Sechster E-Scooter-Verleiher kommt nach Regensburg

Auf den E-Scooter-Parkplätzen in der Stadt wird es ab Donnerstag noch ein wenig bunter zugehen. Der Anbieter Voi will seine roten Roller – selbst nennt er die Farbe „koralle“ – ab dem Maifeiertag auch in Regensburg verleihen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Wie umstritten Leih-Scooter auch in Regensburg sind, ist den Voi-Verantwortlichen offenbar bewusst. Sie beteuern, der Start erfolge „in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung“.
Wild abgestellte Scooter, die beispielsweise Gehwege blockieren und damit eine Hürde sind für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen-Schieber, sorgten in Regensburg in den vergangenen Jahren immer wieder für Debatten – und für die Einrichtung von festen Abstellzonen, zunächst in der Innenstadt. Voi versichert, diese seien in die Voi-App übernommen worden. Diese bewerte auch das Abstellverhalten. „Wer sich besonders vorbildlich verhält, wird mit Vergünstigungen belohnt. Für wiederholte Regelverstöße drohen Sanktionen“, teilt das Unternehmen mit. Auf Meldungen zu falsch abgestellten Fahrzeugen werde es schnell reagieren. Dank datenbasierter Verteilung und aktiver Umverteilung stünden die Scooter dort, wo sie gebraucht würden – besonders an ÖPNV-Knotenpunkten und zur Hauptverkehrszeit.
Voi will in Regensburg 250 E-Scooter vermieten. Damit ist die maximale Gesamtzahl von zulässigen Leih-Scootern erreicht: Sie liegt der städtischen Pressestelle zufolge bei 1500 Fahrzeugen. Bevor Voi in Regensburg aktiv wurde, waren 1250 Scooter beantragt und genehmigt; verliehen werden diese von Dott, Lime, Superpedestrian, Yoio und Zeus. Die Stadt bezeichnet die Scooter als „Gelegenheitsverkehrsmittel“. Im Winter werde jedes eingesetzte Fahrzeug im Schnitt für etwa 0,5 Fahrten pro Tag genutzt, im Sommer für 1,5 Fahrten – wobei in der warmen Jahreszeit auch deutlich mehr Fahrzeuge verliehen werden. Für Voi ist Regensburg der 48. Standort in Deutschland und der siebte in Bayern.
In der Stadtmitte gibt es 38 städtische Abstellzonen für E-Scooter. Auf private Initiative hin entstanden der Stadt zufolge einzelne weitere Sharingpunkte, etwa am Uniklinikum. Weitere Abstellflächen sollen dazukommen. Als die Brücke-Fraktion im Februar im Planungsausschuss forderte, dass die Stadt außerhalb der Innenstadt Abstellflächen für Leih-E-Scooter schafft, hieß es von der Stadtverwaltung: Diese sollen zwar nicht flächendeckend kommen, weil es dafür keinen Bedarf gebe. Aber punktuell sollen zusätzliche Parkplätze ausgewiesen werden – an „Hotspots“ mit hoher Nachfrage.