Neunburger kritisieren Uferpflege am Eixendorfer See – Das sagt das Wasserwirtschaftsamt dazu

Wenn sich Neunburgs Touristiker jedes Jahr treffen, dann steht ein Thema sehr wahrscheinlich auf der Tagesordnung: die Uferpflege am Eixendorfer See. Dabei wird in der Regel Kritik geäußert. Heuer ist es nicht anders gewesen.
Das Treibgut vom Juni-Hochwasser 2024 liege noch immer am Ufer, beklagt Walter Drexler. Der Stadtrat der Freien Wähler und städtische Beauftragte für touristische Angelegenheiten weiß, wovon er spricht. Der 65-Jährige ist in Eixendorf geboren und wohnt noch heute wenige Hundert Meter oberhalb des Sees. „Ich sehe beim Frühstück, beim Mittagessen, immer sehe ich, wenn jemand etwas am Ufer macht“, sagt Drexler.
Und in den Monaten nach dem Hochwasser habe es keine Pflegemaßnahmen gegeben, ärgert sich der Kommunalpolitiker. Die Baumstämme und Äste, die angeschwemmt wurden, seien inzwischen eingewachsen.
Im Vorjahr wurde nach Kritik schnell reagiert
Nach dem Weihnachtshochwasser 2023 habe es laut Drexler die gleichen Probleme gegeben. Auch danach habe das Treibgut monatelang am Ufer gelegen. Nachdem er im Vorjahr in der Versammlung des Neunburger Tourismusvereins das Problem angesprochen hatte, habe Bürgermeister Martin Birner (CSU) mit seinem Amtskollegen aus Rötz, Stefan Spindler (Landunion), und dem Wasserwirtschaftsamtes Weiden einen Vor-Ort-Termin anberaumt. „Nur einen oder zwei Tage nach dem Treffen kam eine Fremdfirma und sammelte das Treibgut auf“, blickt Drexler zurück.
Er sei danach überzeugt gewesen, dass das Treibgut künftig nicht mehr liegenbleibt. Schon wenige Monate später war von dieser Hoffnung nichts mehr übrig. Im September 2024, mehr als drei Monate nach dem Sommerhochwasser, hatte er vorsichtig beim Wasserwirtschaftsamt (WWA) angefragt, ob „in diesem Jahr noch eine Entnahme des Uferbewuchses einschließlich des Schwemmgutes vom Sommerhochwasser Anfang Juni vorgesehen“ sei.
WWA: Haushaltsmittel müssen beachtet werden
Vier Wochen später habe er dann eine Antwort bekommen, in dem ihm der verantwortliche Abteilungsleiter des Wasserwirtschaftsamtes mitteilte, dass Uferbewuchs und Treibgut „über das ganze Jahr hinweg gemäht beziehungsweise entsorgt“ würden. Auch „am Ende des laufenden Jahres“ werde es entsprechende Maßnahmen geben. Dies erfolge, „soweit dies aufgrund der Tragfähigkeit des wassergesättigten Untergrundes mit technischem Gerät unfallfrei möglich“ sei, schränkt der WWA-Mitarbeiter ein.
Auch die zur Verfügung stehenden Personal- und Haushaltsmittelressourcen müssten beachtet und „von den Verantwortlichen im Hause hinsichtlich der entstehenden Nährstoffmengen bei sehr geringem Bewuchs“ abgewogen werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass Nutzen und Aufwand in einem vertretbaren Verhältnis stehen müssten.
Walter Drexler kann diese Begründungen nicht nachvollziehen – schließlich unterhalte das Wasserwirtschaftsamt am Eixendorfer See einen eigenen Bauhof mit drei Mitarbeitern und allem Gerät. Sie seien nur für diesen See zuständig. Kopfschütteln erzeugt bei ihm ebenso die Aussage, dass der Uferbereich nicht befahren werden könne, weil er vom Wasser zu aufgeschwemmt sei. Drexler ist regelmäßig rund um den See unterwegs – und es habe nach seiner Aussage genügend Tage gegeben, an denen der Uferbereich hätte problemlos abgefahren werden können.
Verschiedene Erwartungen zum Betrieb des Speichers
WWA-Leiter Mathias Rosenmüller räumt auf MZ-Nachfrage ein, dass es am Eixendorfer See verschiedene Interessen gebe und „unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen zum Betrieb und zur Nutzung des Speichers sowie seiner angrenzenden Flächen“. Rosenmüller verweist auf den Runden Tisch, bei dem die Belange und Fragen rund um den See diskutiert würden. Vor einigen Jahren sei ein Pflege- und Entwicklungsplan (PEPI) erstellt worden, an dem sich die Pflege der Ufer und Wiesen im Einstaubereich des Sees orientiere, so der WWA-Leiter.
„Bei über einem Viertel der Uferbereiche handelt es sich um ökologisch wertvolle Flächen mit naturschutzfachlichen Vorgaben“, so Rosenmüller. Da am Eixendorfer See größtenteils auf nachhaltigen Tourismus wert gelegt werde, würden große Teile des Ufers nach ökologischen, naturschutzfachlichen und wasserwirtschaftlichen Gesichtspunkten bewirtschaftet.
„Hierzu leistet ein natürlicher Ufersteifen einen wertvollen Beitrag.“ Die Mahd dieses Streifens sei in der Regel nicht sinnvoll. Treibholz sei hier auch nicht schädlich, sondern könne für bestimmte Arten einen Lebensraum bieten und sei ein wertvoller Bestandteil eines natürlichen Kreislaufs. „Eine regelmäßige Kontrolle ist hierfür in der Regel nicht erforderlich“, teilte Rosenmüller weiter mit.
Stadträte lehnten Übernahme der Uferpflege ab
Dass das Totholz ökologisch wertvoll sei, kann Walter Drexler nicht verstehen. Vor allem frage er sich, warum im Frühjahr 2024 das Schwemmgut dann entfernt worden sei.
Rosenmüller erklärt, dass die Einschränkungen wie Hochwasser und Treibholzanlandungen den Landwirten, die Flächen am See gepachtet haben und bewirtschaften, bekannt und wesentlicher Bestandteil der Pachtverträge seien.
In der Stadt Neunburg gab es aufgrund der immer wieder aufkommenden Kritik an der Uferpflege die Überlegung, diese selbst zu übernehmen. Das WWA hatte der Stadt dafür eine finanzielle Vergütung angeboten. Walter Drexler hätte das Angebot sofort angenommen, doch unter seinen Stadtratskollegen habe sich keine Mehrheit gefunden. Und so wird es wohl auch in Zukunft Grund zum Klagen geben.
