Nach Vorfall in Spanien: So ist der Landkreis Schwandorf auf einen Blackout vorbereitet

Die Landkreise und Kommunen sind heutzutage mit verschiedenen Gefahren konfrontiert: Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels, Pandemien und Tierseuchen, Cyber-Angriffe oder Blackouts bei der Stromversorgung. Darauf bereiten sie sich im Rahmen des Katastrophenschutzes vor. Dass diese Gefahren sehr real sind, zeigt der Stromausfall in Spanien und Portugal am Montag.
Auch der Landkreis Schwandorf hat einen Notfallrahmenplan erarbeitet, der nach und nach umgesetzt werden soll. Über den aktuellen Stand wurden kürzlich bei der Bürgermeisterdienstbesprechung die Gemeindechefs und Stadtoberhäupter informiert. Bereits im ersten Halbjahr 2023 wurde das Landratsamtsgebäude mit einer Notstromeinspeisestelle ertüchtigt. Auch fünf landkreiseigene Hallen wurden mit Einspeisestellen für Notstrom ausgestattet. Im vergangenen Jahr sei eine weitere Halle hinzugekommen, erklärte Gerhard Domaier vom Sachgebiet Sicherheitsangelegenheiten und Gewerbewesen im Landratsamt. Mehrere Chargen Feldbetten seien ebenfalls besorgt worden.
Drei Ausschreibungen für Netzersatzanlagen waren nötig
Schwieriger verlief nach seinen Worten die Beschaffung von Netzersatzanlagen. Eine erste Ausschreibung im dritten Quartal 2023 habe gar keine Angebote erbracht. Bei einer zweiten Ausschreibung gingen laut Domaier zwar zwei Angebote ein, die aber nicht verwertbar waren. Erst eine dritte Ausschreibung im ersten Quartal 2024 habe endlich zu dem gewünschten Erfolg geführt. So konnte wenige Wochen später die Lieferung der fünf Netzersatzanlagen in Auftrag gegeben werden. „Im Herbst 2025 sollen sie dann zur Verfügung stehen“, kündigte Domaier an. Für die Netzersatzanlagen hat der Landkreis insgesamt Kosten in Höhe von mehr als 1,6 Millionen Euro eingeplant. Damit ist der Betrag gegenüber früheren Planungen deutlich angestiegen – da war der Landkreis noch von Gesamtkosten in Höhe von einer Million Euro ausgegangen.
Die Kommunen, die ebenfalls für den Notfall vorsorgen müssen, werden bei der Beschaffung der fünf Netzersatzanlagen finanziell nicht belastet. Sie tragen dennoch einen großen Anteil an den Gesamtkosten für die Maßnahmen des Notfallrahmenplans – insgesamt knapp 2,2 Millionen Euro. Der größte Einzelbetrag mit mehr als 1,9 Millionen Euro fällt für die Beschaffung von Notstromaggregaten an.
Für die Zukunft hat laut Kreisverwaltung die Anschaffung von Satellitenfunk höchste Priorität. In diesem und im nächsten Jahr sollen die Bedarfserhebung und die Ausschreibung erfolgen. In den Jahren 2027 und 2028 soll dann jeweils eine Tranche beschafft werden.
Externe Tankstellen werden für den Notstrombetrieb ertüchtigt
Höchste Priorität hat auch die Einspeisung in die Katastrophenschutz-Leuchttürme, die bis zum Jahr 2030 umgesetzt sein soll. Ab 2026 ist auch die Ertüchtigung externer Tankstellen für den Notstrombetrieb vorgesehen – jedes Jahr eine, angefangen in Schwandorf über Nabburg und Neunburg bis Bodenwöhr und Oberviechtach. Weitere Feldbetten sollen in den kommenden Jahren ebenfalls angeschafft werden.
Die Umsetzung der einzelnen Notfallmaßnahmen erfolge mit Rücksicht auf die Haushaltssituation des Landkreises, hieß es vonseiten der Verwaltung. „Das, was alle tun können, sollten sie auch machen“, sagte Domaier zu den Bürgermeistern.