Nach Diebstahlserie bei Schwandorf: Vereinschef nimmt betroffene Angler in die Pflicht

Eine Diebstahlserie an den Ufern im Süden der Stadt Schwandorf sorgt weiter für Gesprächsstoff. Nun hat sich der Vorsitzende des betroffenen Sportanglervereins eingeschaltet. Er sieht die Verantwortung bei den jeweiligen Fischern.
Wie berichtet, gab es in der Nacht zum vergangenen Samstag eine Reihe von Diebstählen im Bereich des Südsees und des Mühlfeldsees, beide im Süden der Großen Kreisstadt gelegen. Sechs Fälle wurden der Polizei bekannt, Geschädigte waren jeweils Angler. Ihnen wurde Ausrüstung gestohlen, darunter Ruten, Kescher und Futtereimer. Den entstandenen Schaden bezifferte die Polizei auf 1380 Euro.
Der Südsee und der Mühlfeldsee werden vom Sportanglerverein Schwandorf verwaltet. Dessen Vorsitzender Stefan Donhauser hatte am Wochenende ebenfalls von den Diebstählen erfahren. „An mich sind einige geschädigte Mitglieder herangetreten und wollten einen Ersatz für ihre gestohlene Ausrüstung“, berichtet der 61-Jährige im Gespräch mit der MZ. Doch sein Verein hafte in derartigen Fällen freilich nicht.
Hätte die Diebstahlserie bei Schwandorf verhindert werden können?
Donhauser stellt fest, dass eine Rute während des Angelns ständig beaufsichtigt werden müsse – also auch nachts, sofern denn gefischt werde. „Jeder ist für sich selbst verantwortlich“, konstatiert der Vereinsvorsitzende. Und er ergänzt: „Wenn die jeweilige Angelrute ordnungsgemäß beaufsichtigt worden wäre, hätte es den Diebstahl mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gegeben.“

Bereits vor dem vergangenen Wochenende sei es an den Gewässern des Sportanglervereins Schwandorf vereinzelt zu Diebstählen gekommen, so Donhauser. Doch einige Fälle seien bei der Polizei nicht zur Anzeige gebracht worden, weil das die betroffenen Fischer nicht wollten.
Vereinschef traut hiesigen Anglern die Tat nicht zu
Wer steckt hinter den Taten? Darüber rätselt derzeit auch Vereinschef Donhauser. „Einen konkreten Verdacht haben wir in der Vorstandschaft nicht“, sagt er. Es sei aber vorstellbar, dass die Beute „irgendwann im Internet zum Verkauf angeboten wird oder nach Osteuropa wandert“. Dass hiesige Angler hinter den Taten stecken, ist für Donhauser nahezu ausgeschlossen. „Die Gefahr, dass sie mit der gestohlenen Ausrüstung gesehen werden, wäre viel zu hoch“, erklärt er.
Einen konkreten Verdacht haben wir in der Vorstandschaft nicht.
Stefan Donhauser, Vorsitzender des Sportanglervereins Schwandorf
Die Polizeiinspektion Schwandorf ist bei ihrer Ermittlungsarbeit indes weiter auf Beobachtungen von Zeugen angewiesen. „Aktuell haben wir noch keine heiße Spur“, sagte Polizeihauptkommissar Florian Meier auf Anfrage. Wer Hinweise geben kann, soll sich unter Telefon (0 94 31) 4 30 10 melden.