Neunburg ist im Landkreis Schwandorf ein Vorreiter in Sachen Wärmeplanung

Von Jan Lange · 25. April 2025 um 11:00

Bis spätestens zum 30. Juni 2028 müssen alle Kommunen eine Wärmeplanung für ihren Bereich vorlegen. Während viele Städte und Gemeinden noch am Anfang der Planungsphase stehen, ist Neunburg schon einen großen Schritt weiter.

Die Pfalzgrafenstadt hat sich das Institut für Energietechnik (IfE) der OTH Amberg-Weiden mit ins Boot geholt, das sie bei der Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung unterstützt. Bereits zwei Bürgerversammlungen wurden initiiert und eine Umfrage unter Gebäudeeigentümern durchgeführt. Eine Machbarkeitsstudie wird mit Bundesmitteln in Höhe von 90 000 Euro gefördert.

Neunburg ist neben Wackersdorf eine der wenigen Kommunen im Landkreis Schwandorf, die eine Förderung vom Bund erhalten. Weitere Gemeinden werden auch nicht mehr dazukommen, wie kürzlich bei der Bürgermeisterversammlung in der Oberpfalzhalle in Schwandorf deutlich wurde. Denn Anfang des Jahres ist die bayerische Verordnung zur Wärmeplanung in Kraft getreten. Danach sind die Kommunen verpflichtet, Rahmenbedingungen für eine klimaneutrale Energieversorgung zu schaffen.

Pauschaler Zuschuss vom Freistaat

Der Freistaat lässt seine Kommunen mit den anfallenden Kosten aber nicht allein. Wie Markus Brautsch, Professor am Institut für Energietechnik, den Bürgermeistern erklärte, gebe es auf Antrag einen pauschalen Zuschuss, dessen Höhe sich nach der Einwohnerzahl richtet und zwischen 41 000 und 52 000 Euro beträgt. Darüber hinaus sei ein Sonderfonds bei besonders aufwendigen Fällen geplant. Mit dieser finanziellen Unterstützung könnten die Kosten für die Fachgutachten laut Brautsch im Grunde gedeckt werden. Er appellierte an die Bürgermeister, mit dem Prozess in ihren Kommunen baldmöglichst zu beginnen. Der letztmögliche Start sei der 30. Juni 2027, da die Planung laut Brautsch ein Jahr dauert.

Bei der Kommunalen Wärmeplanung handelt es sich um einen Rahmenplan für die Wärmewende vor Ort. Die Städte und Gemeinden sollen sich von fossilen Energieträgern verabschieden. Es gehe laut Brautsch darum, Öl- und Gasheizungen durch eine umwelt- und klimafreundliche Wärmeversorgung zu ersetzen. Für Gemeinden bis 10 000 Einwohnern – im Landkreis Schwandorf sind das 30 von 33 Kommunen – wird ein vereinfachtes Wärmeplanungsverfahren ermöglicht. Mehrere Kommunen können bei der Wärmeplanung auch zusammenarbeiten und gemeinsame Pläne im Konvoi-Verfahren erstellen. Damit könnten die jeweiligen Verwaltungen entlastet werden.

Professor Brautsch: Es gibt keine Investitionsverpflichtung

Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml (FW) schlug vor, dass der Landkreis eine Konvoibildung koordinieren sollte. Wie Landrat Thomas Ebeling (CSU) feststellte, sei auf Landkreisebene schon sehr viel passiert, die Kommunen seien unterschiedlich weit bei ihrer Wärmeplanung fortgeschritten. Ein kreisweiter Konvoi mache daher keinen Sinn, Zusammenschlüsse sollten eher auf Ebene von Verwaltungsgemeinschaften oder Nachbarkommunen gebildet werden.

Der Teublitzer Bürgermeister Thomas Beer (CSU) meinte, dass die Kommunen bei den Investitionen schnell an ihre Leistungsfähigkeit kommen würden. Professor Brautsch betonte daraufhin, dass es keine Investitionsverpflichtung geben würde. Die Kommunale Wärmeplanung sei „keine Ausbaugarantie für irgendetwas“, so der Wissenschaftler. Es gebe dadurch weder Anschluss- noch Termingarantien, und auch keine Preisgarantien. Gleichzeitig bestehe für die Bewohner in ausgewiesenen Wärmenetz-Neubaugebieten keinerlei Anschlusszwang.

Auch Landrat Ebeling betonte, dass durch die Planung zwar ein gewisser Druck entstehe, aber „was tatsächlich gebaut wird, steht auf einem anderen Papier“.

Brautsch wollte den Kommunen, die den Prozess erst neu starten würden, die Angst vor der Planung nehmen. Sein Institut unterstütze die Gemeinden mit Planungsdaten und helfe auch bei der Umsetzung, dem Controlling und der Fortschreibung des Prozesses.