einer von der Bundeswehr – vor Ort. Es ging darum, Waldbrände und Einsätze an unzugänglichen Stellen wie der Weltenburger Enge oder dem Altmühltal zu trainieren. Dabei ging es vor allem um den Einsatz von Flughelfern. Sie weisen die Hubschrauber-Piloten ein, hängen Lasten an die Maschinen oder koppeln Lasten ab. Damit sind die Flughelfer das wichtige Bindeglied bei den Einsätzen der Hubschrauber.
Jürgen Bucher, Kommandant der Neustädter Feuerwehr, erklärte den Ablauf der Übung am Donnerstagmorgenallen Beteiligten noch einmal genau. Wie die Hubschrauber den Flugplatz verlassen sollten, in welche Richtung es dann ging, wo Wasser geholt wurde und wo sich die Außenplätze befanden, außerdem „Kleinigkeiten“ wie die richtige Funkfrequenz und wo Treibstoff zum Betanken der Hubschrauber bereitstand.
„Was Besonderes“
Dann lief die Maschinerie auch schon an. Die Flughelfer besprachen sich noch einmal mit den Hubschrauberbesatzungen, dann liefen an der CH 53, einem Transporthubschrauber der Bundeswehr, auch schon die Motoren und Turbinen an. Die CH 53 startete als erster Hubschrauber, die anderen folgten.

Wolfgang Hertlin, einer der Neustädter Flughelfer; freute sich. „Dieser Tag ist schon was Besonderes“, sagte er. „Es sind viele Menschen hier – und es ist laut.“ Und, gestand er, es sei zwar eine Übung, aber es könne trotzdem immer etwas unvorhergesehenes passieren. Etwas Nervenkitzel gehörte also dazu.
Tatsächlich war es denn aber vo allem kalt. Die Quecksilbersäule im Thermometer kam bis Mittag nicht auf zehn Grad Celsius, was aber zwei Dutzend Zuschauer nicht davon abhielt, sich den Flugbetrieb anzusehen. Die Kinder unter den Zuschauern trugen ausnahmslos Ohrenschützer.

Der Übungsablauf entsprach genau dem, was Hubschrauberbesatzungen und Flughelfer auch im Ernstfall zu leisten haben. Geübt wurde der Transport von Lasten und Wasser sowie die Brandbekämpfung aus der Luft und das Befüllen verschiedener Behälter. Dabei wurden neben dem Hienheimer Flugplatz auch mehrere Außenlandeplätze eingebunden. Dutzende Male wurden sie an diesem Donnerstag angeflogen.
Manfred Sacher, Flugeinsatzleiter der Polizeihubschrauberstaffel in Bayern, stellte fest: „Wir haben circa 2500 Einsätze pro Jahr über Bayern verteilt. Das sind sieben, acht Einsätze pro Tag. Es sind Suchen nach Personen und Sachen. Wir fahnden auch bei Schwerstkriminalität.“
Auch Großeinsätze
Weiter sagte Sacher: „Wir hatten bereits zwei Großeinsätze in diesem Jahr. Einer war in Bayrischzell, wo wir mit vier Polizeihubschraubern einen Waldbrand im Gebirge löschen mussten. Der weitere Einsatz war an diesem Wochenende im Bereich Erlangen.“ Da musste die Polizei als Feuerwehr ausrücken und löschen, weil ein Großbrand zunächst nur aus der Luft bekämpft werden konnte.