Bauen in Kelheim: Mehr neue Wohnungen, mehr Streit in der Nachbarschaft?

Von Beate Weigert · 7. Mai 2025 um 05:00

Mehr Wohnraum ist willkommen in der Kreisstadt – wäre da nur nicht das Thema „Parken“. Im Bauausschuss ging es um ein Vorhaben in der Altstadt und das Update eines Bebauungsplans im Kelheimer Osten.

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Die Kreisstadt braucht neue Wohnungen in allen Größen. In der Altstadt wie in der Bauersiedlung könnten bald welche entstehen. Hier soll ein leerstehendes Anwesen saniert und ausgebaut werden. Dort legte die Stadt die Leitplanken für neue Regeln beim (nachverdichtenden) Bauen. Diese Einwände kamen im Bauausschuss.

Eine ehemalige Schreinerei in der Benefiziatengasse soll saniert und zum Mehrparteien-Haus umgebaut werden. Gegen die geplanten 14 Wohneinheiten hatten die meisten Ausschuss-Mitglieder nichts einzuwenden. Im Gegenteil. Wenn ein Investor sich eines langjährigen Leerstands annehme und auch noch Wohnraum schaffe, um die Innenstadt zu beleben, sei dies positiv, hieß es nahezu unisono im Bauausschuss.

„Zu wenig Stellplätze“

Einzig Grünen-Stadtrat Christian Rank sah die Zahl der geplanten Wohnungen kritisch. „Der Umbau ist mir zu intensiv, die Wohnungen zu viel, die Stellplätze zu wenig“, merkte er an.

Auch im Rathaus habe man den Bauantrag mit Blick auf die Stellplätze kritisch gesehen, merkte Bürgermeister Christian Schweiger an. Der Bauherr müsse mit Blick auf die Stellplatzsatzung 31 Parkplätze schaffen. 15 seien „historisch belegt“. 16 weitere seien zu errichten, wovon drei planerisch auf dem Grundstück nachgewiesen seien, hieß es. Das Ablösen der 13 erforderlichen Stellplätze koste 91.000 Euro (7000 pro Stellplatz).

Im Folgenden kam es zu einer grundsätzlichen Parkplatz-Diskussion: Bürgermeister Schweiger befand, dass es viele Parkplätze um die Altstadt herum gebe. „Längeres Parken“ müsse dort stattfinden, nicht in der Altstadt. Dies müssten Vermieter auch klar kommunizieren. „Es gibt keinen Anspruch auf Parkplätze vor Ort.“

CSU-Fraktionssprecherin Johanna Frischeisen erinnerte an den Antrag ihrer Partei von 2023 für ein Parkdeck am Niederdörfl mit einer Ebene für die Pkws der Altstadtbewohner.

Was ist mit Parkdeck-Idee?

Das Thema sei nicht vergessen, entgegnete Stadtbaumeisterin Andrea Rieger. Die Mehrheit der Stadträte hatte vor zwei Jahren nicht nur zugestimmt, der Auftrag an die Verwaltung habe auch gelautet, „dass das Projekt günstiger werden“ müsse. Drei Millionen Euro an Kosten standen damals im Raum.

Der Bürgermeister warf ein, dass man sich wohl auch die Stellplatzsatzung nochmals zur Brust nehmen müsse. „Wollen wir alle Gebiete in der Stadt gleich behandeln oder soll es in der Altstadt andere Regeln geben?“ Das sei die Frage.

Gegen den vorliegenden Antrag sei nichts zu sagen. Zumal der Bauherr bereits früher einen Antrag auf Abbruch gestellt hatte. Dafür war ihm aber das gemeindliche Einvernehmen verweigert worden, erinnerte Schweiger. Mit einer Gegenstimme gab es grünes Licht für das Mehrparteienhaus.

Nachverdichten ist das Ziel: Zum Bebauungsplan „Kelheimwinzer Überarbeitung“ erhoben vier Bürger Einwände. Der Bauausschuss verabschiedete den aktualisierten Plan final mit 6:1-Mehrheit. - Foto: Beate Weigert

Der Bauantrag für zwei Mehrparteien-Häuser Ende 2023 in der Bauersiedlung hatte eine Kontroverse um Nachverdichtung ausgelöst. Denn es waren deutlich mehr Wohneinheiten geplant als es der bestehende Bebauungsplan hergab. In der Folge nahm sich die Stadt auf Anregung des Landratsamts die Aktualisierung des Plans vor – mit dem Ziel mehr Nachverdichtung zu ermöglichen. Demnächst wird der Plan rechtskräftig. Mit 6:1 Stimmen fiel im Bauausschuss der Satzungsbeschluss nach zweiter öffentlicher Auslegung. Nur Grünen-Stadtrat Christian Rank stimmte dagegen. Er teilte die Sicht der Bürger, die Einwände erhoben hatten (s. im Folgenden).

Bürger-Einwände gegen Nachverdichtung in der Bauersiedlung

• Stellungnahmen: Es sei „eher ungewöhnlich“, dass so viele Bürger Stellungnahmen abgeben, kommentierte Christian Rank die vier Einwände.

• Sorgen: Die Bürger führten „Ungerechtigkeit“ ins Feld, in verschiedenen Zonen sollen unterschiedlich viele Wohneinheiten erlaubt sein. Auch Probleme beim Parken (insbesondere in der Rebhuhnstraße) oder mit einer zu klein dimensionierten Kanalisation bei Starkregen sahen sie vorprogrammiert. Planer Fritz Bauer argumentierte, dass das eine gezielt so aufgenommen sei, das andere nicht die Ebene der Bauleitplanung betreffe.