Heftige Diskussionen in Facebook nach Prügelei am Neuen Markt: Das sagt die Neumarkter Polizei

Ein gewaltsamer Streit zwischen zwei 16-Jährigen am vergangenen Freitag hat in Neumarkt zu umfangreichen Diskussionen in sozialen Medien und einem Treffen von besorgten Menschen am Montag hinter dem Neuen Markt geführt. Die Polizei Neumarkt steht in der Kritik und meldete sich mit einem Aufruf zu Wort.
„Hallo Leute, das ist der Täter 02.05.2025 [...]“ So beginnt ein Post in Facebook, dessen zugehöriges Foto einen jungen Mann zeigt. Der Autor des Posts erklärt, dass der auf dem Foto zu sehende junge Mann einen 16-Jährigen hinter dem Neuen Markt angegriffen und schwer verletzt haben soll. Er soll ein Messer gehabt haben. Die Polizei könne nichts machen, behauptet der Autor weiter und warnt vor dem angeblichen Täter.
Dieser Beitrag zog weite Kreise. Stand Montag gab es mehr als 100 Kommentare darunter. In der Folge gab es weitere Beiträge in der Gruppe „Was ist los in Neumarkt i.d.Opf.“, die ebenfalls wiederum hunderte Kommentare hatten. Darin schildern Menschen, dass es ein Problem mit Jugendlichen im Umfeld des Neuen Marktes gebe. Der jüngste Vorfall sei der Höhepunkt der Entwicklung. Neben Fragen zur Rolle der Polizei fanden sich in den Kommentaren die Sorge um eigene Kinder, Ankündigungen, dort auf eigene Faust „aufräumen“ zu wollen, und solche, die eine Verbindung von Kriminalität und Migration herstellten. Es gab aber auch Stimmen, die davor warnten pauschal zu urteilen und der Polizei zu vertrauen. Vor allem kritisierten einige, dass ein Bild des angeblichen Täters ohne konkrete Beweise veröffentlicht wurde.
Angreifer hinter dem Neuen Markt soll Messer dabei gehabt haben
All das veranlasste die Polizei dazu, am Montag zu erklären: Die Veröffentlichung von Bildern ohne Einwilligung der abgebildeten Person sei in der Regel nicht zulässig. Sie bitte die Bevölkerung darum, bei der Weitergabe von Infos im Internet umsichtig zu handeln.
Zum besagten Vorfall erklärte die Inspektion, dass es am Freitag gegen 22:12 Uhr in der Dammstraße zu einem Streit zwischen zwei 16-Jährigen gekommen sei. „Einer der Beteiligten schlug auf den anderen ein und fügte ihm durch Bisse Verletzungen zu. Der tatverdächtige Jugendliche soll zudem ein Messer mit sich geführt haben, das jedoch nicht verwendet wurde“, heißt es in der Meldung der Polizei weiter.
Der Verletzte kam laut Polizei ins Klinikum. Inzwischen ist er laut seiner Mutter wieder in der Schule, aber stark verstört von dem Vorfall. Den Tatverdächtigen hat die Polizei nach eigenen Angaben inzwischen durch Videoaufnahmen identifiziert.
Mit der Polizei und dem, was sie kommuniziert hat, ist nicht jeder zufrieden. Zum Beispiel Jennifer Schäfer, die via Facebook ein Treffen am Freitagnachmittag hinter dem Neuen Markt organisiert hat. Rund 20 Menschen kamen. Auch die Mutter des Opfers. Sie berichtet von Schnittwunden bei ihrem Sohn. „Warum behauptet die Polizei dann, dass das Messer nicht benutzt wurde?“, fragte Schäfer. Und warum sei der mutmaßliche Täter noch nicht festgenommen?
Polizei Neumarkt sieht am Neuen Markt keinen Gefahrenschwerpunkt
Der neue Inspektionsleiter Patrick Pickel verweist auf die strengen Regeln, wann die Polizei jemanden festnehmen darf. Er deutete damit an, dass diese im vorliegenden Fall offenbar bislang nicht erfüllt sind. Da es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handele, könne er nicht zu sehr ins Detail gehen, sagte Pickel.
Zweierlei betonte er aber: Einerseits sei der Polizei durchaus bekannt, dass es in der Vergangenheit zu „Sicherheitsstörungen“ hinter dem Neuen Markt gekommen sei. Einen Gefahrenschwerpunkt gibt es nach Ansicht der Polizei aber nicht. Auch weil die Polizei seit geraumer Zeit regelmäßig vor Ort immer wieder präsent sei. So auch am Montag angesichts des Treffens.
Initiatorin des Treffens am Neuen Markt will es wiederholen
Schäfer und andere Teilnehmer beurteilen die Lage anders als die Polizei. Das Treffen solle auf das Thema aufmerksam machen, erklärte Schäfer und kündigte an: „Es wird nicht das letzte gewesen sein.“
Das Management des Einkaufszentrums erklärte auf Anfrage, dass es von dem Vorfall jenseits der Grundstücksgrenzen des Neuen Marktes nur das wisse, was in den sozialen Medien zu lesen gewesen sei