Neuer Standort für das Gerätehaus in Ebermannsdorf wirft viele Fragen auf

Mit 7:6 Stimmen hat der Gemeinderat Ebermannsdorf (Landkreis Amberg-Sulzbach) entschieden, dass das neue Gerätehaus der FF Ebermannsdorf an der Kreisstraße AS23 nach Schafhof gebaut wird. Der Standort lässt aber viele Fragen offen: Von bis zu einer Million Euro Mehrkosten wurde in der Sitzung gesprochen. Die Umsetzung wird wohl dauern, weil verschiedene Aufgaben zu erfüllen sind.
Im Feuerwehrbedarfsplan waren fünf Standorte für das Gerätehaus betrachtet worden. Zwei sind übriggeblieben und dazu wurden Bauvoranfragen beim Landratsamt Amberg-Sulzbach eingereicht. Zur Abstimmung standen schließlich der Standort bei den ehemaligen Tennisplätzen auf einem Grundstück, das der Gemeinde bereits gehört, und der Standort am Ortsende in Richtung Schafhof. Dieses Grundstück muss aber erst gekauft werden.
Bei der Abstimmung im Gemeinderat hat sich eine knappe Mehrheit dafür ausgesprochen, das neue Gerätehaus am Ende des Orts in Richtung Schafhof zu errichten – in der Nähe des bisherigen Gerätehauses. Doch in trockenen Tüchern scheint diese Entscheidung nicht zu sein, weil noch lange Vorarbeiten bis zur Baureife erforderlich sind. Auch die Kosten müssen noch betrachtet werden.
Für den Bürgermeister ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar
Mit den sechs Stimmen von CSL, Freien Wählern, SPD und sowie der Stimme von Christian Schmid von der CSU-Fraktion stimmten schließlich sieben Gemeinderäte für den Standort an der Kreisstraße Richtung Schafhof. Die sechs verbleibenden Mitglieder der CSU-Fraktion haben für das Grundstücks auf den ehemaligen Tennisplätzen votiert. Dies hatte die Gemeinde schon so beabsichtigt, dafür hätten auch die bisher vorliegenden Ergebnisse der Voranfragen beim Landratsamt, bei der Regierung der Oberpfalz und beim Wasserwirtschaftsamt gesprochen, hieß es.
Bürgermeister Erich Meidinger (CSU) und CSU-Fraktionssprecher Günther Denk sprachen von einer nicht nachvollziehbaren Entscheidung der Befürworter des Standortes am Ortsende von Ebermannsdorf. Dieser werde wesentlich höhere Kosten bringen. Denk merkte an, man müsse rechnen, was sich die Gemeinde überhaupt leisten könne. „Etwa eine Million Euro an Mehrkosten sind für die Gemeinde nicht tragbar“, sagte er.
Zufahrt im Hochwasserschutzgebiet: CSL, FW und SPD haben Zweifel
Johann Vornlocher, Sprecher von CSL, FW und SPD, führte an, seine Fraktion sei der Ansicht, dass dieser Standort von der Lage her der bessere sei. Die Feststellung der Regierung der Oberpfalz und des Wasserwirtschaftsamtes, dass die Zufahrt im Hochwasserschutzgebiet des Elsenbaches liege, würden er und weitere Mitglieder seiner Fraktion anzweifeln. Vornlocher forderte eine erneute Überprüfung.
Für den beschlossenen Standort ist nach vorliegenden Aussagen des Landratsamtes auch die Erstellung eines Lärmschutzgutachtens wegen der nahen Wohnbebauung erforderlich. Zudem werde eine Stützmauer nötig, wobei die Baumfallgrenze einbezogen werden müsste.
Keine Förderung des Neubaus durch die Regierung der Oberpfalz
Als größtes Problem wird aber gesehen, dass die Zufahrt für den beschlossenen Standort im Einzugsbereich des 100-jährigen Hochwassers (HQ 100) liege. Eine Förderung durch die Regierung der Oberpfalz sei daher ausgeschlossen, zitierte Meidinger aus dem Statement der Regierung. Er rechnete vor: Bei einem derartigen Projekt liege die Förderung der Regierung bei 493.000 Euro – und dieses Geld werde der Gemeinde dann fehlen.
Etwa eine Million Euro an Mehrkosten sind für die Gemeinde nicht tragbar.
Günther Denk, Sprecher der CSU-Fraktion im Gemeinderat
Die Stützmauer zur Hangabsicherung – 60 Meter lang und 4,50 Meter hoch – würde nach einer Schätzung 100.000 Euro kosten. Dazu kämen weitere 170.000 Euro für den Erdaushub und die Kosten für den Grundstücksankauf oder Tausch von etwa 257.000 Euro. Die Mehrkosten für diesen Standort an der Kreisstraße Richtung Schafhof ohne staatliche Förderung bezifferte der Bürgermeister insgesamt auf etwa eine Million Euro.
Auch ein Lärmschutzgutachten muss noch erstellt werden
Aufgrund der derzeitigen Finanzsituation und auch mit Blick auf die Haushalte für die nächsten Jahre könne das die Gemeinde nicht stemmen, sagte er. Gemeinderat Hermann Sturm (CSU) merkte zum Standort an der Kreisstraße an, es sei seiner Meinung auch fraglich, ob man vom Landratsamt überhaupt eine Baugenehmigung bekommen würde.
Völlig offen sei auch das Ergebnis des geforderten Lärmschutzgutachtens wegen der direkt angrenzenden Wohnbebauung. Zudem befinde sich das ausgewählte Grundstück in Privatbesitz und werde landwirtschaftlich genutzt. Dies sei alles noch zu klären – und das würde den Bau zeitlich enorm verzögern würden, sagte Bürgermeister Meidinger.
Der angesetzte Tagesordnungspunkt zur Abstimmung für die Beauftragung von Planungsleistungen für das Feuerwehrgerätehaus mit Sozialtrakt auf der Fläche bei den Tennisplätzen entfiel damit.
Zuschuss für Maßnahme in Pittersberg wird gewährt
Der Gemeinderat beschloss außerdem einstimmig, für die Erneuerung des Sandkastens mit Sitzgelegenheit im Spielplatz Pittersberg für den Verein Schöpfung, Umwelt und Kultur einen Zuschuss von 2677 Euro zu gewähren. Die Maßnahme kostet 7677 Euro. Davon werden 5000 Euro von der LAG-Regionalentwicklung Amberg-Sulzbach übernommen.