Taxi-Gutscheine für alle Kelheimer ab 70 Jahren – sinnvoll oder verschwenderisch?

Von Beate Weigert · 5. Mai 2025 um 19:00

Mobil bleiben, trotz Sparkurs: Kelheims Stadtrat ringt um ein alteratives Mobilitätskonzept nach dem Kexi-Aus. Ein Jahr wird nun getestet, ob die neue Lösung wirklich die Richtigen hilft.

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Noch knapp zwei Monate, dann wird der Stadt-Kexi in Kelheim aus Kostengründen eingestellt. Für bestimmte Zielgruppen soll es aber ab Juli eine Alternative geben. Nämlich von der Stadt bezuschusste Taxi-Gutscheine.

Senioren ab einem gewissen Alter und Kreisstädter mit Schwerbehinderung sollen testweise ab Juli – nach einer Registrierung im Rathaus – verbilligt Taxi fahren können. Bis Jahresende fünfmal.

Im Stadtrat gab es zu dem Vorhaben noch einige Anmerkungen: So wollte Ludwig Birkl (FW) etwa eine gerade Anzahl von Fahrten bieten, denn man fahre ja „hin und zurück“.

Franz Aunkofer kritisiert „Gießkannen-Prinzip“

Franz Aunkofer kritisierte die Vergabe nach dem „Gießkannen-Prinzip“. Dass zunächst einmal – neben Menschen mit Schwerbehinderung – etwa alle Senioren ab 70 Jahren Taxi-Gutscheine erhalten sollen, hielt der Grünen-Stadtrat für „unausgereift“. Denn es gebe sicher viele Kelheimerinnen und Kelheimer in dieser Altersgruppe, die überhaupt nicht bedürftig seien und denen die Stadt dennoch verbilligte Fahren ermögliche, kritisierte Aunkofer.

Man wollte die Vorgaben nicht zu kompliziert machen, konterte Bürgermeister Christian Schweiger. Es gebe sicher einige Aspekte, bei denen man nachjustieren müsse. Mit Blick auf die Bedürftigkeit ging er davon aus, „dass nicht jeder die Gutscheine anfordern“ werde. „Am Ende des Tages sei es eine politische Entscheidung“, ob man die Gutscheine gewähren wolle oder nicht, so Schweiger.

Walter Siller, der Fraktionssprecher der SPD, warb dafür, bis Jahresende das Ganze einmal zu versuchen. Dem schloss sich am Ende eine große Mehrheit an. Mit 17:5 votierte das Gremium für die Kooperation der Stadt mit den lokalen Taxi-Unternehmen.

Bis Jahresende läuft nun quasi ein erster Test an. Die Gutscheine haben bei regulären Fahrten einen Wert von fünf Euro, bei rollstuhlgerechten Touren einen Wert von 15 Euro. Die Stadtverwaltung wird die berechtigten Personen anschreiben und informieren. Weil die Berechtigung von der Verwaltung überprüft werden muss, müssen die Kelheimer einmal im Rathaus vorstellig werden, etwa um im Original ihren Schwerbehindertenausweis vorzuzeigen.

Nach einem Jahr Laufzeit soll das alternative Mobilitätsprojekt auf den Prüfstand gestellt werden, hieß es. Dann entscheiden die Stadträte, ob es weitergeht oder die Taxi-Gutscheine in der Kreisstadt wieder abgeschafft werden.